GRI-Inhaltsindex
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe hat in Anlehnung an die GRI-Standards für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2024 berichtet
Verwendeter GRI | GRI 1: Grundlage 2021 | |
Anwendbare(r) GRI Sektorstandard(s) | Keine | |
Standard/Angabe | Kommentar/Auslassungsbegründung | |
Allgemeine Angaben | ||
GRI 2: Allgemeine Angaben 2021 | ||
1. Die Organisation und ihre Berichterstattungspraktiken | ||
2-1: | ||
2-2: | Entitäten, die in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Organisation berücksichtigt werden | |
2-3: | Berichtszeitraum, Berichtshäufigkeit und Kontaktstelle | Der Nachhaltigkeitsbericht umfasst das Kalenderjahr 2024 und erscheint am 1. Oktober 2025 als Teil des Jahresberichts der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. Die Paraplegiker-Gruppe berichtet jährlich. Bei Fragen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung: Schweizer Paraplegiker-Stiftung, Fachgruppe Nachhaltigkeit, Guido A. Zäch Strasse 10, 6207 Nottwil, nachhaltig@paraplegie.ch |
2-4: | Richtigstellung oder Neudarstellung von Informationen | Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist bestrebt, möglichst umfassende und genaue Messungen durchzuführen. Neue oder genauere Messmethoden sind bei den Angaben zu den Fokusthemen beschrieben. |
2-5: | Externe Prüfung | Keine |
2. Tätigkeiten und Mitarbeitende | ||
2-6: | Aktivitäten, Wertschöpfungskette und andere Geschäftsbeziehungen | |
2-7: | ||
2-8: | ||
3. Unternehmensführung | ||
2-9: | Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe wird gemäss den Leitlinien der in der Schweiz üblichen Nonprofit-Governance-Regeln geführt. | |
2-10: | ||
2-11: | ||
2-12: | Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Beaufsichtigung der Bewältigung der Auswirkungen | |
2-13: | Delegation der Verantwortung für das Management der Auswirkungen | |
2-14: | Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung | Der Stiftungsrat genehmigt den konsolidierten Jahresbericht und den Nachhaltigkeitsbericht der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. |
2-15: | ||
2-16: | ||
2-17: | ||
2-18: | Bewertung der Leistung des höchsten Kontrollorgans | Gegenwärtig findet keine Bewertung der Leistung des Stiftungsrats hinsichtlich des Nachhaltigkeitsmanagements statt. |
2-19: | ||
2-20: | ||
2-21: | ||
4. Strategie, Richtlinien und Praktiken | ||
2-22: | Anwendungserklärung zur Strategie für nachhaltige Entwicklung | |
2-23: | ||
2-24: | Einbeziehung der Verpflichtungserklärung zu Grundsätzen und Handlungsweisen | |
2-25: | ||
2-26: | Verfahren für die Einholung von Ratschlägen und die Meldung von Anliegen | |
2-27: | ||
2-28: | ||
5. Einbindung von Stakeholdern | ||
2-29: | ||
2-30: | ||
Standard/Angabe | Kommentar/Auslassungsbegründung | |
Wesentliche Themen | ||
GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | ||
3-1: | ||
3-2: | ||
Fokus Energie und Infrastruktur | ||
GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | ||
3-3: | ||
GRI 302: Energie 2016 | ||
302-1: | ||
302-3: | ||
302-4: | ||
GRI 303: Wasser und Abwasser 2018 | ||
303-1: | ||
303-2: | ||
GRI 305: Emissionen 2016 | ||
305-1: | ||
305-2: | ||
305-3: | ||
305-4: | ||
305-5: | Senkung der THG-Emissionen | Die vorgesehenen Senkungspfade für die Emission von Treibhausgasen spiegeln sich in den Grafiken bei GRI 302-4 und 305-4 wider. |
Fokus Mobilität | ||
GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | ||
3-3: | ||
GRI 305: Emissionen 2016 | ||
305-3: | ||
Eigene Angabe | ||
Mobilität | ||
Fokus Biodiversität | ||
GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | ||
3-3: | ||
GRI 101: Biodiversität 2022 | ||
101-1: | Richtlinien zum Stoppen und Umkehren des Verlusts der Biodiversität | |
101-2: | ||
Eigene Angabe | ||
Biodiversität | ||
Fokus Ernährung | ||
GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | ||
3-3: | ||
GRI 101: Biodiversität 2024 | ||
101-4: | ||
GRI 204: Beschaffungspraktiken 2016 | ||
204-1: | ||
GRI 301: Materialien 2016 | ||
301-1: | ||
GRI 306: Abfall 2020 | ||
306-3: | ||
GRI 308: Umweltbewertung der Lieferanten 2016 | ||
308-1: | Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden | |
308-2: | Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Massnahmen | |
Fokus Ressourcen | ||
GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | ||
3-3: | ||
GRI 301: Materialien 2016 | ||
301-1: | ||
301-2: | ||
301-3: | ||
GRI 306: Abfall 2020 | ||
306-1: | Anfallender Abfall und erhebliche abfallbezogene Auswirkungen | |
306-2: | ||
306-3: | ||
306-4: | ||
306-5: | ||
GRI 308: Umweltbewertung der Lieferanten 2016 | ||
308-1: | Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden | |
308-2: | Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Massnahmen | |
GRI 414: Soziale Bewertung der Lieferanten 2016 | ||
414-1: | Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden | |
414-2: | Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Massnahmen | |
Eigene Angabe | ||
Ressourcen | ||
Fokus Menschen | ||
GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | ||
3-3: | ||
GRI 401: Beschäftigung 2016 | ||
401-1: | ||
401-2: | ||
401-3: | ||
GRI 402: Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis 2016 | ||
402-1: | ||
GRI 403: Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz 2018 | ||
403-1: | Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz | |
403-2: | Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen | |
403-3: | ||
403-4: | Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz | |
403-5: | Mitarbeiterschulungen zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz | |
403-6: | ||
403-8: | ||
GRI 404: Aus- und Weiterbildung 2016 | ||
404-1: | Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellte | |
404-2: | Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur Übergangshilfe | |
404-3: | ||
GRI 405: Diversität und Chancengleichheit 2016 | ||
405-1: | ||
405-2: | ||
GRI 416: Kundengesundheit und -sicherheit 2016 | ||
416-1: | ||
Eigene Angabe | ||
Menschen | ||
Fokus Management | ||
GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | ||
3-3: | ||
GRI 201: Wirtschaftliche Leistung 2016 | ||
201-1: | Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert | |
201-3: | Verbindlichkeiten für leistungsorientierte Pensionspläne und sonstige Vorsorgepläne | |
201-4: | ||
GRI 207: Steuern 2019 | ||
207-1: | ||
GRI 415: Politische Einflussnahme 2016 | ||
415-1: | ||
GRI 418: Schutz der Kundendaten 2016 | ||
418-1: | ||
Eigene Angabe | ||
Management | ||
Ausführungen zu GRI-Angaben
1 Die Organisation und ihre Berichterstattungspraktiken
Für die lebenslange Begleitung von Menschen mit Querschnittlähmung aufgestellt
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist eines der grössten nationalen Solidarwerke. Sie bildet das Dach der Schweizer Paraplegiker-Gruppe, die ein einzigartiges Leistungsnetz für Menschen mit Querschnittlähmung trägt. Es umfasst lückenlose Dienstleistungen von der Erstversorgung an der Unfallstelle oder bei krankheitsbedingter Diagnose über die medizinische Versorgung und Rehabilitation bis hin zur lebenslangen Begleitung und Beratung. Ziel ist die ganzheitliche Rehabilitation und die Rückkehr der Betroffenen in Familie, Beruf und Gesellschaft.
Über 2100 Mitarbeitende setzen sich für die Erfüllung der anspruchsvollen Aufgaben ein. Zwei Millionen Personen bilden mit ihrer Mitgliedschaft bei der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung die finanzielle Basis für die Tätigkeit des Solidarwerks.
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung wurde 1975 vom heutigen Ehrenpräsidenten Dr. med. Guido A. Zäch gegründet. Die Paraplegiker-Stiftung in Nottwil (LU) ist eine Stiftung nach Schweizer Recht. Sie steht unter der Aufsicht des Bundes. Zur Paraplegiker-Stiftung gehört ein Verbund juristisch selbstständiger Institutionen, die ihren Sitz und ihre Betriebsstätten in der Schweiz haben. Gemeinsam bilden sie die Schweizer Paraplegiker-Gruppe.
Eine Gruppe für die ganzheitliche Rehabilitation
Der Nachhaltigkeitsbericht umfasst die Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit ihren sieben Tochtergesellschaften sowie zwei nahestehende Organisationen (selbstständige Vereinigungen) und eine Public Private Partnership:
- Schweizer Paraplegiker-Zentrum
- Schweizer Paraplegiker-Forschung
- Active Communication
- SIRMED – Schweizer Institut für Rettungsmedizin
- ParaHelp
- Orthotec
- Hotel & Conference Center Sempachersee
- Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung
- Schweizer Paraplegiker-Vereinigung
- Awono als Public Private Partnership der Schweizer Paraplegiker-Stiftung
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung veröffentlicht jährlich einen konsolidierten Finanzbericht. Er umfasst die Tochtergesellschaften und die nahestehenden Organisationen. Die nahestehenden Organisationen veröffentlichen eigene Finanzberichte.
Bei den themenspezifischen GRI-Angaben, die sich nicht auf die gesamte Schweizer Paraplegiker-Gruppe beziehen, ist jeweils angegeben, für welche Gruppengesellschaften sie erhoben wurden.
2 Tätigkeiten und Mitarbeitende
Leistungen für ein selbstbestimmtes Leben bei bestmöglicher Gesundheit
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe trägt ein einzigartiges Leistungsnetz für Menschen mit Querschnittlähmung – von der Erstversorgung an der Unfallstelle oder bei krankheitsbedingter Diagnose ein Leben lang. Ziel ist die ganzheitliche Rehabilitation und die Rückkehr der Betroffenen in Familie, Beruf und Gesellschaft.
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe beschreibt ihre Haupttätigkeitsbereiche anhand von vier Leistungsfeldern: Solidarität, Medizin, Integration und lebenslange Begleitung sowie Bildung, Forschung, Innovation. Alle vier bis fünf Jahre legt der Stiftungsrat strategische Schwerpunkte fest. Damit trägt er der steten Weiterentwicklung aufgrund neuer Bedürfnisse, Märkte und Trends Rechnung.
Mit ihren Dienstleistungen und Produkten erwirtschaftet die Schweizer Paraplegiker-Gruppe über zwei Drittel der betrieblichen Leistung. Fast ein Drittel tragen die Mitglieder der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit ihren Jahres- und Dauermitgliedschaften und Spenden zur Aufrechterhaltung der umfassenden Leistungen des Solidarwerks aus Nottwil bei. Die wichtigsten Dienstleistungen und Produkte sind im konsolidierten Finanzbericht der Schweizer Paraplegiker-Gruppe quantifiziert.
Jede zur Schweizer Paraplegiker-Gruppe zählende Gruppengesellschaft zeichnet sich durch eine individuelle Wertschöpfungskette aus. Die Paraplegiker-Gruppe legt grossen Wert auf eine strategische Auswahl und Pflege ihrer Lieferantenbeziehungen, um Qualität, Nachhaltigkeit und Effizienz sicherzustellen. Ausschreibungen, Investitionen und Beschaffungen berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, die im Austausch mit Lieferantinnen und Lieferanten sowie Leistungsempfangenden und entlang der Qualitätspolitik stetig weiterentwickelt werden.
Gesamtwirkung bei Betroffenen und für die Gesellschaft ist nachweisbar
Wirkungsorientiertes Handeln bei der Planung und Durchführung der Aktivitäten ist für die Schweizer Paraplegiker-Stiftung eine Notwendigkeit. Deshalb lässt sie ihre unmittelbare Wirkung auf die Leistungsempfängerinnen und -empfänger sowie ihre längerfristige Wirkung auf die Gesellschaft kontinuierlich überwachen und regelmässig messen. Die Paraplegiker-Stiftung kann dadurch ihren Nutzen nachvollziehbar aufzeigen und ein «Lernendes System für Querschnittlähmung» entwickeln.
Der Animationsfilm «Die Wirkung von Solidarität» veranschaulicht die nachhaltige Wirkung der Leistungen der Schweizer Paraplegiker-Stiftung für querschnittgelähmte Menschen mit Hilfe der Unterstützung von Gönnerinnen und Gönnern, Spenderinnen und Spendern.
Zweckbestimmter Einsatz von Mitteln
Finanziert wird das einzigartige Leistungsnetz für Menschen mit Querschnittlähmung durch die grossartige Solidarität der Bevölkerung in Form von Mitgliederbeiträgen, Spenden und Legaten. Staatliche Gelder erhält die Schweizer Paraplegiker-Stiftung keine. Spenden und Legate können auf Wunsch einem Fonds zugeordnet werden. Jedem Fonds ist ein genau bestimmter Zweck hinterlegt. Damit stellt die Schweizer Paraplegiker-Stiftung sicher, dass die Interessen und ganz persönlichen Werte der spendenden Personen langfristig berücksichtigt werden.
Sinnstiftende Tätigkeit ist ein Hauptmotiv
Was die Tätigkeit bei der Schweizer Paraplegiker-Gruppe ausmacht, ist die Sinnhaftigkeit. Die Mitarbeitenden der Schweizer Paraplegiker-Gruppe wissen jeden Tag, wofür sie sich einsetzen. Gemeinsam bilden sie das einzigartige Leistungsnetz, das Menschen mit Querschnittlähmung in Nottwil und von dort aus in der ganzen Schweiz zur Verfügung steht. Über 2100 Spezialistinnen und Spezialisten, Fachexpertinnen und Fachexperten sowie Berufsleute aus verschiedensten Disziplinen arbeiten dazu über alle Gruppengesellschaften und Abteilungen hinweg eng zusammen.
In über 100 Berufen sind Fachkräfte aus über 60 Ländern angestellt. Die grosse Mehrheit kommt aus der Schweiz, gefolgt von Deutschland und Portugal. Vertreten sind auch Nationen wie die Ukraine, die Niederlande, die Philippinen, Serbien, Eritrea oder Kolumbien. Die Paraplegiker-Gruppe zählt zu den grössten Arbeitgebenden der Zentralschweiz und steht ganz oben auf den Listen der besten Arbeitgebenden.
Weitere Arbeitsformen
Vergüteter Einsatz
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe beauftragt oder beschäftigt Personen in Ausbildung, auf Freelance-Basis, Temporär-Basis und Stundenlohn-Basis. Mitarbeitende auf Stundenlohn-Basis arbeiten beispielsweise im Pflegebereich oder Hotelservice, in der Gastronomie oder Hauswirtschaft, als Peer-Counselors oder Gästebegleitende bei Führungen im Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Personen auf Freelance-Basis arbeiten beispielsweise bei der SIRMED. Über 270 Personen sind dort als Ausbildnerinnen und Ausbildner in der Höheren Fachschule ebenso tätig wie in den beiden Seminarbereichen für Profis und Ersthelfende. Ebenfalls auf Freelance-Basis arbeiten rund 240 Personen bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung als Kursleitende.
Ehrenamtlicher Einsatz
Die Freiwilligenarbeit ist fester Bestandteil des Leistungsnetzes auf dem Campus Nottwil. Ehrenamtlich tätiges Personal ist hauptsächlich für das Schweizer Paraplegiker-Zentrum tätig, beispielsweise für Essenseingabe, Spieleabende, Besuchs- oder Bibliotheksdienst und Nachtsitzwachen, sowie für die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, insbesondere an Veranstaltungen. Das Paraplegiker-Zentrum wird von rund 100 freiwilligen Mitarbeitenden und die Paraplegiker-Vereinigung von rund 2000 Ehrenamtlichen unterstützt. Gesamthaft leisten sie jährlich über 48 000 Stunden Einsatz für Menschen mit Querschnittlähmung.
3 Unternehmensführung
Politik für die nachhaltige Entwicklung
Soziale, ökologische und ökonomische Aspekte werden seit den Gründungsjahren beachtet und vom Stiftungsrat der Schweizer Paraplegiker-Stiftung unterstützt und begleitet. Um diesbezüglich weiterhin verantwortungsbewusst und grundlegend für alle Gruppengesellschaften zu agieren, fliesst das Thema Nachhaltigkeit als Prämisse in die Strategie 2025–2029 ein. Diese wurde vom Stiftungsrat im Jahr 2024 verabschiedet. Entsprechend den neuen strategischen Ausrichtungen hat die Schweizer Paraplegiker-Stiftung die Ziel- und Zusammenarbeitsvereinbarungen mit ihren Gruppengesellschaften überarbeitet. Sie beauftragt damit die Direktoren und Geschäftsführenden, die nachhaltige Entwicklung weiter zu fördern.
Nachhaltigkeitsmassnahmen breit abgestützt
Der Stiftungsrat delegiert die Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung per Ziel- und Zusammenarbeitsvereinbarung an die Direktoren und Geschäftsführenden der Gruppengesellschaften. Diese beauftragen gemeinsam den Leiter Nachhaltigkeit mit dem Management der Nachhaltigkeitsbestrebungen.
Mit einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Führungskräften und Angestellten aller Gruppengesellschaften treibt der Leiter Nachhaltigkeit Projekte und Massnahmen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie voran. Die Nachhaltigkeitsbestrebungen werden regelmässig analysiert und die strategisch wichtigen Kennzahlen überwacht. Sie werden entlang der Messergebnisse, Trends, Standards, Vorgaben und Ziele weiterentwickelt.
Der Leiter Nachhaltigkeit legt der Direktorenkonferenz die Nachhaltigkeitskonzepte zum Beschluss vor, lädt sie zu Workshops ein oder beantragt die Teilnahme an Klausurtagungen und rapportiert an sie über die operativen Geschäfte. Zudem veröffentlicht er jährlich einen öffentlichen Nachhaltigkeitsbericht, der vom Stiftungsrat zu genehmigen ist. Des Weiteren nimmt er auf Einladung an Stiftungsratssitzungen teil.
Speziell zu erwähnen ist, dass das Schweizer Paraplegiker-Zentrum seit 2024 im Umweltmanagement gemäss ISO 14001 zertifiziert ist. Entsprechend werden die Prozesse und deren Umsetzung durch Prozessverantwortliche regelmässig in internen und externen Audits überprüft.
Weitere Tätigkeiten und Interessenbindungen
Die Mitglieder des Stiftungsrats, der Direktor der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und die Organe der Gruppengesellschaften legen ihre Interessenbindungen jährlich im Jahresbericht nach den Richtlinien der Corporate Governance offen. Sie verpflichten sich, keine Interessenbindungen einzugehen, die den Interessen der Schweizer Paraplegiker-Stiftung sowie ihrer Tochtergesellschaften und nahestehenden Organisationen zuwiderlaufen.
Kritik als Anregung verstehen
Kritische Anliegen können über verschiedene Kanäle eingereicht werden (siehe GRI 2-25). Sie werden an den Verwaltungsrat rapportiert und müssen im Protokoll erwähnt werden. Ausserordentliche Vorfälle muss die Direktorenkonferenz der vorsitzenden Person des Stiftungsrats unverzüglich melden. Anliegen, welche Nachhaltigkeitsaspekte betreffen, werden vom Leiter Nachhaltigkeit verfolgt und übermittelt.
Jahresgesamtvergütung im Verhältnis
Das Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der oder des höchstbezahlten Mitarbeitenden zur Jahresgesamtvergütung des Median-Lohnes aller Mitarbeitenden betrug im Jahr 2024 4,6:1.
Im Median-Lohn aller Mitarbeitenden nicht berücksichtigt sind Personen, die ein Praktikum machen, Lernende, Studierende und Lernende von externen Schulen sowie Zivildienstleistende und Mitarbeitende des Hotel & Conference Center Sempachersee.
4 Strategie, Richtlinien und Praktiken
Verantwortungsvoll unternehmerisch handeln
Eine der grössten Stärken der Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist ihre Unternehmenskultur. Die Mitarbeitenden verbinden ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und eine Wertehaltung, die ihre Arbeit prägt. Dies widerspiegeln Umfragen zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden und bestätigen Wettbewerbe um Auszeichnungen, wie zum Beispiel der Swiss Arbeitgeber Award. Das Fundament der Unternehmenskultur bildet der Verhaltenskodex.
Der Stiftungsrat setzt den Verhaltenskodex der Schweizer Paraplegiker-Gruppe in Kraft. Dieser spricht sich für sozial, ökologisch und ökonomisch motiviertes Handeln aus, um allen Mitarbeitenden, Mitgliedern und Spenderinnen und Spendern, Patientinnen und Patienten, der Kundschaft und Geschäftspartnerinnen und -partnern explizit die Verantwortung der Paraplegiker-Gruppe auch in diesem Bereich aufzuzeigen. Der Verhaltenskodex der Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist integrierter Bestandteil des Arbeitsvertragsverhältnisses. Er steht intern und extern online zur Verfügung. Bei Verdacht auf Fehlverhalten können sich Mitarbeitende an die zuständigen Vorgesetzten, die Geschäftsleitung, den Stiftungsrat sowie das Human Resources Management wenden. Verstösse gegen den Kodex werden nicht toleriert und ziehen Disziplinarmassnahmen bis hin zur möglichen Kündigung nach sich.
Zusätzliche Grundsätze und Handlungsweisen werden in den einzelnen Geschäftspolitiken aufgeführt, namentlich der Beschaffungspolitik, Personalpolitik, Spendenpolitik, Qualitäts- und Risikomanagementpolitik, Finanz- und Reservepolitik, Immobilienpolitik, Informatikpolitik, Informationssicherheitspolitik, Datenschutzpolitik, Kommunikationspolitik und Marketingpolitik. So betont beispielsweise die Beschaffungspolitik das Einstehen für faire und transparente Lieferantenbeziehungen sowie das konsequente Einhalten von geltenden Gesetzen und Verordnungen. Des Weiteren werden Lieferantinnen und Lieferanten an ihrer Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und sozialen Verantwortung gemessen. Die Geschäftspolitiken werden vom Stiftungsrat der Schweizer Paraplegiker-Stiftung erlassen. Sie sind im Grundsatz für alle betroffenen Aktivitäten gleichermassen anwendbar. Die Regelwerke sind im Qualitätsmanagement-System für alle Mitarbeitenden einsehbar. Zusätzlich hat der Stiftungsrat im Jahr 2024 die Strategie 2025–2029 verabschiedet. Diese setzt Nachhaltigkeit als Prämisse voraus für eine gruppenweit konzentriert nachhaltige Entwicklung.
Im Austausch für bestmögliche Ergebnisse
Zertifizierte Prozesse für zuverlässige Qualität
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist sich ihrer Verantwortung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit bewusst. Sie schafft bestmögliche Voraussetzungen, um negative Auswirkungen zu erkennen und zu verhindern und um Gönnerinnen und Gönnern, Menschen mit Querschnittlähmung, Angestellten und generell der Öffentlichkeit keinen Anlass für Beschwerden zu geben. Denn eine intakte Reputation ist für die Gesellschaften der Schweizer Paraplegiker-Gruppe elementar.
Bestmögliche Voraussetzungen für eine hochwertige Versorgung durch die Paraplegiker-Gruppe sind zertifizierte Prozesse, die ein einheitliches Qualitätsmanagement sicherstellen, sowie regelmässige Audits und Messungen, um die Standards und deren Einhaltung zu überprüfen. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess und ein strukturiertes Feedback- und Beschwerdemanagement helfen, Entwicklungstendenzen und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.
Standardisierte Abläufe fördern die Kommunikation und Zusammenarbeit beispielsweise in den Behandlungsteams und steigern die Effizienz. Gleichzeitig bleibt Raum für Flexibilität: Die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten stehen stets im Mittelpunkt, sodass nicht jeder Schritt strikt normiert werden muss. Der persönliche Ansatz ist und bleibt trotz aller Normen zentral. Praxisnahe Trainings stärken die Handlungssicherheit des Personals in Notfällen und schaffen Vertrauen. So wird Qualität zum verlässlichen Begleiter im Alltag und verbessert die Versorgung jedes Einzelnen nachhaltig.
Stimmrecht nutzen
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist eines der grössten nationalen Hilfswerke und der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht ESA unterstellt. Fast jeder dritte Schweizer Haushalt ist Mitglied der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Die Statuten der Gönner-Vereinigung regeln die Mitgliedschaft und die Rechte und Pflichten der Mitglieder. Im Gönner-Magazin Paraplegie informiert die Paraplegiker-Stiftung ihre Mitglieder über die Tätigkeiten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. Das vierteljährlich herausgegebene Gönner-Magazin dient gleichzeitig als Vereinsorgan. Damit wird jährlich zur ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Mitglieder können sich mit ihren Anliegen jederzeit telefonisch, per E-Mail oder per Kontaktformular auf der Website an das Service Center der Schweizer Paraplegiker-Stiftung wenden.
Lösungen erreichen
Menschen mit Querschnittlähmung und ihre Angehörigen können ihre Anliegen laufend und einfach im Behandlungs- oder Beratungsprozess einbringen. Das Fachpersonal interessiert sich für die Meinung ihrer Patientinnen und Patienten, Klientinnen und Klienten und stimmt sein Handeln darauf ab. Gemeinsam wägen sie das menschlich Sinnvolle mit dem technisch Machbaren ab. Das Ziel ist eine für das Individuum bestmögliche Partizipation. Sollten die Betroffenen auf ein bei einer Gruppengesellschaft eingebrachtes Anliegen keine zufriedenstellende Antwort erhalten, können sie sich an eine neutrale und kostenlose Beratungs- und Beschwerdestelle (Ombudsstelle) wenden. Neben eigenen Zufriedenheitsmessungen verpflichtet sich das Schweizer Paraplegiker-Zentrum zusätzlich, die ANQ-Qualitätsmessung durchzuführen, um die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten zu ermitteln. Die Ergebnisse werden in einem nationalen Vergleichsbericht ausgewiesen.
Feedback anbringen
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe will eine attraktive und faire Arbeitgeberin sein. Ihre Grundsätze für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind in der Personalpolitik festgehalten. Mitarbeitende werden motiviert, mit ihrer Meinung und ihren Vorschlägen zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess beizutragen. Das können sie, neben dem persönlichen Austausch, mittels Eintrags in eine eigens dafür entwickelte digitale Plattform. Als Vertreterin von Anliegen steht den Angestellten die Personalkommission zur Seite. Unabhängige Mitarbeitendenbefragungen überprüfen regelmässig die Entwicklung bei Commitment, Engagement und Zufriedenheit.
Partnerschaft pflegen
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe baut auf faire und weitsichtige Beziehungen mit ihren Lieferanten und Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern. Bei der Vergabe von Aufträgen wird transparent und gerecht verfahren; Verträge, Abmachungen und Auflagen werden erfüllt. Der Qualitätsmanagementprozess sieht eine jährliche Lieferantenbeurteilung vor, um anhand definierter Kriterien Stärken und Schwächen aufzuzeigen. Die Beurteilung dient zur Lieferantenentwicklung und als Entscheidungsgrundlage für die Auswahl neuer Produkte.
Einblick bieten
Das Besuchszentrum ParaForum auf dem Campus Nottwil leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung über das Thema Querschnittlähmung. In der als Wohngemeinschaft inszenierten Ausstellung werden Alltagsthemen wie Beruf, Hobbys oder Partnerschaft realitätsnah aufgezeigt. Als zusätzlichen Einblick können Führungen durch das Schweizer Paraplegiker-Zentrum gebucht werden. Der Newsroom der Schweizer Paraplegiker-Stiftung pflegt eine offene Kommunikation mit den Medien und steht Journalistinnen und Journalisten für Anfragen zur Verfügung. Vermehrt findet ein Austausch direkt mit den Followern in den sozialen Medien statt.
Reputation abfragen
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung geniesst einen sehr guten Ruf in der Schweizer Bevölkerung. In einer jährlich stattfindenden, repräsentativen Befragung wurde sie 2024 aus 20 Nonprofitorganisationen auf den zweiten Rang gewählt. Rang 1 belegte die Rega. (Quelle: GfK-Business Reflector.)
Ausrichtung an Gesetzen und Verordnungen
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist sich der Verantwortung gegenüber all ihren Anspruchsgruppen bewusst, die mit dem Umfang der Leistungen aller Gruppengesellschaften einhergeht. Sie legt daher grossen Wert auf die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen. Alle Mitarbeitenden sind per Verhaltenskodex verpflichtet, verantwortungsvoll zu handeln und sich an die geltende Rechtsordnung zu halten. Die Ausrichtung an geltenden Gesetzen und Verordnungen, Reglementen und Weisungen ist innerhalb des Managementsystems geregelt. Durch interne und externe Kontrollen und Audits wird deren Einhaltung überprüft. Die Fachstellen Compliance, Rechtsdienst, Qualitätsmanagement und Datenschutz unterstützen Prozessverantwortliche, Mitarbeitende und Gruppengesellschaften im regelkonformen Handeln.
Im Berichtsjahr gab es keine wesentlichen Verstösse gegen Gesetze und Verordnungen. Die Paraplegiker-Gruppe hat keine Geldbussen bezahlt. Es wurden keine nicht monetären Sanktionen gegen sie verhängt.
Per Stichtag 31.12.2024 sind folgende Rechtsstreitigkeiten1) offen:
- Festsetzungsverfahren im Bereich Tarife
- Rekursverfahren beim Bildungsdepartement des Kantons Luzern
- Arbeitsrechtliche Auseinandersetzung vor dem Schiedsgericht
1) Unter einem Rechtsstreit ist eine zwischen zwei Parteien in einem rechtlichen Verfahren (u. a. zivil-, straf- oder verwaltungsrechtlich) ausgetragene Auseinandersetzung über ein Rechtsverhältnis zu verstehen.
5 Einbindung von Stakeholdern
Ständige Verbesserung ist gemeinsamer Antrieb
Innovationen und Weiterentwicklungen sind aus Sicht der Schweizer Paraplegiker-Gruppe wichtige Voraussetzungen, um für Menschen mit Querschnittlähmung ein selbstbestimmtes Leben bei bestmöglicher Gesundheit zu erreichen. Um eine Innovationskultur zu leben und Entwicklungen voranzutreiben, unterstützt die Schweizer Paraplegiker-Gruppe den aktiven Austausch mit ihren zahlreichen Anspruchsgruppen. Kohortenstudien für Menschen mit Rückenmarkverletzungen, Zufriedenheitsumfragen bei Leistungsempfangenden (Patientinnen, Patienten, Klientinnen, Klienten, Gäste, Besuchende), unabhängige Mitarbeitendenbefragungen und Meinungsumfragen zu Reputation und Arbeitgeberqualität oder Lieferantenbewertungen führen zu weitreichenden Erkenntnissen über die Stakeholder-Interessen. Dadurch können Bedürfnisse, Anliegen und Anregungen sowie daraus resultierende Chancen und Risiken frühzeitig identifiziert und Leistungen und Produkte kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Die Anspruchsgruppen sind entsprechend den Gruppengesellschaften und ihren Geschäftsmodellen vielfältig und beinhalten u.a. Mitglieder, Spendende, Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten, Klientinnen und Klienten, Kundinnen und Kunden, Menschen mit Rückenmarkverletzungen und Angehörige, Fachpersonen und Expertinnen und Experten, Zuweisende und Gesundheitsinstitutionen, Gäste und Besuchende, Nachbarschaft, Firmen zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit und Bildungsinstitutionen, Fachgesellschaften, Lieferanten, Gemeinde, Bund und Behörden, Politik, Berufs- und Standesorganisationen, Verbände, Versicherer und Behindertenorganisationen.
Diese sind bereits respektive werden im Rahmen bestehender sowie neuer Ausschreibungen, Zusammenarbeitsverträge, Kooperationen, Konzepte, Studien, Symposien und Veranstaltungen gezielt in die Nachhaltigkeitsbestrebungen einbezogen. Erwartungen der Anspruchsgruppen und mit ihnen verbundene bindende Verpflichtungen, Chancen und Risiken sowie Kommunikationskanäle und -plattformen werden im Rahmen des Anspruchsgruppen-Managements (ISO 14001) erfasst und bezüglich ihrer Relevanz bewertet. Diese ist im Qualitätsmanagement-System erfasst und wird regelmässig aktualisiert. Bei Bedarf werden Massnahmen entwickelt und verfolgt. Eine validierte Stakeholder-Matrix beschreibt die Erwartungen der Stakeholder gegenüber den bzw. deren Relevanz für die Gruppengesellschaften.
Marktgerechte und faire Entlöhnung
Die Personalpolitik der Schweizer Paraplegiker-Gruppe gibt vor, dass Mitarbeitende marktgerechte Löhne erhalten unter Beachtung von Funktion, Fähigkeiten und Leistung. Entscheide bei Lohnfragen basieren auf verschiedenen Hilfsmitteln und Erkenntnissen wie Analysen, Salär-Benchmarks, Erfahrung aus Rekrutierungsgesprächen, Diskussionen mit der Personalkommission oder Empfehlungen von Verbänden. Als Organisation, die sich unter anderem durch Mitgliederbeiträge und Spenden finanziert, will und kann die Schweizer Paraplegiker-Gruppe keine Spitzenlöhne bezahlen. Eine marktgerechte, faire Entlöhnung ist aber selbstverständlich.
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum ist aufgrund der Analyse durch eine unabhängige Prüfstelle vom Verein für Chancen- und Lohngleichheit (VCLG) mit dem Lohngleichheitszertifikat ausgezeichnet. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung führt 2025 dieselbe Prüfung mit dem Analyse-Tool des Bundes durch.
Die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen bei der Schweizer Paraplegiker-Gruppe werden, mit Ausnahme des Hotel & Conference Center Sempachersee, nicht durch Tarifverträge beeinflusst oder bestimmt. Das Hotel & Conference Center Sempachersee untersteht dem Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes. 100 Prozent der Angestellten erhalten ihren Arbeitsvertrag nach Vorgaben des Gesamtarbeitsvertrags.
GRI-3: Wesentliche Themen
Fokus auf höchstmögliche Wirksamkeit
Im Rahmen grundsätzlicher strategischen Überlegungen sowie mit Unterstützung interner und externer Expertise wurden für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe sieben Fokusthemen definiert. Pro Fokusthema wurden Ansätze für konkretes Handeln formuliert, die langfristig verfolgt und weiterentwickelt werden. Vorrangig definierte Massnahmen sollen bestmöglich zu national und international angestrebten Nachhaltigkeitszielen beitragen. Die erarbeiteten Grundlagen, inklusive Quellen und Nachweise, sind pro Fokusthema in einem Kompendium festgehalten. Mit der Einführung des Nachhaltigkeitsmanagements und der Anlehnung an die Global Reporting Initiative (GRI) wurde mit der Expertise eines Nachhaltigkeitsberaters eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, welche die Auswahl der Fokusthemen bestätigt, aber auch weitere zukünftige Themenfelder aufzeigt.
In allen Themen der Nachhaltigkeit misst sich die Schweizer Paraplegiker-Gruppe mit der Umwelt, sei es beispielsweise im Personalmanagement mit Friendly Work Space, mit den Managementsystem-Zertifizierungen für Qualität (ISO 9001), für Umwelt (ISO 14001) und für Informationssicherheit (ISO 27001) sowie dem Zertifikat Natur & Wirtschaft. Im Folgenden werden die themenspezifischen GRI-Angaben sowie weitere Kennzahlen aufgeführt. Wo immer möglich werden die Entwicklungen im Dreijahresvergleich angezeigt, so dass stattgefundene Verbesserungen, aber auch weitere notwendige Anstrengungen nachvollziehbar werden.
Fokus Energie und Infrastruktur
2024 starteten die Erarbeitung des neuen Masterplans bis 2035 und die Verifizierung kurzfristiger baulicher Massnahmen. Als eine der Planungsgrundlagen dient das Energiekonzept der Schweizer Paraplegiker-Gruppe für einen konsequent sparsamen Umgang mit Energie, das es von allen an der Planung und am Bau beteiligten Parteien zu erfüllen gilt. Das Energiekonzept berücksichtigt aktuelle Standards sowie Technologien und macht entsprechende Vorgaben zur Bau- und Betriebsweise für energieeffiziente Gebäude, energetische Sanierungen, Verbrauchsreduktion und Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien für alle Gebäude auf dem Campus Nottwil. Ziel ist es, bis 2030 die CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) gegenüber 2010 um 75 Prozent zu reduzieren.
Entsprechend wurden nach 32 Betriebsjahren für die Sanierung der Schwimmhalle im Schweizer Paraplegiker-Zentrum ab Herbst 2024 Wärmerückgewinnungsanlagen, effiziente Pumpenanlagen und eine LED-Beleuchtung vorgesehen.
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe legt grossen Wert auf eine nachhaltige und effiziente Nutzung von Energie und Infrastruktur und arbeitet kontinuierlich daran, sich in diesem Bereich weiter zu verbessern.
Energieverbrauch über die Jahre
Der Energieverbrauch der Gebäude auf dem Campus Nottwil setzt sich aus drei Energiearten – Heizöl, Propangas, Bezug elektrischer Strom ab Netz – zusammen. Der Anteil der Eigenproduktion von Strom beträgt im Jahr 2024 rund 4,5 Prozent. Der hohe Heizölverbrauch im Jahr 2023 beruht auf zwei Gründen:
- Ungeplanter Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Ausfalls des Ammoniak-Wärmetauschers im ersten Quartal
- Längerer Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Wechsels des Frequenzumformers im vierten Quartal
Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.
Energieintensität als Bezugsgrösse
Für die Berechnung der Energieintensität auf dem Campus Nottwil werden die Energiearten Heizöl, Propangas und der Bezug von elektrischem Strom ab Netz einbezogen. Als Bezugsgrössen zur Berechnung des Quotienten dienen der Betriebsertrag der Schweizer Paraplegiker-Gruppe und die Energiebezugsfläche. Die hohe Energieintensität im Jahr 2023 beruht auf zwei Gründen:
- Ungeplanter Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Ausfalls des Ammoniak-Wärmetauschers im ersten Quartal
- Längerer Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Wechsels des Frequenzumformers im vierten Quartal
Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.
Verbesserung der Energieeffizienz
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist als Energiegrossverbraucher seit 2019 gesetzlich zu kontinuierlichem Energiesparen verpflichtet. Mit Beratung und Lösungen der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) in Zürich wurden mit dem Kanton Luzern konkrete Verbesserungsziele vereinbart. Der Zielpfad fordert bis 2030 eine Verbesserung der Energieeffizienz um 9 Prozent und eine Reduktion der CO2-Intensität von 17,4 Prozent.
Der Energieverbrauch der Gebäude auf dem Campus Nottwil setzt sich aus drei Energiearten – Heizöl, Propangas, Bezug elektrischer Strom ab Netz – zusammen.
Wassernutzung
Trinkwasser für Betrieb
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe bezieht sämtliches Wasser von der öffentlichen Wasserversorgung der Gemeinde Nottwil, welche für die qualitativ und quantitativ einwandfreie Versorgung gemäss geltender Gesetzgebung verantwortlich ist. Die Hauptnutzung auf dem Campus Nottwil erfolgt, neben den vielen kleineren allgemeinen Nutzungsbereichen, für den Spitalbetrieb, den Hotelbetrieb sowie für das Schwimmbad und zwei Therapiebäder.
Seewasser für Heiz- und Kühlzwecke
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe fördert Seewasser des Sempachersees zur Kühlung und zum Betrieb der zentralen Wärmepumpenanlage für die Wärme- und Warmwassererzeugung. Die Vorgaben bezüglich des Bezugs des Seewassers sind in einer kantonalen Konzession detailliert geregelt.
Wasserrückführung
Abwässer aus Betrieb
Die Sammlung und Ableitung der Abwässer auf dem Campus Nottwil erfolgt im sogenannten Trennsystem. Das nicht verschmutzte Abwasser, soweit sich dieses nicht versickern lässt, und das verschmutzte Abwasser werden in getrennten Leitungen abgeleitet. Sämtliches verschmutztes Abwasser wird in das öffentliche Kanalisationsnetz der Gemeinde Nottwil eingeleitet, die dem Gemeindeverband Abwasserreinigung Surental angeschlossen ist. Das verschmutze Abwasser wird in der Abwasserreinigungsanlage des Gemeindeverbands gemäss den gesetzlichen Auflagen aufbereitet. Nicht verschmutzte Abwässer (Regenwasser von Dächern, Plätzen und Wegen sowie Sickerwasser) werden über sogenannte Meteorwasserleitungen in Oberflächengewässer eingeleitet.
Seewasser für Heiz- und Kühlzwecke
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe fördert Seewasser des Sempachersees zur Kühlung und zum Betrieb der zentralen Wärmepumpenanlage für die Wärme- und Warmwassererzeugung. Das geförderte Seewasser wird über einen Bach wieder zurück in den Sempachersee geführt. Die Vorgaben bezüglich Rückführung des Seewassers sind in einer kantonalen Konzession detailliert geregelt.
Verursachte Emissionen
Die CO2-Emissionen werden nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protokoll) berechnet. Das GHG-Protokoll ist weltweit als Rahmen für die Messung und Berichterstattung von Treibhausgas-Emissionen anerkannt. Dabei werden die Emissionsquellen nach Scope 1, 2 und 3 unterschieden. Im Scope 1 enthalten sind Brennstoffe, Treibstoffe, Kältemittel und Gase. Im Scope 2 sind Strom, Fernwärme, Dampf oder Kühlungsenergie erfasst. Scope 3 schliesst Verbrauchsmaterial, Lebensmittel, Reinigung, Wäsche, ICT und Abfälle, aber auch die Mobilität von Personal, Patientinnen und Patienten sowie Besuchenden und Gästen ein. Scope 3 macht den weitaus grössten Teil des ökologischen Gesamtfussabdrucks aus.
Dank griffigen Massnahmen wie Wärmepumpe (seit 1990), Eigenstromproduktion (seit 2015), Wärmerückgewinnung und laufenden Betriebsoptimierungen konnte die Schweizer Paraplegiker-Gruppe die fossile Wärmeproduktion bei Scope 1 und 2 sukzessive massiv reduzieren.
Mit Strategien wie Kreislaufwirtschaft, Food-Waste-Reduktion, Medikamentenmanagement oder Mobilitätskonzept erreichte die Schweizer Paraplegiker-Gruppe in den vergangenen Jahren auch bei Scope 3 wirksame Verbesserungen. Eine grosse Herausforderung sind die verpflichtenden Vorgaben an Hygiene, Qualität, Sicherheit oder auch Komfort, die einer hohen CO2-Belastungen gegenüberstehen. Mit einer Mehrjahresplanung und vielfältigen Massnahmen wird hier eine weitere Reduktion der Treibhausgasemission angestrebt.
In Scope 2 sind Strom, Fernwärme, Dampf oder Kühlungsenergie erfasst.
Scope 3 schliesst Verbrauchsmaterial, Lebensmittel, Reinigung, Wäsche, ICT und Abfälle, aber auch die Mobilität von Personal, Patientinnen und Patienten sowie Besuchenden und Gästen ein. Scope 3 macht den weitaus grössten Teil des ökologischen Gesamtfussabdrucks aus.
CO2-Intensität
Der Energieverbrauch der Gebäude auf dem Campus Nottwil setzt sich aus drei Energiearten – Heizöl, Propangas, Bezug elektrischer Strom ab Netz – zusammen. Die hohe CO2-Intensität im Jahr 2023 beruht auf zwei Gründen:
- Ungeplanter Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Ausfalls des Ammoniak-Wärmetauschers im ersten Quartal
- Längerer Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Wechsels des Frequenzumformers im vierten Quartal
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist als Energiegrossverbraucher seit 2019 gesetzlich zu kontinuierlichem Energiesparen verpflichtet. Mit Beratung und Lösungen der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) in Zürich wurden mit dem Kanton Luzern konkrete Verbesserungsziele vereinbart. Der Zielpfad fordert bis 2030 eine Verbesserung der Energieeffizienz um 9 Prozent und eine Reduktion der CO2-Intensität von 17,4 Prozent.
(in Prozent)
Fokus Mobilität
Der Verkehr trägt wesentlich zum gesamten CO2-Ausstoss des Campus Nottwil bei. Als Unternehmen setzt die Schweizer Paraplegiker-Gruppe Anreize, um mit angepasstem Mobilitätsverhalten die negativen Auswirkungen des Verkehrs zu vermindern. So fördert die Paraplegiker-Gruppe seit Mai 2024 das Pendeln mit dem öffentlichen Verkehr und dem Langsamverkehr mit einem Mobilitätsbonus. Der Parkingtarif hingegen wurde erhöht, wobei Mitarbeitende von einem Spezialtarif profitieren. Mit diesen Anreizen erhofft sich die Paraplegiker-Gruppe, dass Mitarbeitende ihre Pendlersituation überdenken und sich motivieren lassen, ressourcenschonende Alternativen zu wählen. Erste Erfolge sind im Parkhaus bereits spürbar. Die Parkhausauslastung weist seit der Einführung der Mobilitätsförderung für 2024 eine Stagnation oder sogar einen leichten Rückgang aus.
Emission im Zusammenhang mit Mobilität
Das Ergebnis der IHS-Standortbestimmung aus dem Jahr 2023 zeigt, dass die Mobilität von Mitarbeitenden, Patientinnen und Patienten sowie Besuchenden und Gästen einen Anteil von 42 Prozent am CO2-Ausstoss auf dem Campus Nottwil verursacht. Mit einem Paket an Massnahmen verfolgt die Schweizer Paraplegiker-Gruppe eine zur Nachhaltigkeitsstrategie passende Mobilitätspolitik.
Dazu zählen eine optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr, eine lenkende Preispolitik im Parkhaus sowie die Förderung des Langsamverkehrs, von Fahrgemeinschaften und der Elektromobilität. Dazu gehört auch, dass Dienstreisen möglichst mit dem öffentlichen Verkehr unternommen werden.
Mobilitätsförderung für Mitarbeitende
Ressoucenschonendes Pendeln gefördert
Das Mobilitätskonzept der Schweizer Paraplegiker-Gruppe beinhaltet fünf Mobilitätsabos zur Auswahl. Mitarbeitende wählen damit, auf welche Art sie ihren Arbeitsweg bevorzugt zurücklegen wollen. Je nach Wahl sieht die Paraplegiker-Gruppe verschiedene Unterstützungsformen respektive Mobilitätsboni vor.
Das Mobilitätsabo ist jeweils gültig für ein Jahr. Das Mobilitätskonzept entstand mit Beizug von Experten, namentlich der Albert Koechlin Stiftung in Luzern und von Trafiko in Kastanienbaum (LU).
Mobilitätsverhalten bezifferbar
Nach der erstmaligen Wiederwahl der Mobilitätsabos für die Phase ab Mai 2025 lässt sich eine leichte Verschiebung von 2 Prozent aller anspruchsberechtigten Mitarbeitenden vom Auto hin zum Pendeln mit dem öffentlichen Verkehr oder im Langsamverkehr feststellen.
Damit haben sich 40 Prozent der anspruchsberechtigten Mitarbeitenden für die Mobilitätsabos ÖV (296) und das Muskelkraft (395) entschieden. Aber auch Mitarbeitende die das Mobilitätsabo Auto gewählt haben, können saisonal- oder wetterbedingt umsteigen und Parkgebühren sparen.
Fokus Biodiversität
Eine naturnahe Umgebung dient der ganzheitlichen Rehabilitation und dem Wohlergehen der Menschen. Deshalb war eine naturnahe Gestaltung bereits beim Bau der Spezialklinik am Sempachersee Ende der 1980er-Jahre ein klar definiertes Ziel. 1999 wurde die Schweizer Paraplegiker-Stiftung erstmals mit dem Zertifikat für naturnahe Firmenareale der Stiftung Natur & Wirtschaft ausgezeichnet. Damals wie heute wird die Umgebung mit Hilfe versierter Spezialistinnen und Spezialisten nach neusten Erkenntnissen bezüglich Biodiversität gestaltet.
Um die versiegelten Flächen auf dem Campus Nottwil zu reduzieren, wurde der zentrale Begegnungsplatz im Mai 2024 naturnäher angelegt. Dabei galt es, den grundsätzlichen Zweck des grossen Platzes zu erhalten, nämlich direkte Wege mit wenig Rollwiderstand für Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie Raum für Infrastrukturen bei Grossanlässen.
Biodiversitätsrahmen übertroffen
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe handelt nach nationalen und kantonalen Richtlinien, die im Rahmen des «Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz» die internationalen Ziele des globalen Biodiversitätsrahmens mitberücksichtigen. Zudem wird mit dem kantonalen Zuständigen bei der Pflege des Seeufers stets Rücksprache genommen.
Zusätzlich stellt die Zertifizierung im Umweltmanagement nach ISO 14001 die Förderung der Biodiversität auf dem Campus Nottwil sicher. Das naturnahe Areal wird von betriebsinternen qualifizierten Gärtnern gepflegt. Sie sind dafür zuständig, dass die definierten Nachhaltigkeitsziele verfolgt, erreicht und dokumentiert werden.
Lebenswerte Umwelt geschaffen
Minimal Mähen
Bei der Arealpflege werden die Krautsäume an sinnvollen Standorten, beispielsweise entlang des Baches, erhalten. Zudem werden die Wiesen auf dem Areal so wenig wie möglich gemäht, wobei auf das Abblühen der Pflanzen geachet wird. Dadurch können sich die Pflanzen optimal vermehren und die Artenvielfalt bleibt erhalten. Mit dem Balkenmäher wird langsam gemäht, damit die Tiere und Insekten Zeit haben, um sich einen anderen Unterschlupf zu suchen. Um das Mähen zusätzlich zu reduzieren, wird eine kleine Herde Heidschnucken an verschiedenen Orten zum Weiden auf das Areal gelassen.
Wenig Pestizide
Der Rosengarten beim Schweizer Paraplegiker-Zentrum ist ein von Patientinnen und Patienten geschätzter Rückzugsort. Dessen Pflege ist sehr aufwendig und nicht ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglich. Diese werden sehr sparsam und bewusst punktuell eingesetzt, um die Insekten möglichst nicht zu schädigen. Zudem wird bei einem Sortenwechsel der Pflanzen darauf geachtet, resistente Sorten zu verwenden, die weniger auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln angewiesen sind.
Umweltbildung vor Ort
Da auf dem Campus Nottwil eine hohe Biodiversität herrscht, eignet sich der Ort sehr gut für Anlässe zur Umweltbildung. So werden Fledermausexkursionen durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen den Nistkästen, dem Nahrungsangebot für die Insekten und den auf dem Areal anzutreffenden Fledermäusen aufzeigen. Regelmässige Arealführungen für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende oder Anwohnende durch die fachkundigen Gärtner informieren über deren Arbeit und die Bestrebungen für eine hohe Biodiversität. Auch Baumeisterkurse zur Ausbildung von Gemeindemitarbeitenden werden auf dem Areal durchgeführt.
Trockenmauer für Kleintiere
Vor dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum in der Nähe des Weihers entstand eine Trockenmauer. Die 12 Meter lange Trockenmauer wurde mit einem Experten und der Mitarbeit der Gärtner innerhalb von drei Wochen in Handarbeit erbaut. Sie sieht zahlreiche Nischen für verschiedenste Kleintiere vor. Um die Wanderung der Amphibien nicht zu stören, wurden Durchgänge eingebaut. Es wurden regional vorkommende Steine verwendet. Die Mauer wurde mit ausschliesslich einheimischen Pflanzen bepflanzt.
Unterschlupf für Wildbienen
An drei verschiedenen Standorten wurden mit angepasstem Substrat und Steinen auf 17 Quadratmetern zusätzlicher Lebensraum für im Boden lebende Wildbienen geschaffen. Das Substrat hat einen hohen Lehmanteil, was den Wildbienen das Bauen von Höhlen und Gängen erleichtert. Dabei wurde auf den Standort Rücksicht genommen, um eine Nähe zu einem möglichst reichen Nahrungsangebot zu bieten. Aufgrund der Anforderungen wurde dieser zusätzliche Lebensraum neben dem Insektenhotel beim Weiher, beim Lebensturm bei der Bushaltestelle und in Nähe einer Ruderalfläche und einer Blumenwiese beim Hotel & Conference Center Sempachersee errichtet.
Versiegelte Fläche reduziert
Um die versiegelten Flächen auf dem Campus Nottwil zu reduzieren, wurde der zentrale Begegnungsplatz im Mai 2024 naturnäher gestaltet. Dabei galt es, den grundsätzlichen Zweck des grossen Platzes zu erhalten, nämlich direkte Wege mit wenig Rollwiderstand für Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie Raum für Infrastrukturen bei Grossanlässen.
Zertifikat Natur und Wirtschaft seit 1999
Erstmals 1999 und seither regelmässig alle fünf Jahre erlangt der Campus Nottwil das «Zertifikat für naturnahe Firmenareale». Dazu wird der Austausch mit Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten aus der Region gesucht. Gemeinsam werden Möglichkeiten zur Entsiegelung der Flächen und zur Förderung einzelner Arten geprüft.
Fokus Ernährung
Nebst der Mobilität und Gebäudeinfrastruktur trägt die Lebensmittelproduktion am meisten zum gesamten CO2-Ausstoss eines Spitals bei. Deshalb optimieren die Restaurants auf dem Campus Nottwil laufend ihre Prozesse. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Reduktion von Lebensmittelabfällen. So führt beispielsweise die Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums seit 2022 jährlich eine aufschlussreiche Food-Waste-Erfassung durch. Ziel ist es, Massnahmen abzuleiten, um die Lebensmittelabfälle langfristig jedes Jahr um 3 Prozent zu senken. Zur weiteren positiven Entwicklung sollen vermehrt regionale und nationale Lebensmittel und davon ein noch grösserer Anteil an Gemüse und Früchten angeboten werden.
Negative Auswirkungen geringhalten
Die Gastronomie am Schweizer Paraplegiker-Zentrum arbeitet möglichst mit regional verankerten Produzentinnen und Produzenten sowie Lieferantinnen und Lieferanten zusammen. Einkaufsrichtlinien halten die Erwartungen an Produkt und Lieferung fest. So werden überwiegend in der Schweiz und bevorzugt integriert produzierte Produkte beschafft, die nicht zuletzt betreffend Tierwohl und Ökologie von Gesetzes wegen höhere Standards erfüllen. Kann die Regionalität bei einem Produkt nicht berücksichtigt werden, fällt die Wahl auf Produkte mit Umweltsiegel, beispielsweise MSC für Wildfisch oder Fairtrade. Ein weiterer Vorteil der regionalen Zusammenarbeit sind verkürzte Transportwege. Dabei werden, wenn immer möglich, Mehrweggebinde verlangt.
Anfahrtswege kurz halten
85 Prozent der eingekauften Volumen der Gastronomie am Schweizer Paraplegiker-Zentrum kommen von Lieferanten innerhalb 20 Kilometer Luftlinie. Wird der Kreis auf 50 Kilometer erweitert, sind es sogar 95 Prozent des Einkaufsvolumens.
Verwendete Lebensmittel
Den ökologischen Auswirkungen der Lebensmittelproduktion kann durch eine Verminderung tierischer Lebensmittel, die vermehrte Nutzung von Öko-Labels sowie die Berücksichtigung Schweizer und regionaler Lieferanten begegnet werden. Aufgrund der grossen Menge an Mahlzeiten, welche die Gastronomie auf dem Campus Nottwil anbietet, besteht hier ein wichtiger Hebel für Verbesserungen der Umweltauswirkungen.
Alle Angaben in den Grafiken betreffen die Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums.
Lebensmittelabfälle reduzieren
Exzellentes Messergebnis
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum engagiert sich gemeinsam mit dem Verein «United Against Waste» gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Die Messung im Jahr 2024 wird von Food Save Management als exzellentes Ergebnis bewertet.
Definition Lebensmittelabfälle
Die Lebensmittelabfall-Gesamtmenge umfasst alle Lebensmittelabfälle, die in der Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums anfallen. Darin enthalten sind auch Rüstabfälle sowie Flüssigkeiten wie Suppen und Saucen. Bei der Weiterverwendung von übrig gebliebenen Lebensmitteln ist den gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Lebensmittelsicherheit Rechnung zu tragen.
Rüstabfälle kompostieren
Seit September 2024 werden die Rüstabfälle auf dem Gelände beim Schweizer Paraplegiker-Zentrum kompostiert. Monatlich sind dies rund 500 Kilogramm. Die Rüstabfälle machen rund 20 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle aus. Der Kompost wird für die Düngung der Pflanzen auf dem Gelände verwendet.
Fokus Ressourcen
Der Stiftungsrat der Schweizer Paraplegiker-Stiftung definiert mit seiner Beschaffungspolitik die Leitplanken des Beschaffungswesens für Güter und Dienstleistungen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. Als Grundsatz zur Nachhaltigkeit verlangt die Beschaffungspolitik, dass beschaffte Güter und Dienstleistungen nachhaltig sind und hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Anforderungen genügen. Bei der Beurteilung einer Beschaffung sind die Kosten (Anschaffungs-, Betriebs- und Entsorgungskosten) sowie die sozialen und ökologischen Auswirkungen über den gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen. Entsprechend erfolgen spezifische Vorgaben in Bezug auf die soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Als Grundsatz zur Integrität steht die Paraplegiker-Gruppe für faire und transparente Lieferantenbeziehungen und hält sich konsequent an die geltenden Gesetze und Verordnungen. Die Lieferanten werden an ihrer Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und sozialen Verantwortung gemessen.
Sterilgutaufbereitung im Haus
Seit der Inbetriebnahme der Klinik im Jahr 1990 werden die Medizinprodukte für den Operationsbetrieb durch die interne Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) fachgerecht aufbereitet. Seit 2018 werden auch die Stationen und Ambulatorien von der ZSVA mit sterilen Medizinprodukten versorgt. Gesamthaft bereitete die interne Sterilgutaufbereitung im Jahr 2024 61 621 Instrumente auf.
Recycelte Ausgangsstoffe verwendet
Basierend auf dem Konzept für Kreislaufwirtschaft werden zunehmend recycelte Ausgangsstoffe verwendet. So wurde zwischen September und Oktober 2024 bei den Verbrauchsmaterialien Handpapier, Servietten, Kosmetiktücher und Toilettenpapier auf recycelte Materialien umgestellt. Gesamthaft wurden dadurch rund 19 Tonnen Papierstoffe aus recycelten Ausgangsstoffen eingesetzt. Die Beschaffung von weiteren Produkten aus Recyclingmaterial wird laufend geprüft.
Kartonboxen mehrfach verwendet
Das interne Zentrallager verschickte im Auftrag der Schweizer Paraplegiker-Gruppe im Jahr 2024 18 000 Sendungen in wiederverwendeten Kartons. Dies entspricht einem Kartonvolumen von 13 500 Kilogramm und einem Verbrauch von 4400 Kilogramm CO2, die durch die Wiederverwendung eingespart werden. Diese Einsparung entspricht umgerechnet etwa dem CO2-Ausstoss von 360 Autofahrten zwischen Luzern und Nottwil, hin und zurück.
Festgelegte Richtlinien für Entsorgung
Die Entsorgung von Abfällen erfolgt nach spezifischen Verfahren und festgelegten Richtlinien für die verschiedene Abfallkategorien.
Abfall aus dem Labor
Die Abfälle aus dem Labor werden in verschiedene Gruppen eingeteilt und in entsprechend gekennzeichneten Behältern gesammelt. Jede Abfallgruppe hat spezifische Entsorgungsrichtlinien. Infektiöse Abfälle mit potenziell gefährlichen Organismen werden vor der Entsorgung durch Autoklavieren inaktiviert. Der interne Transport der Abfälle wird durch geschultes Personal veranlasst. Die Abfälle werden an externe Entsorgungsspezialisten übergeben, die für die sichere und umweltgerechte Entsorgung verantwortlich sind.
Abfall aus der Apotheke
Für abgelaufene Medikamente, Betäubungsmittel, Chemikalien oder kontaminierte Abfälle gewährleistet die Spitalapotheke eine sichere und ordnungsgemässe Entsorgung. Die Rückgabe von den Pflegestationen an die Spitalapotheke ist klar definiert und funktioniert einwandfrei.
Abfall aus der Küche
Rüstabfälle werden seit 2024 auf dem Campus Nottwil kompostiert und in wertvollen Dünger umgewandelt. Weitere Bioabfälle werden einer Biogasanlage zugeführt. Dabei wird der abgebaute Kohlenstoff zu über 90 Prozent in Biogas umgewandelt, welches als erneuerbare Energie für Fahrzeug-Treibstoffe verwendet wird.
Abfallmanagement von Dritten
Alle medizinischen und sonstigen Sonderabfälle werden sicher gesammelt und durch zugelassene Entsorger fachgerecht entsorgt.
Erfassung abfallbezogener Daten
Die abfallbezogenen Daten werden regelmässig und vollständig erfasst.
Verbesserungspotenzial erkannt
In der Schweizer Paraplegiker-Gruppe fallen grosse Mengen von Abfall an. Im Jahr 2024 wurden gesamthaft 379 Tonnen Abfall gemessen. Dieser wird so weit wie möglich recycelt, trotzdem muss eine bedeutende Menge verbrannt werden. Es besteht Verbesserungspotenzial bezüglich der Vermeidung und Trennung von Abfall. Insbesondere medizinisches Einwegmaterial sowie die Verpackungen von Verbrauchsgütern stellen eine grosse Herausforderung dar.
Sonderabfälle werden gemäss gesetzlichen Vorgaben von einem zugelassenen Dienstleister (Remondis) entsorgt. Die Kennzahlen für Bioabfälle sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. Dies ist auf eine Anpassung der Berechnung zurückzuführen, indem die Dichte des Bioabfalls auf eine realistische Grösse von 0,5 Kilogramm pro Liter angepasst wurde.
(in Tonnen)
(in Tonnen CO2eq)
Überprüfung auf Umweltkriterien
Der Beschaffungs- und Logistikprozess der Schweizer Paraplegiker-Gruppe sieht vor, dass neue Lieferanten anhand von Umweltkriterien und Sozialkriterien bewertet werden. Dazu geben Lieferanten Auskunft über die verfolgten Nachhaltigkeitsziele, das Engagement und die Projekte betreffend Nachhaltigkeit, die Kreislaufwirtschaft und kreislauffähige Produkte des Unternehmens, den Standard für die Berichterstattung und zu den erreichten Nachhaltigkeitszertifikaten. Im Berichtsjahr wurden 100 Prozent der neuen Lieferanten anhand dieser Selbstauskunft bewertet.
Bei Ausschreibungen werden Lieferanten zusätzlich gezielt nach deren Kreislauffähigkeit befragt, beispielsweise anhand von Produktionsprozessen nach «Cradle to Cradle», von Verpackungen nach «Design for Recycling» oder der Partnerschaft mit PACE «Platform for Accelerating the Circular Economy».
Überprüfte Lieferanten
Mineralien und Metalle aus Konfliktgebieten
Die entsprechenden Vorgaben aus dem Schweizerischen Obligationenrecht finden für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe keine Anwendung, da die Paraplegiker-Gruppe Mineralien oder Metalle aus Konflikt- und Hochrisikogebieten weder einführt noch bearbeitet.
Kinderarbeit
Das Schweizerische Obligationenrecht verlangt von den Unternehmen eine Einschätzung, ob es im Rahmen des Beschaffungswesens in der Lieferkette zu Kinderarbeit hätte kommen können. Überwiegend werden Produkte und Dienstleistungen aus der Schweiz und der EU beschafft. Dadurch kann die Schweizer Paraplegiker-Gruppe das Risiko der Verletzung des Kinderarbeitsverbots in der Lieferkette eines Produktes a priori reduzieren.
Die Einkaufsorganisationen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe haben 2024 alle Schlüssellieferanten sowie Lieferanten mit Produkten, die gemäss UNICEF-Index mittlere Risiken im Bereich Kinderarbeit aufweisen, um Auskunft zu Sorgfaltspflicht und Transparenz bezüglich Kinderarbeit angeschrieben. Knapp 90 Prozent der angeschriebenen Lieferanten haben die Deklaration beantwortet und Kinderarbeit ausgeschlossen. Von den restlichen Lieferanten war die Antwort per 31. Dezember 2024 ausstehend. Deshalb kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass gewisse Produkte aus Ländern ein- und weiterverkauft werden, die gemäss UNICEF-Index mittlere Risiken im Bereich Kinderarbeit aufweisen.
Lieferantendeklaration angefordert
Transparenz bezüglich Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten und Kinderarbeit
Gemäss Artikel 964j Absatz 1 OR müssen Unternehmen, deren Sitz, Hauptverwaltung oder Hauptniederlassung sich in der Schweiz befindet, in der Lieferkette Sorgfaltspflichten einhalten und darüber Bericht erstatten, wenn sie:
- Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold enthaltende Mineralien oder Metalle aus Konflikt- und Hochrisikogebieten in den freien Verkehr der Schweiz überführen oder in der Schweiz bearbeiten; oder
- Produkte oder Dienstleistungen anbieten, bei denen ein begründeter Verdacht besteht, dass sie unter Einsatz von Kinderarbeit hergestellt oder erbracht wurden.
Mineralien und Metalle aus Konfliktgebieten
Die entsprechenden Vorgaben aus dem Schweizerischen Obligationenrecht finden für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe keine Anwendung, da die Paraplegiker-Gruppe Mineralien oder Metalle aus Konflikt- und Hochrisikogebieten weder einführt noch bearbeitet.
Kinderarbeit
Das Schweizerische Obligationenrecht verlangt von den Unternehmen eine Einschätzung, ob es im Rahmen des Beschaffungswesens in der Lieferkette zu Kinderarbeit hätte kommen können. Überwiegend werden Produkte und Dienstleistungen aus der Schweiz und der EU beschafft. Dadurch kann die Schweizer Paraplegiker-Gruppe das Risiko der Verletzung des Kinderarbeitsverbots in der Lieferkette eines Produktes a priori reduzieren.
Lieferantendeklaration
Die Einkaufsorganisationen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe haben 2024 alle Schlüssellieferanten sowie Lieferanten mit Produkten, die gemäss UNICEF-Index mittlere Risiken im Bereich Kinderarbeit aufweisen, um Auskunft zu Sorgfaltspflicht und Transparenz bezüglich Kinderarbeit angeschrieben. Knapp 90 Prozent der angeschriebenen Lieferanten haben die Deklaration beantwortet und Kinderarbeit ausgeschlossen. Von den restlichen Lieferanten war die Antwort per 31. Dezember 2024 ausstehend. Deshalb kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass gewisse Produkte aus Ländern ein- und weiterverkauft werden, die gemäss UNICEF-Index mittlere Risiken im Bereich Kinderarbeit aufweisen.
Umwelt-Zertifikat für PET-Recycling
Seit Januar 2024 weitet das Schweizer Paraplegiker-Zentrum die Abfalllogistik bis an den Arbeitsplatz aus. Anstelle von individuellen Abfalleimern stehen an 21 Standorten Recyclingstationen zur Trennung von PET, Kunststoff, Alu, Batterien und Abfall zur Verfügung. Zahlreiche weitere Abfallkategorien werden in zentralen Sammelräumen gesammelt. Dank dieser Massnahme konnten allein 5134 Kilogramm PET-Getränkeflaschen gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt werden. Mit Information und Aufklärung wird sichergestellt, dass Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten, Besuchende und Gäste den Recyclingprozess möglichst unterstützen.
Fokus Menschen
Die Mitarbeitenden der Schweizer Paraplegiker-Gruppe arbeiten über alle Gesellschaften und Abteilungen hinweg eng zusammen. Gemeinsam bilden sie das einzigartige Leistungsnetz, das Menschen mit Querschnittlähmung in Nottwil und von dort aus in der ganzen Schweiz zur Verfügung steht. Den Mitarbeitenden gute Arbeitsbedingungen, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist für die Paraplegiker-Gruppe zentral. Entsprechend ist einer der strategischen Schwerpunkte auf Massnahmen ausgerichtet, welche die Attraktivität als Arbeitgeberin weiter erhöhen.
Seit ihrer Gründung verfolgt die Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit ihren Gruppengesellschaften die Vision einer ganzheitlichen Rehabilitation von querschnittgelähmten Menschen. Diese umfasst Leistungen von der medizinischen und therapeutischen Behandlung bis zur beruflichen Wiedereingliederung und lebenslangen Begleitung. Zahlreiche Leistungen sind einzig durch Mitgliederbeiträge und Spendengelder möglich. Die ganzheitliche Rehabilitation ebnet Menschen mit einer Paraplegie oder Tetraplegie den Weg zurück in die Familie, den Beruf und die Gesellschaft. Davon profitieren alle – Betroffene und das Gemeinwesen.
Veränderung der Mitarbeitendenzahlen
Fluktuation
Fluktuationsrelevant sind Kündigungen durch Arbeitnehmende oder Arbeitgebende, Austritte nach Mutterschaft und vorzeitige Pensionierungen. Die Anzahl Austritte wird in Bezug gesetzt zu der Anzahl der Mitarbeitenden der entsprechenden Alterskategorie.
Familien unterstützen
Mit einer betriebsinternen Kindertagesstätte, 16 Wochen Mutterschaftsurlaub bei vollem Lohn, vier Wochen Vaterschaftsurlaub, einer Betreuungswoche für Kinder während der Sommerferien, einer freiwilligen Sozialzulage für Familien, Teilzeitarbeit für Frau und Mann, Co-Leitungsfunktionen und einem attraktiven Fort- und Weiterbildungsprogramm fördert die Schweizer Paraplegiker-Gruppe die Chancengleichheit.
Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe informiert ihre Mitarbeitenden stufengerecht und innerhalb angemessener Frist über wichtige Geschäftsvorgänge. Generell wird eine wirkungsvolle, offene und ehrliche Kommunikation angestrebt. Das geschieht beispielsweise an Personalinformationsveranstaltungen, via internes Newsportal, im Mitarbeitendenmagazin und über die Linie. Die Personalkommission der Schweizer Paraplegiker-Gruppe übernimmt eine wichtige Funktion im Austausch zwischen Mitarbeitenden und Arbeitgeberin. Sie hat per Reglement ein Recht auf Information und angemessene Mitsprache.
Das Hotel & Conference Center Sempachersee untersteht dem Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes. Das Hotel pflegt einen engen Austausch mit den Mitarbeitenden und stellt sicher, dass sie stets frühzeitig und umfassend informiert sind. Auch wenn es keine gesetzliche Verpflichtung gibt, sieht das Hotel es als seine soziale Verantwortung, entsprechend zu handeln.
Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
Sicherheitsorganisation eingerichtet
Für eine systematische Erfassung und Reduktion der gesundheitlichen Risiken am Arbeitsplatz gemäss Richtlinie 6508 der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) kommt im Schweizer Paraplegiker-Zentrum, bei der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, bei SIRMED und bei ParaHelp die Branchenlösung von «H+ Die Spitäler der Schweiz» zur Anwendung. Die EKAS-Richtlinie 6508 verlangt von Betrieben eine Sicherheitsorganisation, die die Verantwortlichkeit für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung im Betrieb aufzeigt und die notwendigen Abläufe festhält. Die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, die Schweizer Paraplegiker-Forschung, Active Communication und das Hotel & Conference Center Sempachersee sind von der Branchenlösung abgekoppelt und organisieren die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz, angelehnt an die Schweizer Paraplegiker-Gruppe, eigenständig. Orthotec untersteht bei Arbeits- und Gesundheitsschutz der Suva.
Umsetzung und Überprüfung sichergestellt
Bei der Wahl und Umsetzung von Massnahmen zur Arbeitssicherheit verpflichtet sich die Schweizer Paraplegiker-Gruppe, alle relevanten schweizerischen Gesetze sowie geltende Richtlinien und Empfehlungen zu berücksichtigen. Ein eigens berufener Sicherheitsbeauftragter ist zuständig für die Umsetzung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung. Die Sicherheitsanstrengungen werden intern auditiert sowie extern durch die Branchenlösung «H+ Die Spitäler der Schweiz» und Kontrollorgane wie Suva (Unfallversicherer), Seco (Staatssekretariat für Wirtschaft) und kantonales Arbeitsinspektorat regelmässig überprüft und mit einem Kontrollbericht bewertet. Die daraus resultierenden Empfehlungen sind umzusetzen. Die Kontrollberichte werden den Direktoren und Geschäftsführenden der Gruppengesellschaften zugestellt. Sie tragen die oberste Verantwortung für die Arbeitssicherheit und die Gesundheitsförderung in ihren Gesellschaften. Externe Mitarbeitende und Fremdfirmen, welche technische Systeme und Anlagen betreuen, haben bei ihrer Arbeit auf dem Campus Nottwil die Sicherheitsstandards der Paraplegiker-Gruppe zu übernehmen.
Gesundheitsmanagement wiederholt ausgezeichnet
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe wurde im November 2023 zum fünften Mal mit dem Label «Friendly Work Space» ausgezeichnet und darf dieses für weitere drei Jahre verwenden. Die Assessorinnen von Gesundheitsförderung Schweiz1 bestätigten die Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements auf hohem Standard. Dabei geht es beispielsweise um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Entwicklungsmöglichkeiten und Chancengleichheit der Mitarbeitenden, die soziale Verantwortung des Unternehmens bis hin zu Umweltschutz und Engagement im Interesse des Gemeinwohls. Als besonders positiv wurde festgestellt, dass die Geschäftsleitung Massnahmen zur Gesundheitsförderung mit Priorität unterstützt.
Friendly Work Space
Zum fünften Mal erreicht die Schweizer Paraplegiker-Gruppe eine makellose Rezertifizierung als Arbeitgeberin mit einem besonders verantwortungsvollen betrieblichen Gesundheitsmanagement. Sie ist seit 2011 zertifiziert.
Regelmässige Gefahrenermittlung etabliert
Die Vorgesetzten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe sind verpflichtet, mögliche Gefahren durch spezialisierte Personen für Arbeitssicherheit abklären zu lassen. Zudem werden alle drei Jahre gesetzlich vorgeschriebene Erhebungen zu möglichen Gesundheitsgefahren im Betrieb durchgeführt. Die Gefahrenermittlung erfolgt mit Checklisten der Branchenlösung H+, der Suva sowie durch eigene Erhebungen. Zur objektiven und selbstkritischen Durchführung der Gefahrenermittlung sind nebst dem Sicherheitsbeauftragten auch der oder die Linienvorgesetzte sowie eine Angestellte oder ein Angestellter der entsprechenden Abteilung involviert. Weiter können alle Angestellten der Paraplegiker-Gruppe ein ungewolltes Ereignis, das Angestellte gefährdet, aber nicht geschädigt hat, im «Critical Incident Reporting System» (CIRS) melden. Meldungen im CIRS sind für alle Angestellten anonym und sanktionsfrei möglich und werden als Beitrag zur gelebten Sicherheitskultur geschätzt.
Medizinischer Dienst gewährleistet
Die Aufgaben des arbeitsmedizinischen Dienstes bei der Schweizer Paraplegiker-Gruppe umfassen Ein- und Austrittsuntersuchungen, Behandlung bei Expositionen, Notfallsituationen, arbeitsmedizinische Untersuchungen bei Nachtarbeit, periodische Gesundheitskontrollen, Überprüfung des Impfstatus sowie Dokumentation und Verwaltung. Für eine Konsultation melden sich die Angestellten beim Ambulatorium im Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Der arbeitsmedizinische Dienst ist der ärztlichen Schweigepflicht, dem Persönlichkeitsschutz und dem Datenschutz verpflichtet.
Im Austausch für die Sicherheit am Arbeitsplatz
Mitarbeitendenbeteiligung aktiv gefördert
Eine Arbeitsgruppe für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung dient der breiten Abstützung von Aktivitäten zu diesen Themen. Die Arbeitsgruppe besteht aus verschiedenen Mitgliedern, die unterschiedliche Bereiche der Organisation vertreten. Zusammen erarbeiten sie Empfehlungen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung, definieren Jahresziele und überwachen die Umsetzung von Massnahmen. Der Kern der Arbeitsgruppe trifft sich zu regelmässigen Sitzungen und besteht aus der Verantwortlichen für das Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), dem Sicherheitsbeauftragten und dem Experten für Spitalhygiene. Weitere Mitglieder der Arbeitsgruppe werden bei Bedarf hinzugezogen, darunter Vertreter von Pflegemanagement, arbeitsmedizinischem Dienst, Prozess- und Qualitätsmanagement, Bio-Sicherheit Labor, Personalkommission, Risikomanagement und Führungsorganen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe.
Mitspracherecht per Gesetz gegeben
Den Angestellten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe steht in allen Fragen der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsförderung ein Mitspracherecht zu (Art. 82/2 UVG, Art 6 VUV). Das Mitspracherecht umfasst den Anspruch auf frühzeitige und umfassende Anhörung sowie das Recht, der Direktion Vorschläge zu unterbreiten. Damit Information und Mitsprache bei wichtigen betrieblichen Veränderungen mit wesentlichen Auswirkungen auf das Personal frühzeitig diskutiert werden können, amtet innerhalb der Paraplegiker-Gruppe unter anderem eine Personalkommission.
Sicherheit umfassend geschult
Für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz stehen vielfältige Informationen und Schulungen für alle Angestellten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe zur Verfügung. Diese werden von der Arbeitsgruppe für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung organisiert und durchgeführt. Dazu zählen Einführungstage für neue Angestellte sowie innert 14 Tagen nach Stellenantritt eine Besprechung zur Arbeitssicherheit am Arbeitsplatz mit der Führungsperson anhand einer Checkliste. Ausserdem gehören dazu unter anderem Schulungen für Linienvorgesetzte, obligatorische Sicherheitsgrundkurse, Brandschutzschulungen, regelmässige Schulungen zu Arbeitssicherheit und Hygiene sowie spezifische Kurse wie Ergonomie- und Rückenschulungen oder Kinästhetik-Übungen.
Weitreichende Gesundheitsförderung
Drei Säulen für die Mitarbeitendengesundheit
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe betreibt ein ausgezeichnetes Betriebliches Gesundheitsmanagement. Es befasst sich mit der Prävention von Unfällen und Krankheiten, begleitet längere Absenzen mittels Case Management, organisiert Seminare und Gesundheitsanlässe und steht bei Fragen zur Gesundheit allen Angestellten zur Verfügung.
Zur Gesundheitsförderung bietet die Paraplegiker-Gruppe folgende Programme an:
- koordinierte Beratungsgespräche bei internen Stellen wie Psychologie, Sozialberatung, Seelsorge, Rechtsberatung und Betrieblichem Gesundheitsmanagement
- betriebliches Mentoring für Lernende und Studierende
- Kursangebote zum Umgang mit Belastungen
- Sportprogramme: Die Sporteinrichtungen auf dem Campus Nottwil, wie Schwimmhalle, Tennisplatz, Kraftraum, können von allen Angestellten genutzt werden.
- Entspannungsangebote
- Jahresmotto mit interaktiven Anlässen, Tipps und Tricks im Alltag sowie Anregungen zur Selbstfürsorge
- diverse Kursangebote für psychische und physische Gesundheit
Case Management für Wiedereingliederung
Das berufliche Gesundheitsmanagement der Schweizer Paraplegiker-Gruppe begleitet Mitarbeitende nach längeren Absenzen zurück in den Arbeitsprozess. In 75 Prozent der Fälle (bei 53 von 70 Mitarbeitenden) gelang eine Wiedereingliederung bei den durch das Case-Management begleiteten Langzeitausfällen innerhalb der Paraplegiker-Gruppe. Lediglich eine Person konnte nicht im ersten Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Verglichen mit Unternehmen aus dem Gesundheitswesen entspricht dies laut Versicherer ElipsLife einem sehr hohen Wert.
Aus- und Weiterbildung
Bildung und Entwicklung erwünscht
Weil die Behandlung, Betreuung und Beratung von rückenmarkverletzten Menschen nicht nur spezifisches Fachwissen, sondern auch eine hohe Kommunikationsfähigkeit und viel Einfühlungsvermögen verlangt, nehmen die Gesellschaften der Schweizer Paraplegiker-Gruppe die Ausbildung von Nachwuchskräften, die Weiterbildung von Berufseinsteigenden nach einem Studium sowie die Fortbildung von Fachpersonal selbst in die Hand.
Zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung bietet die Schweizer Paraplegiker-Gruppe ein thematisch breites internes Bildungsangebot sowie eine Kostenbeteiligung bei externen Fort- und Weiterbildungen. Für Führungskräfte gibt es spezielle Führungsseminare, die auf die Bedürfnisse der Paraplegiker-Gruppe zugeschnitten sind. Ein Talentprogramm fördert ausgewählte Mitarbeitende in spezifischen und zukunftsgerichteten Kompetenzen und ermöglicht eine interprofessionelle Projektarbeit. Weitere Bedürfnisse können mit individuellen Mentoring- oder Coachingangeboten abgedeckt werden.
Programme zur Vorbereitung auf die Pensionierung helfen Mitarbeitenden, sich mental und praktisch auf den Ruhestand vorzubereiten.
Beurteilung von Leistung und beruflicher Entwicklung
Aufgrund von Ziel- und Leistungsvereinbarungen wird jährlich ein Beurteilungsgespräch mit allen Festangestellten geführt. Diese bereiten sich mit einer Selbsteinschätzung auf das Gespräch vor. Mithilfe einer sogenannten Perspektiven-Plattform, die zahlreiche Lern- und Karrieremöglichkeiten aufzeigt, werden sie zudem eingeladen, eigene Entwicklungsziele vorzuschlagen. Der Zielerreichungsgrad wird halbjährlich mit einem Mitarbeitendengespräch überprüft.
100 Prozent aller Angestellten in ausgebildeter Funktion und mit unbefristetem Arbeitsvertrag erhalten eine regelmässige Beurteilung.
Diversität und Chancengleichheit
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe achtet und schützt die Persönlichkeit der Mitarbeitenden und duldet keine Diskriminierung, namentlich nicht aus rassistischen Motiven sowie wegen der Herkunft, der Geschlechtsidentität, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der sexuellen Orientierung, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen und psychischen Behinderung. Die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frau und Mann wird aktiv gefördert. Als Institution mit schweizweiter Bedeutung ist die Paraplegiker-Gruppe bestrebt, die Vielfalt des Landes auch im eigenen Haus abzubilden.
Lohngerechtigkeit
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe legt grossen Wert auf Lohngerechtigkeit und stellt sicher, dass die Vergütung der Mitarbeitenden marktgerecht und fair ist. Die Höhe des Lohns wird durch das Human Resources Management zusammen mit der jeweiligen Führungskraft festgelegt und orientiert sich an der Funktion, der Erfahrung, den Aus- und Weiterbildungen sowie der Leistung der Mitarbeitenden. Es wird darauf geachtet, dass das generelle Lohnniveau sowohl intern als auch extern berücksichtigt wird.
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum wurde aufgrund der Analyse durch eine unabhängige Prüfstelle des Vereins für Chancen- und Lohngleichheit (VCLG) mit dem Lohngleichheitszertifikat ausgezeichnet. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung führt 2025 dieselbe Prüfung mit dem Analyse-Tool des Bundes durch.
Sicherheit bei Produkten und Leistungserbringung
Systematische Überprüfung
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe überprüft und beurteilt systematisch und mit verschiedenen Massnahmen die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf Gesundheit und Sicherheit. Die Gruppengesellschaften rapportieren die Entwicklungen jährlich anhand einer umfassenden Managementbewertung.
Sicherheit dank Managementsystem
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe lässt ihre Qualitäts- und Managementsysteme regelmässig auditieren. Durch ihr Qualitätsmanagement gewährleistet sie eine weitreichende Überprüfung ihrer zentralen Produkte und Dienstleistungen. Die aktuell erreichten Zertifizierungen sind unter anderem im Online-Jahresbericht bei den Gruppengesellschaften ausgewiesen.
Sicherheit bei Dienstleistungen
Alle Angestellten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe können ein ungewolltes Ereignis, das Angestellte oder Patientinnen und Patienten gefährdet, aber nicht geschädigt hat, im «Critical Incident Reporting System» (CIRS) melden. Meldungen im CIRS sind für alle Angestellten anonym und sanktionsfrei möglich und werden als Beitrag zur gelebten Sicherheitskultur geschätzt. Patientenbezogene Zwischenfälle, bei denen eine Patientin oder ein Patient zu Schaden kommt, werden systematisch erfasst. Alle Meldungen dienen der Analyse und Verbesserung der Patientensicherheit sowie der Qualität der Gesundheitsversorgung.
Sicherheit bei Medizinprodukten
Die Materiovigilance dient dem Risikomanagement beim Einsatz von Medizinprodukten. 100 Prozent der medizintechnischen Systeme mit therapeutischer oder diagnostischer Funktion, die an der Patientin oder am Patienten genutzt werden, werden zwingend inventarisiert. Damit stellt das Schweizer Paraplegiker-Zentrum sicher, das gewartete, einwandfrei funktionierende Systeme angewendet werden. Vorkommnisse beim Einsatz medizintechnischer Systeme müssen von Mitarbeitenden innerhalb von zwei Tagen gemeldet werden (Art. 66 Abs. 4 der MepV, Medizinprodukteverordnung des Bundes).
Sicherheit im Arbeitsalltag
Im Jahr 2024 führte das Qualitätsmanagement in enger Kooperation mit SIRMED die «Safety Walks / Safety Talks» als integralen Bestandteil des Sicherheitsmanagements am Schweizer Paraplegiker-Zentrum ein. Safety Walks / Safety Talks bieten eine strukturierte Plattform, auf der Führungskräfte, Qualitätsverantwortliche und Mitarbeitende gezielt über Sicherheitsaspekte und mögliche Gefährdungen im Arbeitsalltag sprechen können. Ziel dieser Rundgänge und Gespräche ist es, Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Massnahmen zur Risikominimierung zu entwickeln. Die Beobachtungen und Rückmeldungen zeigen, dass die Walks und Talks das Bewusstsein für Sicherheitsaspekte stärken und eine offene Kommunikationskultur fördern. Der abschliessende Evaluationsbericht wird im Jahr 2025 vorliegen.
Messung der Mitarbeitendenzufriedenheit
Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe führt alle zwei Jahre eine Mitarbeitendenbefragung durch. Abgefragte Zielgrössen sind das Commitment, die Zufriedenheit, die Attraktivität der Arbeitgeberin sowie die Weiterempfehlungsrate der Arbeitgeberin. Im Jahr 2023 beteiligten sich 71 Prozent der Mitarbeitenden an der anonymen Umfrage. Die Resultate zeigen ein sehr gutes Bild: 77 Prozent der Mitarbeitenden sind zufrieden, sogar 88 Prozent empfehlen die Paraplegiker-Gruppe weiter und 80 Prozent bestätigen, dass die Paraplegiker-Gruppe eine attraktive Arbeitgeberin ist. Damit wies die Bewertung gruppenweit gesehen eine Steigerung in allen Zielgrössen aus und markierte die Paraplegiker-Gruppe als eine der besten Arbeitgeberinnen im Gesundheitswesen.
Fokus Management
Es ist eine Führungsaufgabe, die Geschäftstätigkeit und die Unternehmenskultur auf Nachhaltigkeit auszurichten. Um diesbezüglich weiterhin verantwortungsbewusst und grundlegend für alle Gruppengesellschaften zu agieren, fliesst das Thema Nachhaltigkeit als Prämisse in die Strategie 2025–2029 ein. Diese wurde gemeinsam mit den Direktoren und Geschäftsführenden der Gruppengesellschaften erarbeitet und vom Stiftungsrat im Jahr 2024 verabschiedet. Entsprechend den neuen strategischen Ausrichtungen überarbeitete die Schweizer Paraplegiker-Stiftung die Ziel- und Zusammenarbeitsvereinbarungen mit ihren Gruppengesellschaften. Sie beauftragt damit die Direktoren und Geschäftsführenden, die nachhaltige Entwicklung weiter zu fördern.
Die Fortschritte werden anhand von Zielgrössen gemessen und es wird die Einhaltung der einschlägigen Standards, Gesetze und Vorschriften sichergestellt. Im Rahmen der Beschaffungspolitik der Schweizer Paraplegiker-Gruppe wird auch das Zuliefergeschäft der Unternehmen überwacht, um zu gewährleisten, dass ihre Lieferanten dieselben Werte und Prinzipien anwenden und die international anerkannten Menschenrechte einhalten. Als erste Gesellschaft der Paraplegiker-Gruppe liess sich das Schweizer Paraplegiker-Zentrum im Jahr 2024 im Umweltmanagement gemäss ISO 14001:2015 zertifizieren.
Nachhaltigkeit der Vermögensanlagen
Die Pensionskasse der Schweizer Paraplegiker-Gruppe (PK SPG) setzt verschiedene Instrumente ein, um nachhaltig zu investieren. Quartalsweise wird ein Investment Reporting mit einer Nachhaltigkeitsanalyse erstellt und im Anlageausschuss besprochen. Der Grossteil der Aktien und Obligationen sind nach den Grundsätzen des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen SVVK-ASIR angelegt.
Die PK SPG ist Mitglied von Ethos, Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung. In den Ethos Engagement Pools Schweiz und International werden die Interessen im Bereich ESG von institutionellen Investoren gebündelt und im Dialog mit Unternehmen Entwicklungen in Richtung ESG herbeigeführt.
Gesundheitspolitische Interessen
Austausch mit der Politik
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung engagiert sich auf politischer Ebene für die Interessen von Menschen mit Querschnittlähmung. Um den regelmässigen Austausch mit der Politik zu fördern, hat die Paraplegiker-Stiftung im Jahr 2019 einen politischen Beirat gebildet. Dieser besteht aus Bundesparlamentarierinnen und Bundesparlamentariern aus allen Parteien, die sich sozial- und gesundheitspolitisch engagieren. Mitglieder und Funktionsweise sind transparent auf der Website publiziert. Im Berichtszeitraum hat ein Treffen stattgefunden.
Parteispenden
Mit einer Richtlinie zu «Public Affairs» setzt die Schweizer Paraplegiker-Gruppe einen Rahmen für ihre Aktivitäten im Umgang mit Politikerinnen und Politikern, Behörden, Verwaltungen, Verbänden und involvierten Stakeholdern. «Public Affairs» unterstützt die Kernaktivitäten gemäss der Gruppenstrategie der Paraplegiker-Gruppe für optimale Rahmenbedingungen in den Leistungsfeldern Solidarität, Medizin, Bildung-Forschung-Innovation sowie Integration und lebenslange Begleitung im Hinblick auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Querschnittlähmung in der Schweiz. Im Berichtszeitraum erfolgten keine Parteispenden.
Datenschutz und Datensicherheit
Kundendaten, wie solche von Patientinnen und Patienten, Klientinnen und Klienten oder Mitgliedern, aber auch die Daten von Mitarbeitenden, erachtet die Schweizer Paraplegiker-Gruppe als besonders schützenswerte Personendaten. Zu diesem Zweck betreibt die Paraplegiker-Gruppe ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS), das im Jahr 2022 nach der Norm ISO 27001:2013 erstzertifiziert wurde. Die ICT-Infrastruktur erfüllt mit den vorhandenen Ressourcen die regulatorischen Anforderungen gegen Missbrauch oder Zweckentfremdung von Daten. Die Arbeitsgruppe für Informationssicherheit tagt regelmässig und bearbeitet Hinweise oder Meldungen zum Datenschutz. Ein Datenschutzbeauftragter im Mandatsverhältnis ist für alle internen und externen Anforderungen zum Datenschutz verantwortlich. Ein Informationssicherheitsverantwortlicher ist verantwortlich für die Informationssicherheit und den Betrieb des ISMS. Alle Mitarbeitenden werden regelmässig geschult und mit Awareness-Kampagnen sensibilisiert. Kontrollen finden statt.
Für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe liegen keine begründeten Beschwerden vor.
Erstzertifizierung im Umweltmanagement erreicht
Als erste Gesellschaft der Paraplegiker-Gruppe liess sich das Schweizer Paraplegiker-Zentrum im Jahr 2024 im Umweltmanagement gemäss ISO zertifizieren. In nur vier Monaten hat die Spezialklinik ihr Umweltmanagement mit Prozessen und Messgrössen gemäss ISO 14001:2015 aufgebaut, dokumentiert und erfolgreich eingeführt. Die ISO-Norm 14001 legt den Fokus auf den kontinuierlichen Verbesserungsprozess und umfasst insbesondere den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen wie Energie, Materialien, Wasser sowie am Ende der Prozesskette mit dem Abfall und den Emissionen.