GRI-Inhaltsindex

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe hat in Anlehnung an die GRI-Standards für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2025 berichtet

Verwendeter GRI

GRI 1: Grundlage 2021

Anwendbare(r) GRI Sektorstandard(s)

Keine

Standard/Angabe

Kommentar/Auslassungsbegründung

Allgemeine Angaben

GRI 2: Allgemeine Angaben 2021

1. Die Organisation und ihre Berichterstattungspraktiken

2-1:

Organisationsprofil

2-2:

Entitäten, die in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Organisation berücksichtigt werden

2-3:

Berichtszeitraum, Berichtshäufigkeit und Kontaktstelle

Der Nachhaltigkeitsbericht umfasst das Kalenderjahr 2025 und erscheint am 27. April 2026 als Teil des Jahresberichts der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. Die Paraplegiker-Gruppe berichtet jährlich. Bei Fragen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung: Schweizer Paraplegiker-Stiftung, Fachgruppe Nachhaltigkeit, Guido A. Zäch Strasse 10, 6207 Nottwil, nachhaltig@paraplegie.ch

2-4:

Richtigstellung oder Neudarstellung von Informationen

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist bestrebt, möglichst umfassende und genaue Messungen durchzuführen. Neue oder genauere Messmethoden sind bei den Angaben zu den Fokusthemen beschrieben.

2-5:

Externe Prüfung

Keine

2. Tätigkeiten und Mitarbeitende

2-6:

Aktivitäten, Wertschöpfungskette und andere Geschäftsbeziehungen

2-7:

Angestellte

2-8:

Mitarbeitende, die keine Angestellten sind

3. Unternehmensführung

2-9:

Führungsstruktur und Zusammensetzung

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe wird gemäss den Leitlinien der in der Schweiz üblichen Nonprofit-Governance-Regeln geführt.

2-10:

Nominierung und Auswahl des höchsten Kontrollorgans

2-11:

Vorsitz des höchsten Kontrollorgans

2-12:

Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Beaufsichtigung der Bewältigung der Auswirkungen

2-13:

Delegation der Verantwortung für das Management der Auswirkungen

2-14:

Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Der Stiftungsrat genehmigt den konsolidierten Jahresbericht und den Nachhaltigkeitsbericht der Schweizer Paraplegiker-Gruppe.

2-15:

Interessenkonflikte

2-16:

Übermittlung kritischer Anliegen

2-17:

Gesammeltes Wissen des höchsten Kontrollorgans

2-18:

Bewertung der Leistung des höchsten Kontrollorgans

Gegenwärtig findet keine Bewertung der Leistung des Stiftungsrats hinsichtlich des Nachhaltigkeitsmanagements statt.

2-19:

Vergütungspolitik

2-20:

Verfahren zur Festlegung der Vergütung

2-21:

Verhältnis der Jahresgesamtvergütung

4. Strategie, Richtlinien und Praktiken

2-22:

Anwendungserklärung zur Strategie für nachhaltige Entwicklung

2-23:

Verpflichtungserklärung zu Grundsätzen und Handlungsweisen

2-24:

Einbeziehung der Verpflichtungserklärung zu Grundsätzen und Handlungsweisen

2-25:

Verfahren zur Beseitigung negativer Auswirkungen

2-26:

Verfahren für die Einholung von Ratschlägen und die Meldung von Anliegen

2-27:

Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen

2-28:

Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen

5. Einbindung von Stakeholdern

2-29:

Ansatz für die Einbindung von Stakeholdern

2-30:

Tarifverträge

Standard/Angabe

Kommentar/Auslassungsbegründung

Wesentliche Themen

GRI 3: Wesentliche Themen 2021

3-1:

Verfahren zur Bestimmung wesentlicher Themen

3-2:

Liste der wesentlichen Themen 

Fokus Menschen

GRI 3: Wesentliche Themen 2021

3-3:

Management der wesentlichen Themen

GRI 401: Beschäftigung 2016

401-1:

Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation

401-2:

Betriebliche Leistungen, die nur vollzeitbeschäftigten Angestellten, nicht aber Zeitarbeitnehmenden oder teilzeitbeschäftigten Angestellten angeboten werden

401-3:

Elternzeit

GRI 402: Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis 2016

402-1:

Mindestmitteilungsfrist für betriebliche Veränderungen

GRI 403: Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz 2018

403-1:

Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

403-2:

Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen

403-3:

Arbeitsmedizinische Dienste

403-4:

Mitarbeitendenbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

403-5:

Mitarbeitendenschulungen zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

403-6:

Förderung und Gesundheit der Mitarbeitenden

403-8:

Mitarbeitende, die von einem Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz abgedeckt sind

GRI 404: Aus- und Weiterbildung 2016

404-1:

Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellten

404-2:

Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur Übergangshilfe

404-3:

Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmässige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer beruflichen Entwicklung erhalten

GRI 405: Diversität und Chancengleichheit 2016

405-1:

Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten

405-2:

Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern

GRI 406: Nichtdiskriminierung 2016

406-1:

Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemassnahmen

GRI 416: Kundengesundheit und -sicherheit 2016

416-1:

Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit

Eigene Angabe

Award dank positiven Rückmeldungen

Schweizer Spitzenwert bei Berufstätigkeit

Gemeinschaftsprojekt für mehr Gleichstellung

Schutz vor Brand- und Umweltschäden

Fokus Energie und Infrastruktur

GRI 3: Wesentliche Themen 2021

3-3:

Management der wesentlichen Themen

GRI 302: Energie 2016

302-1:

Energieverbrauch innerhalb der Organisation

302-3:

Energieintensität

302-4:

Verringerung des Energieverbrauchs

GRI 303: Wasser und Abwasser 2018

303-1:

Wasser als gemeinsam genutzte Ressource

303-2:

Umgang mit den Auswirkungen der Wasserrückführung

GRI 305: Emissionen 2016

305-1:

Direkte THG-Emissionen (Scope 1)

305-2:

Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2)

305-3:

Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

305-4:

Intensität der THG-Emissionen

305-5:

Senkung der THG-Emissionen

Die vorgesehenen Senkungspfade für die Emission von Treibhausgasen spiegeln sich in den Grafiken bei GRI 302-4 und 305-4 wider.

Fokus Mobilität

GRI 3: Wesentliche Themen 2021

3-3:

Management der wesentlichen Themen

GRI 305: Emissionen 2016

305-3:

Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

Eigene Angabe

Mobilitätskonzept für Mitarbeitende

Fokus Ernährung

GRI 3: Wesentliche Themen 2021

3-3:

Management der wesentlichen Themen

GRI 101: Biodiversität 2024

101-4:

Identifizierung der Auswirkungen auf die Biodiversität

GRI 204: Beschaffungspraktiken 2016

204-1:

Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten

GRI 301: Materialien 2016

301-1:

Eingesetzte Materialien nach Gewicht und Volumen

GRI 306: Abfall 2020

306-3:

Angefallener Abfall

Fokus Ressourcen

GRI 3: Wesentliche Themen 2021

3-3:

Management der wesentlichen Themen

GRI 301: Materialien 2016

301-1:

Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen

301-3:

Wiederverwertete Produkte und ihre Verpackungsmaterialien

GRI 306: Abfall 2020

306-1:

Anfallender Abfall und erhebliche abfallbezogene Auswirkungen

306-2:

Management erheblicher abfallbezogener Auswirkungen

306-3:

Angefallener Abfall

306-4:

Von Entsorgung umgeleiteter Abfall

306-5:

Zur Entsorgung weitergeleiteter Abfall

GRI 308: Umweltbewertung der Lieferanten 2016

308-1:

Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden

308-2:

Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Massnahmen

GRI 408-1: Kinderarbeit 2016

408-1:

Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko für Vorfälle von Kinderarbeit

GRI 414: Soziale Bewertung der Lieferanten 2016

414-1:

Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden

414-2:

Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Massnahmen

Fokus Biodiversität

GRI 3: Wesentliche Themen 2021

3-3:

Management der wesentlichen Themen

GRI 101: Biodiversität 2022

101-1:

Richtlinien zum Stoppen und Umkehren des Verlusts der Biodiversität

101-2:

Management der Auswirkungen auf die Biodiversität

Eigene Angabe

Zertifikat für Naturnahes Firmenareal

Fokus Management

GRI 3: Wesentliche Themen 2021

3-3:

Management der wesentlichen Themen

GRI 201: Wirtschaftliche Leistung 2016

201-1:

Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert

201-2:

Finanzielle Folgen des Klimawandels für die Organisation und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken und Chancen

201-3:

Verbindlichkeiten für leistungsorientierte Pensionspläne und sonstige Vorsorgepläne

201-4:

Finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand

GRI 207: Steuern 2019

207-1:

Steuerkonzept

GRI 415: Politische Einflussnahme 2016

415-1:

Parteispenden

GRI 418: Schutz der Kundendaten 2016

418-1:

Begründete Beschwerden in Bezug auf die Verletzung des Schutzes von Kundendaten und den Verlust von Kundendaten

Eigene Angabe

Nachhaltiger Hotel- und Seminarbetrieb

Ausführungen zu GRI-Angaben

1 Die Organisation und ihre Berichterstattungs­praktiken

2-1: Organisationsprofil

Für die lebenslange Begleitung von Menschen mit Querschnittlähmung aufgestellt

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist eines der grössten nationalen Solidarwerke. Sie bildet das Dach der Schweizer Paraplegiker-Gruppe, die ein einzigartiges Leistungsnetz für Menschen mit Querschnittlähmung trägt. Es umfasst lückenlose Dienstleistungen von der Erstversorgung an der Unfallstelle oder bei krankheitsbedingter Diagnose über die medizinische Versorgung und Rehabilitation bis hin zur lebenslangen Begleitung und Beratung. Ziel ist die ganzheitliche Rehabilitation und die Rückkehr der Betroffenen in Familie, Beruf und Gesellschaft.

Über 2200 Mitarbeitende setzen sich für die Erfüllung der anspruchsvollen Aufgaben ein. Zwei Millionen Personen bilden mit ihrer Mitgliedschaft bei der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung die finanzielle Basis für die Tätigkeit des Solidarwerks.

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung wurde 1975 von Dr. med. Guido A. Zäch (1935–2026) gegründet. Die Paraplegiker-Stiftung in Nottwil (LU) ist eine Stiftung nach Schweizer Recht. Sie steht unter der Aufsicht des Bundes. Zur Paraplegiker-Stiftung gehört ein Verbund juristisch selbstständiger Institutionen, die ihren Sitz und ihre Betriebsstätten in der Schweiz haben. Gemeinsam bilden sie die Schweizer Paraplegiker-Gruppe.

2-2: Entitäten, die in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Organisation berücksichtigt werden

Eine Gruppe für die ganzheitliche Rehabilitation

Der Nachhaltigkeitsbericht umfasst die Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit ihren sieben Tochtergesellschaften sowie zwei nahestehende Organisationen (selbstständige Vereinigungen) und eine Public Private Partnership:

  • Schweizer Paraplegiker-Zentrum
  • Schweizer Paraplegiker-Forschung
  • Active Communication
  • SIRMED – Schweizer Institut für Rettungsmedizin
  • ParaHelp
  • Orthotec
  • Hotel & Conference Center Sempachersee
  • Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung
  • Schweizer Paraplegiker-Vereinigung
  • Awono als Public Private Partnership der Schweizer Paraplegiker-Stiftung

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung veröffentlicht jährlich einen konsolidierten Finanzbericht. Er umfasst die Tochtergesellschaften und die nahestehenden Organisationen. Die nahestehenden Organisationen veröffentlichen eigene Finanzberichte.

Bei den themenspezifischen GRI-Angaben, die sich nicht auf die gesamte Schweizer Paraplegiker-Gruppe beziehen, ist jeweils angegeben, für welche Gruppengesellschaften sie erhoben wurden.

2 Tätigkeiten und Mitarbeitende

2-6: Aktivitäten, Wertschöpfungskette und andere Geschäftsbeziehungen

Leistung und Wirkung für Betroffene und Gesellschaft

Umfassendes Leistungsnetz

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe trägt ein einzigartiges Leistungsnetz für Menschen mit Querschnittlähmung – von der Erstversorgung an der Unfallstelle oder bei krankheitsbedingter Diagnose ein Leben lang. Ziel ist die ganzheitliche Rehabilitation und die Rückkehr der Betroffenen in Familie, Beruf und Gesellschaft.

Stete Weiterentwicklung

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe beschreibt ihre Haupttätigkeitsbereiche anhand von vier Leistungsfeldern: Solidarität, Medizin, Bildung-Forschung-Innovation sowie Integration und lebenslange Begleitung. Alle vier bis fünf Jahre legt der Stiftungsrat strategische Schwerpunkte fest. Damit trägt er der steten Weiterentwicklung aufgrund neuer Bedürfnisse, Märkte, Technologien und Trends Rechnung.

Grosse Solidarität

Mit ihren Dienstleistungen und Produkten erwirtschaftet die Schweizer Paraplegiker-Gruppe über zwei Drittel der betrieblichen Leistung. Fast ein Drittel tragen die Mitglieder der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit ihren Jahres- und Dauermitgliedschaften sowie Spenden und Legate zur Aufrechterhaltung der umfassenden Leistungen des Solidarwerks aus Nottwil bei. Staatliche Gelder erhält die Paraplegiker-Stiftung keine. Spenden und Legate können auf Wunsch einem Fonds zugeordnet werden. Jedem Fonds ist ein genau bestimmter Zweck hinterlegt. Damit stellt die Paraplegiker-Stiftung sicher, dass die Interessen und ganz persönlichen Werte der spendenden Personen langfristig berücksichtigt werden. Die Fonds werden einheitlich nach nachhaltig definierten Anlagekriterien bewirtschaftet. Die wichtigsten Dienstleistungen und Produkte sind im konsolidierten Finanzbericht der Paraplegiker-Gruppe quantifiziert.

Strategische Auswahl der Lieferanten

Jede zur Schweizer Paraplegiker-Gruppe zählende Gruppengesellschaft zeichnet sich durch eine individuelle Wertschöpfungskette aus. Gemeinsam legen sie grossen Wert auf eine strategische Auswahl und Pflege ihrer Lieferantenbeziehungen, um Qualität, Nachhaltigkeit und Effizienz sicherzustellen. Ausschreibungen, Investitionen und Beschaffungen berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, die im Austausch mit Lieferantinnen und Lieferanten sowie Leistungsempfangenden und entlang der Qualitätspolitik stetig weiterentwickelt werden.

Nachweisbare Gesamtwirkung

Wirkungsorientiertes Handeln bei der Planung und Durchführung der Aktivitäten ist für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe eine Notwendigkeit. Deshalb lässt die Schweizer Paraplegiker-Stiftung die unmittelbare Wirkung auf die Leistungsempfangenden sowie die längerfristige Wirkung auf die Gesellschaft kontinuierlich überwachen und regelmässig messen. Die Paraplegiker-Stiftung kann dadurch ihren Nutzen nachvollziehbar aufzeigen und ein «Lernendes System für Querschnittlähmung» entwickeln.

2-7: Angestellte

Sinnstiftende Tätigkeit ist ein Hauptmotiv

Was die Tätigkeit bei der Schweizer Paraplegiker-Gruppe ausmacht, ist die Sinnhaftigkeit. Die Mitarbeitenden der Paraplegiker-Gruppe bilden gemeinsam das einzigartige Leistungsnetz, das Menschen mit Querschnittlähmung in Nottwil und von dort aus in der ganzen Schweiz zur Verfügung steht. Über 2200 Spezialistinnen und Spezialisten, Fachexpertinnen und Fachexperten sowie Berufsleute aus verschiedensten Disziplinen arbeiten dazu über alle Gruppengesellschaften und Abteilungen hinweg zusammen. In über 100 Berufen sind Fachkräfte aus über 60 Ländern angestellt. Die grosse Mehrheit kommt aus der Schweiz, gefolgt von Deutschland und Italien. Vertreten sind auch Nationen wie die Ukraine, die Niederlande, die Philippinen, Lettland, Chile oder Angola. Die Paraplegiker-Gruppe zählt zu den grössten Arbeitgebenden der Zentralschweiz und steht ganz oben auf den Listen der besten Arbeitgebenden.

Voll- und Teilzeitkräfte nach Geschlecht
Per Dezember 2025 arbeiteten 56 Prozent der Angestellten Teilzeit und 44 Prozent Vollzeit. Bei den Teilzeitkräften waren 63 Prozent weiblich.
Gezählt wurden alle Mitarbeitenden der Schweizer Paraplegiker-Gruppe (Stand 31. Dezember 2025).
Andere Geschlechter als Weiblich und Männlich werden nicht erfasst.
2-8: Mitarbeitende, die keine Angestellten sind

Weitere Arbeitsformen

Vergüteter Einsatz

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe beauftragt oder beschäftigt Personen in Ausbildung, auf Freelance-Basis, Temporär-Basis und Stundenlohn-Basis. Mitarbeitende auf Stundenlohn-Basis arbeiten beispielsweise im Pflegebereich oder Hotelservice, in der Gastronomie oder Hauswirtschaft, als Peerberatende oder Gästebegleitende bei Führungen im Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Personen auf Freelance-Basis arbeiten beispielsweise bei der SIRMED. 315 Personen sind dort als Ausbildnerinnen und Ausbildner in der Höheren Fachschule ebenso wie in den beiden Seminarbereichen für Profis und Ersthelfende tätig. Ebenfalls auf Freelance-Basis arbeiten rund 276 Personen bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung als Kursleitende.

Ehrenamtlicher Einsatz

Die Freiwilligenarbeit ist fester Bestandteil des Leistungsnetzes auf dem Campus Nottwil. Ehrenamtlich tätiges Personal ist hauptsächlich für das Schweizer Paraplegiker-Zentrum tätig, beispielsweise für Essenseingabe, Spieleabende, Besuchs- oder Bibliotheksdienst, Nachtsitzwachen und Einsatz mit Therapiehunden, sowie für die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, insbesondere an Veranstaltungen. Das Paraplegiker-Zentrum wird von rund 100 freiwilligen Mitarbeitenden und die Paraplegiker-Vereinigung von rund 1300 Ehrenamtlichen unterstützt. Gesamthaft leisten sie jährlich über 40 000 Stunden Einsatz für Menschen mit Querschnittlähmung.

Ausserordentlicher Einsatz

Zum 50-Jahre-Jubiläum der Schweizer Paraplegiker-Stiftung fanden am 6. und 7. September 2025 Tage der offenen Tür statt. Über 1300 Angestellte aus der Paraplegiker-Gruppe haben sich als freiwillige Helferinnen und Helfer gemeldet, um den Besuchenden ihre Arbeit und das Wirken der Gruppengesellschaften aufzuzeigen. Gemeinsam haben sie mit Professionalität und Empathie 30 000 Menschen begeistert. Gleichzeitig haben die übrigen Angestellten den Tagesbetrieb aufrechterhalten.

Anstellungsarten nach Geschlecht 
Per Dezember 2025 zählte die Schweizer Paraplegiker-Gruppe 2264 Angestellte, davon 1842 Festangestellte, 254 temporär Beschäftigte und 150 Angestellte mit nicht garantierten Arbeitszeiten.
*Alle Mitarbeitenden mit einer befristeten Anstellung; ohne im Stundenlohn angestellte Personen
Gezählt wurden alle Mitarbeitenden der Schweizer Paraplegiker-Gruppe (Stand 31. Dezember 2025).
Andere Geschlechter als Weiblich und Männlich werden nicht erfasst.
Personen auf Freelance-Basis und Kursleitende sind in der Grafik nicht eingeschlossen.

3 Unternehmensführung

2-12: Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Beaufsichtigung der Bewältigung der Auswirkungen

Vereinbarungen für die nachhaltige Entwicklung

Soziale, ökologische und ökonomische Aspekte werden seit den Gründungsjahren beachtet und vom Stiftungsrat der Schweizer Paraplegiker-Stiftung unterstützt und begleitet. Um diesbezüglich weiterhin verantwortungsbewusst und grundlegend für alle Gruppengesellschaften zu agieren, floss das Thema Nachhaltigkeit als Prämisse in die Stiftungsstrategie 2025–2029 ein. Entsprechend den neuen strategischen Ausrichtungen überarbeitete die Schweizer Paraplegiker-Stiftung die Ziel- und Zusammenarbeitsvereinbarungen mit ihren Gruppengesellschaften. Sie beauftragte damit die Direktoren und Geschäftsführenden, die nachhaltige Entwicklung weiter zu fördern.

2-13: Delegation der Verantwortung für das Management der Auswirkungen

Nachhaltigkeitsmassnahmen breit abgestützt

Nachhaltigkeitskommission eingesetzt

Der Stiftungsrat delegiert die Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung per Ziel- und Zusammenarbeitsvereinbarung an die Direktoren und Geschäftsführenden der Gruppengesellschaften. Diese beauftragen gemeinsam den Nachhaltigkeitsmanager mit der Leitung und Koordination des Nachhaltigkeitsmanagements.

Mit einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Führungskräften und Angestellten aller Gruppengesellschaften treibt der Nachhaltigkeitsmanager Projekte und Massnahmen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie voran. Die Nachhaltigkeitsbestrebungen werden regelmässig analysiert und die strategisch wichtigen Kennzahlen überwacht. Sie werden entlang der Messergebnisse, Trends, Standards, Vorgaben und Ziele weiterentwickelt.

Der Nachhaltigkeitsmanager legt der Direktorenkonferenz die Nachhaltigkeitskonzepte zum Beschluss vor, lädt das Gremium zu Workshops ein oder beantragt die Teilnahme an Klausurtagungen und rapportiert an das Gremium über die operativen Geschäfte. Zudem veröffentlicht er jährlich einen öffentlichen Nachhaltigkeitsbericht, der von den Direktoren und Geschäftsführenden sowie vom Stiftungsrat zu genehmigen ist. Des Weiteren nimmt er auf Einladung an Stiftungsratssitzungen teil.

Zertifizierte Prozesse
  • Seit 2024 ist das Schweizer Paraplegiker-Zentrum im Umweltmanagement gemäss ISO 14001 zertifiziert. Entsprechend werden die Prozesse und deren Umsetzung durch Prozessverantwortliche in dieser Gruppengesellschaft regelmässig in internen und externen Audits überprüft.
  • Seit 2025 ist das Hotel & Conference Center Sempachersee gemäss «Green Globe» zertifiziert. Entsprechend werden die Prozesse und deren Umsetzung durch Prozessverantwortliche in dieser Gruppengesellschaft regelmässig in internen und externen Audits überprüft.
2-15: Interessenkonflikte

Weitere Tätigkeiten und Interessenbindungen

Die Mitglieder des Stiftungsrats, der Direktor der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und die Organe der Gruppengesellschaften legen ihre Interessenbindungen jährlich im Jahresbericht nach den Richtlinien der Corporate Governance offen. Sie verpflichten sich, keine Interessenbindungen einzugehen, die den Interessen der Schweizer Paraplegiker-Stiftung sowie ihrer Tochtergesellschaften und nahestehenden Organisationen zuwiderlaufen.

2-16: Übermittlung kritischer Anliegen

Kritik als Anregung verstehen

Kritische Anliegen können über verschiedene Kanäle eingereicht werden (vgl. 2-25). Sie werden an den Verwaltungsrat rapportiert und müssen im Protokoll erwähnt werden. Ausserordentliche Vorfälle muss die Direktorenkonferenz der vorsitzenden Person des Stiftungsrats unverzüglich melden. Anliegen, welche Nachhaltigkeitsaspekte betreffen, werden vom Nachhaltigkeitsmanager verfolgt und übermittelt.

2-21: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung

Jahresgesamtvergütung im Verhältnis

Das Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der oder des höchstbezahlten Mitarbeitenden zur Jahresgesamtvergütung des Median-Lohnes aller Mitarbeitenden betrug im Jahr 2025 4,6:1.

Im Median-Lohn aller Mitarbeitenden nicht berücksichtigt sind Personen, die ein Praktikum machen, Lernende, Studierende und Lernende von externen Schulen sowie Zivildienstleistende und Mitarbeitende des Hotel & Conference Center Sempachersee.

Jahresvergütung im Verhältnis zum Median-Lohn
Die Grafik weist die Jahresgesamtvergütung 2025 mit 4,6 aus.

4 Strategie, Richtlinien und Praktiken

2-23: Verpflichtungserklärung zu Grundsätzen und Handlungsweisen

Verantwortungsvoll unternehmerisch handeln

Verhaltenskodex verpflichtet

Eine der grössten Stärken der Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist ihre Unternehmenskultur. Die Mitarbeitenden verbinden ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und eine Wertehaltung, die ihre Arbeit prägt. Dies widerspiegeln Umfragen zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden und bestätigen Wettbewerbe um Auszeichnungen, wie zum Beispiel der Swiss Arbeitgeber Award. Das Fundament der Unternehmenskultur bildet der Verhaltenskodex.

Der Stiftungsrat setzt den Verhaltenskodex der Schweizer Paraplegiker-Gruppe in Kraft. Dieser spricht sich für ein sozial, ökologisch und ökonomisch motiviertes Handeln aus, um allen Mitarbeitenden, Mitgliedern und Spenderinnen und Spendern, Patientinnen und Patienten, der Kundschaft und Geschäftspartnerinnen und -partnern explizit die Verantwortung der Paraplegiker-Gruppe auch in diesem Bereich aufzuzeigen. Der Verhaltenskodex der Paraplegiker-Gruppe ist integrierter Bestandteil des Arbeitsvertragsverhältnisses. Er steht intern und extern online zur Verfügung. Bei Verdacht auf Fehlverhalten können sich Mitarbeitende an die Vorgesetzten, die Geschäftsleitung, den Stiftungsrat, das Human Resources Management oder eine neutrale Ombudsstelle wenden. Verstösse gegen den Kodex werden nicht toleriert und ziehen Disziplinarmassnahmen bis hin zur möglichen Kündigung nach sich.

Geschäftspolitiken als Grundsatz

Zusätzliche Grundsätze und Handlungsweisen werden in den einzelnen Geschäftspolitiken aufgeführt, namentlich der Beschaffungspolitik, Personalpolitik, Spendenpolitik, Qualitäts- und Risikomanagementpolitik, Finanz- und Reservepolitik, Immobilienpolitik, Informatikpolitik, Informationssicherheitspolitik, Datenschutzpolitik, Kommunikationspolitik und Marketingpolitik. So betont beispielsweise die Beschaffungspolitik das Einstehen für faire und transparente Lieferantenbeziehungen sowie das konsequente Einhalten von geltenden Gesetzen und Verordnungen. Des Weiteren werden Lieferantinnen und Lieferanten an ihrer Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und sozialen Verantwortung gemessen. Die Geschäftspolitiken werden vom Stiftungsrat der Schweizer Paraplegiker-Stiftung erlassen. Sie sind im Grundsatz für alle betroffenen Aktivitäten gleichermassen anwendbar. Die Regelwerke sind als Prozessdokumente im integrierten Managementsystem für alle Mitarbeitenden einsehbar. Zusätzlich hat der Stiftungsrat im Jahr 2024 die Strategie 2025–2029 verabschiedet. Diese setzt Nachhaltigkeit als Prämisse voraus für eine gruppenweit konzentriert nachhaltige Entwicklung.

2-24: Einbeziehung der Verpflichtungserklärung zu Grundsätzen und Handlungsweisen
2-25: Verfahren zur Beseitigung negativer Auswirkungen

Im Austausch für bestmögliche Ergebnisse

Zertifizierte Prozesse für zuverlässige Qualität

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist sich ihrer Verantwortung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit bewusst. Sie schafft bestmögliche Voraussetzungen, um negative Auswirkungen zu erkennen und zu verhindern und um Gönnerinnen und Gönnern, Menschen mit Querschnittlähmung, Angestellten und generell der Öffentlichkeit keinen Anlass für Beschwerden zu geben. Denn eine intakte Reputation ist für die Gesellschaften der Schweizer Paraplegiker-Gruppe elementar.

Bestmögliche Voraussetzungen für eine hochwertige Versorgung durch die Schweizer Paraplegiker-Gruppe sind zertifizierte Prozesse, die ein einheitliches Qualitätsmanagement sicherstellen, sowie regelmässige Audits und Messungen, um die Standards und deren Einhaltung zu überprüfen. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess und ein strukturiertes Feedback- und Beschwerdemanagement helfen, Entwicklungstendenzen und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.

Standardisierte Abläufe fördern die Kommunikation und Zusammenarbeit beispielsweise in den Behandlungsteams und steigern die Effizienz. Gleichzeitig bleibt Raum für Flexibilität: Die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten stehen stets im Mittelpunkt, sodass nicht jeder Schritt strikt normiert werden muss. Der persönliche Ansatz ist und bleibt trotz aller Normen zentral. Praxisnahe Trainings stärken die Handlungssicherheit des Personals in Notfällen und schaffen Vertrauen. So wird Qualität zum verlässlichen Begleiter im Alltag und verbessert die Versorgung jeder und jedes Einzelnen nachhaltig.

Stimmrecht nutzen

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist eines der grössten nationalen Hilfswerke und ist der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht ESA unterstellt. Fast jeder dritte Schweizer Haushalt ist Mitglied der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Die Statuten der Gönner-Vereinigung regeln die Mitgliedschaft und die Rechte und Pflichten der Mitglieder. Im Magazin Paraplegie informiert die Paraplegiker-Stiftung ihre Mitglieder über die Tätigkeiten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. Das vierteljährlich herausgegebene Magazin dient gleichzeitig als Vereinsorgan. Damit wird jährlich zur ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Mitglieder können sich mit ihren Anliegen jederzeit telefonisch, per E-Mail oder per Kontaktformular auf der Website an das Service Center der Schweizer Paraplegiker-Stiftung wenden.

Lösungen erreichen

Menschen mit Querschnittlähmung und ihre Angehörigen können ihre Anliegen laufend und einfach im Behandlungs- oder Beratungsprozess einbringen. Das Fachpersonal interessiert sich für die Meinung ihrer Patientinnen und Patienten, Klientinnen und Klienten und stimmt sein Handeln darauf ab. Gemeinsam wägen sie das menschlich Sinnvolle mit dem technisch Machbaren ab. Das Ziel ist eine für das Individuum bestmögliche Partizipation. Für kritische schriftliche Rückmeldungen gibt es im Schweizer Paraplegiker-Zentrum einen klar definierten Prozess. Dabei ist jeder Schritt darauf ausgerichtet, Nachvollziehbarkeit und Wertschätzung sicherzustellen. Sollten die Betroffenen auf ein bei einer Gruppengesellschaft eingebrachtes Anliegen keine zufriedenstellende Antwort erhalten, können sie sich an eine neutrale und kostenlose Beratungs- und Beschwerdestelle (Ombudsstelle) wenden.

Neben eigenen Zufriedenheitsmessungen verpflichtet sich das Schweizer Paraplegiker-Zentrum zusätzlich, die ANQ-Qualitätsmessung durchzuführen, um die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten zu ermitteln. Die Ergebnisse werden in einem nationalen Vergleichsbericht ausgewiesen.

Offene Kommunikation führen

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe will eine attraktive und faire Arbeitgeberin sein. Ihre Grundsätze für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind in der Personalpolitik festgehalten. Mitarbeitende werden motiviert, mit ihrer Meinung und ihren Vorschlägen zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess beizutragen. Das können sie, neben dem persönlichen Austausch, mittels Eintrags in eine eigens dafür entwickelte digitale Plattform. Einträge können spezifischen Themen wie Qualitäts-, Nachhaltigkeits- oder Informationssicherheitsmanagement zugeordnet werden.

Als Vertreterin von Anliegen steht den Angestellten die Personalkommission zur Seite. In Situationen, die Mitarbeitende nicht über interne Wege klären können oder möchten, können sie sich an die externe Ombudsstelle der Schweizer Paraplegiker-Stiftung wenden. Diese steht ihnen vertraulich, neutral und kostenlos zur Verfügung.

Unabhängige Mitarbeitendenbefragungen überprüfen regelmässig die Entwicklung bei Commitment, Engagement und Zufriedenheit. Die neuste Durchführung fand im Jahr 2025 statt.

Partnerschaft pflegen

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe baut auf faire und weitsichtige Beziehungen mit ihren Lieferanten und Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern. Bei der Vergabe von Aufträgen wird transparent und gerecht verfahren; Verträge, Abmachungen und Auflagen werden erfüllt. Der Qualitätsmanagementprozess sieht eine jährliche Lieferantenbeurteilung vor, um anhand definierter Kriterien Stärken und Schwächen aufzuzeigen. Die Beurteilung dient zur Lieferantenentwicklung und als Entscheidungsgrundlage für die Auswahl neuer Leistungen und Produkte.

Einblick bieten

Das Besuchszentrum ParaForum auf dem Campus Nottwil leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung über das Thema Querschnittlähmung. In der als Wohngemeinschaft inszenierten Ausstellung werden Alltagsthemen wie Beruf, Hobbys oder Partnerschaft realitätsnah aufgezeigt. Als zusätzlichen Einblick können Führungen durch das Schweizer Paraplegiker-Zentrum gebucht werden. Der Newsroom der Schweizer Paraplegiker-Stiftung pflegt eine offene Kommunikation mit den Medien und steht Journalistinnen und Journalisten für Anfragen zur Verfügung. Vermehrt findet ein Austausch direkt mit den Followern in den sozialen Medien statt.

Reputation abfragen

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung geniesst einen sehr guten Ruf in der Schweizer Bevölkerung. In einer jährlich stattfindenden, repräsentativen Befragung wurde sie 2025 aus 20 Nonprofitorganisationen auf den zweiten Rang gewählt. Rang 1 belegte die Rega. (Quelle: GfK Business Reflector)

2-26: Verfahren für die Einholung von Ratschlägen und die Meldung von Anliegen
2-27: Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen

Ausrichtung an Gesetzen und Verordnungen

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe ist sich der Verantwortung gegenüber all ihren Anspruchsgruppen bewusst, die mit dem Umfang der Leistungen aller Gruppengesellschaften einhergeht. Sie legt daher grossen Wert auf die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen. Alle Mitarbeitenden sind per Verhaltenskodex verpflichtet, verantwortungsvoll zu handeln und sich an die geltende Rechtsordnung zu halten. Die Ausrichtung an geltenden Gesetzen und Verordnungen, Reglementen und Weisungen ist innerhalb des integrierten Managementsystems geregelt. Durch interne und externe Kontrollen und Audits wird deren Einhaltung überprüft. Die Fachstellen Compliance, Rechtsdienst, Qualitätsmanagement und Datenschutz unterstützen Prozessverantwortliche, Mitarbeitende und Gruppengesellschaften im regelkonformen Handeln.

Im Berichtsjahr gab es keine wesentlichen Verstösse gegen Gesetze und Verordnungen. Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe bezahlte keine Geldbussen. Es wurden keine nicht monetären Sanktionen gegen sie verhängt.

Per Stichtag 31.12.2025 sind folgende Rechtsstreite1) hängig:

  • Strafverfahren gegen einen Willensvollstrecker
  • Versicherungsrechtliche Streitigkeiten (Festsetzungsverfahren, Übernahme von Kosten usw.)

1) Unter einem Rechtsstreit ist ein Strafverfahren, ein zivilrechtliches Gerichtsverfahren oder ein verwaltungsrechtliches Verfahren zu verstehen.

5 Einbindung von Stakeholdern

2-29: Ansatz für die Einbindung von Stakeholdern

Ständige Verbesserung ist gemeinsamer Antrieb

Innovationen und Weiterentwicklungen sind aus Sicht der Schweizer Paraplegiker-Gruppe wichtige Voraussetzungen, um für Menschen mit Querschnittlähmung ein selbstbestimmtes Leben bei bestmöglicher Gesundheit zu erreichen. Um eine Innovationskultur zu leben und Entwicklungen voranzutreiben, unterstützt die Paraplegiker-Gruppe den aktiven Austausch mit ihren zahlreichen Anspruchsgruppen. Kohortenstudien für Menschen mit Rückenmarkverletzungen, Zufriedenheitsumfragen bei Leistungsempfangenden (Patientinnen, Patienten, Klientinnen, Klienten, Gäste, Besuchende), unabhängige Mitarbeitendenbefragungen und Meinungsumfragen zu Reputation und Arbeitgeberqualität oder Lieferantenbewertungen führen zu weitreichenden Erkenntnissen über die Stakeholder-Interessen. Dadurch können Bedürfnisse, Anliegen und Anregungen sowie daraus resultierende Chancen und Risiken frühzeitig identifiziert und Leistungen und Produkte kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Die Anspruchsgruppen sind entsprechend den Gruppengesellschaften und ihren Geschäftsmodellen vielfältig und beinhalten u. a. Mitglieder, Spendende, Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten, Klientinnen und Klienten, Kundinnen und Kunden, Menschen mit Rückenmarkverletzungen und Angehörige, Fachpersonen und Expertinnen und Experten, Zuweisende und Gesundheits­institutionen, Gäste und Besuchende, Nachbarschaft, Firmen zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit und Bildungsinstitutionen, Fachgesellschaften, Lieferanten, Gemeinde, Bund und Behörden, Politik, Berufs- und Standesorganisationen, Verbände, Versicherer und Behindertenorganisationen.

Diese werden im Rahmen bestehenden sowie neuen Ausschreibungen, Zusammenarbeitsverträgen, Kooperationen, Konzepten, Studien, Symposien und Veranstaltungen gezielt in die Nachhaltigkeitsbestrebungen einbezogen. Erwartungen der Anspruchsgruppen und mit ihnen verbundene bindende Verpflichtungen, Chancen und Risiken sowie Kommunikationskanäle und -plattformen werden im Rahmen des Anspruchsgruppen-Managements (ISO 14001) erfasst und bezüglich ihrer Relevanz bewertet. Diese ist im integrierten Managementsystem erfasst und wird regelmässig aktualisiert. Bei Bedarf werden Massnahmen entwickelt und verfolgt. Eine validierte Stakeholder-Matrix beschreibt die Erwartungen der Stakeholder gegenüber den bzw. deren Relevanz für die Gruppengesellschaften.

2-30: Tarifverträge

Marktgerechte und faire Entlöhnung

Lohnanalyse durchgeführt

Die Personalpolitik der Schweizer Paraplegiker-Gruppe gibt vor, dass Mitarbeitende marktgerechte Löhne erhalten unter Beachtung von Funktion, Fähigkeiten und Leistung. Entscheide bei Lohnfragen basieren auf verschiedenen Hilfsmitteln und Erkenntnissen wie Analysen, Salär-Benchmarks, Erfahrung aus Rekrutierungsgesprächen, Diskussionen mit der Personalkommission oder Empfehlungen von Verbänden. Als Organisation, die sich unter anderem durch Mitgliederbeiträge und Spenden finanziert, will und kann die Paraplegiker-Gruppe keine Spitzenlöhne bezahlen. Eine marktgerechte, faire Entlöhnung ist aber selbstverständlich.

Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum ist aufgrund der Analyse durch eine unabhängige Prüfstelle des Vereins für Chancen- und Lohngleichheit (VCLG) mit dem Lohngleichheitszertifikat ausgezeichnet. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung führte im Jahr 2025 dieselbe Analyse durch und erfüllte ebenfalls die Anforderungen gemäss Art. 13d GlG und Art. 7 der Verordnung über die Überprüfung der Lohngleichheitsanalyse.

Gesamtarbeitsvertrag im Gastgewerbe

Die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen bei der Schweizer Paraplegiker-Gruppe werden, mit Ausnahme des Hotel & Conference Center Sempachersee, nicht durch Tarifverträge beeinflusst oder bestimmt. Das Hotel & Conference Center Sempachersee untersteht dem Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes. 100 Prozent der Angestellten erhalten ihren Arbeitsvertrag nach Vorgaben des Gesamtarbeitsvertrags.

GRI-3: Wesentliche Themen

3-1: Verfahren zur Bestimmung wesentlicher Themen

Fokus auf höchstmögliche Wirksamkeit

Im Rahmen grundsätzlicher strategischen Überlegungen sowie mit Unterstützung interner und externer Expertise wurden für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe sieben Fokusthemen definiert. Pro Fokusthema wurden Ansätze für konkretes Handeln formuliert, die langfristig verfolgt und weiterentwickelt werden. Vorrangig definierte Massnahmen sollen bestmöglich zu national und international angestrebten Nachhaltigkeitszielen beitragen. Die erarbeiteten Grundlagen, inklusive Quellen und Nachweise, sind pro Fokusthema in einem Kompendium festgehalten. Mit der Einführung des Nachhaltigkeitsmanagements und der Anlehnung an die Global Reporting Initiative (GRI) wurde mit der Expertise eines Nachhaltigkeitsberaters eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, welche die Auswahl der Fokusthemen bestätigte, aber auch weitere zukünftige Themenfelder aufzeigte. Im Jahr 2025 wurden in einem Workshop die wesentlichen Auswirkungen des Klimawandels für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe analysiert, die Auswirkungen identifiziert und die Ausmasse als Chance oder Risiko bewertet.

In allen Themen der Nachhaltigkeit misst sich die Schweizer Paraplegiker-Gruppe mit der Umwelt, sei es beispielsweise im Personalmanagement mit Friendly Work Space, mit den Managementsystem-Zertifizierungen für Qualität (ISO 9001), für Umwelt (ISO 14001) und für Informationssicherheit (ISO 27001), im Tourismusbereich mit dem Green-Globe-Zertifikat oder dem Zertifikat Natur & Wirtschaft für die naturnahe Umgebung. Im Folgenden werden die themenspezifischen GRI-Angaben sowie weitere Kennzahlen aufgeführt. Wo immer möglich werden die Entwicklungen im Dreijahresvergleich angezeigt, sodass stattgefundene Verbesserungen, aber auch weitere notwendige Anstrengungen nachvollziehbar werden.

3-2: Liste der wesentlichen Themen
Die Themen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe 
Die Grafik stellt die GRI-Standards als Matrix dar. Sie sind je nach Chance und Risiko für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe (vertikale Achse) sowie Auswirkung der Tätigkeit auf Umwelt, Menschen und Gesellschaft (horizontale Achse) als tief, mittel oder hoch bewertet.
In der Wesentlichkeitsmatrix sind der Vollständigkeit halber alle GRI-Anforderungen aufgeführt.

Fokus Menschen

Management von wesentlichen Themen

Soziale Nachhaltigkeit

Leistungsempfangende

Seit ihrer Gründung verfolgt die Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit ihren Gruppengesellschaften die Vision einer ganzheitlichen Rehabilitation von querschnittgelähmten Menschen. Diese umfasst Leistungen von der medizinischen und therapeutischen Behandlung bis zur beruflichen Wiedereingliederung und lebenslangen Begleitung. Zahlreiche Leistungen sind einzig durch Mitgliederbeiträge und Spendengelder möglich. Die ganzheitliche Rehabilitation ebnet Menschen mit einer Paraplegie oder Tetraplegie den Weg zurück in die Familie, den Beruf und die Gesellschaft. Davon profitieren alle – Betroffene und das Gemeinwesen.

Mitarbeitende

Die Mitarbeitenden der Schweizer Paraplegiker-Gruppe arbeiten über alle Gesellschaften und Abteilungen hinweg zusammen. Gemeinsam bilden sie das einzigartige Leistungsnetz, das Menschen mit Querschnittlähmung in Nottwil und von dort aus in der ganzen Schweiz zur Verfügung steht. Den Mitarbeitenden gute Arbeitsbedingungen, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist für die Paraplegiker-Gruppe zentral. Entsprechend ist einer der strategischen Schwerpunkte auf Massnahmen ausgerichtet, welche die Attraktivität als Arbeitgeberin weiter erhöhen.

401-1: Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation

Veränderung der Mitarbeitendenzahlen

Neu eingestellte Mitarbeitende je Altersgruppe und Geschlecht (Festangestellte)
Die Grafik weist aus, dass 2025 total 284 Mitarbeitende neu eingestellt wurden, davon waren 207 weiblich und 77 männlich. 22 unter ihnen waren 55 Jahre und älter.
Austritt Mitarbeitende je Altersgruppe und Geschlecht (Festangestellte)
Die Grafik weist aus, dass 2025 total 235 Mitarbeitende ausgetreten sind, davon waren 184 weiblich und 51 männlich.
Fluktuation je Altersgruppe
Die Grafik weist eine Fluktuation 2025 von 11,3 Prozent aus. Im Vorjahr waren es 11,5 Prozent.
Fluktuation

Fluktuationsrelevant sind Kündigungen durch Arbeitnehmende oder Arbeitgebende, Austritte nach Mutterschaft und vorzeitige Pensionierungen. Die Anzahl Austritte wird in Bezug gesetzt zu der Anzahl der Mitarbeitenden der entsprechenden Alterskategorie.

401-2: Betriebliche Leistungen, die nur vollzeitbeschäftigten Angestellten, nicht aber Zeitarbeitnehmenden oder teilzeitbeschäftigten Angestellten angeboten werden
401-3: Elternzeit

Familien unterstützen

Mit einer betriebsinternen Kindertagesstätte, 16 Wochen Mutterschaftsurlaub bei vollem Lohn, 4 Wochen Vaterschaftsurlaub, einer Betreuungswoche für Kinder während der Sommerferien, einer freiwilligen Sozialzulage für Familien, Teilzeitarbeit für Frau und Mann, Co-Leitungsfunktionen und einem attraktiven Fort- und Weiterbildungsprogramm fördert die Schweizer Paraplegiker-Gruppe die Chancengleichheit.

Elternurlaub
Die Grafik gibt einen Überblick, wie Angestellte den Elternurlaub beansprucht haben. Die Rückkehrrate unmittelbar nach dem Elternurlaub liegt beispeilsweise 2025 bei den weiblichen Angestellten bei 94 Prozent, bei den männlichen bei 88 Prozent.
Von der Messung ausgenommen sind Active Communication und Hotel & Conference Center Sempachersee.
Für Mitarbeitende mit Beginn Elternurlaub im Jahr 2025 kann die Verbleibrate für 12 Monate nach der Rückkehr aus dem Elternurlaub noch nicht ermittelt werden.
402-1: Mindestmitteilungsfrist für betriebliche Veränderungen

Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe informiert ihre Mitarbeitenden stufengerecht und innerhalb angemessener Frist über wichtige Geschäftsvorgänge. Generell wird eine wirkungsvolle, offene und ehrliche Kommunikation angestrebt. Das geschieht beispielsweise an Personalinformationsveranstaltungen, via internes Newsportal, im Mitarbeitendenmagazin und über die Linie. Die Personalkommission der Schweizer Paraplegiker-Gruppe übernimmt eine wichtige Funktion im Austausch zwischen Mitarbeitenden und Arbeitgeberin. Sie hat per Reglement ein Recht auf Information und angemessene Mitsprache.

Das Hotel & Conference Center Sempachersee untersteht dem Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes. Das Hotel pflegt einen engen Austausch mit den Mitarbeitenden und stellt sicher, dass sie stets frühzeitig und umfassend informiert sind. Auch wenn es keine gesetzliche Verpflichtung gibt, sieht das Unternehmen es als seine soziale Verantwortung, entsprechend zu handeln.

403-1: Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Sicherheitsorganisation eingerichtet

Die Sicherheitsorganisation orientiert sich an der Branchenlösung «H+ Die Spitäler der Schweiz», der das Schweizer Paraplegiker-Zentrum angeschlossen ist und die in der Folge für alle Betriebe der Schweizer Paraplegiker-Gruppe übernommen wurde. Damit ist gewährleistet, dass alle Gruppengesellschaften die Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gleichermassen sowie systematisch, nachhaltig und praxisnah erfüllen. Im Vordergrund stehen dabei Prävention, Eigenverantwortung sowie die kontinuierliche Verbesserung der Sicherheits- und Gesundheitskultur. Gemäss Richtlinie 6508 der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) sind Betriebe verpflichtet, Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu erkennen, Risiken zu beurteilen, zu minimieren und entsprechende organisatorische sowie technische Massnahmen umzusetzen. Falls besondere Gefährdungen bestehen oder spezifisches Fachwissen erforderlich ist, sind Fachpersonen für Arbeitssicherheit beizuziehen.

Die Anwendung dieser Vorgaben ist ein zentraler Bestandteil des betrieblichen Gesundheits- sowie Sicherheitsmanagements der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. Im integrierten Managementsystem sind sämtliche relevanten Dokumente und Weisungen zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz hinterlegt und einsehbar. Alle wichtigen Unterlagen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement sind im SharePoint ebenfalls für alle Mitarbeitenden einsehbar.

Umsetzung und Überprüfung sichergestellt

Bei der Wahl und Umsetzung von Massnahmen zur Arbeitssicherheit verpflichtet sich die Schweizer Paraplegiker-Gruppe, alle relevanten schweizerischen Gesetze sowie geltende Richtlinien und Empfehlungen zu berücksichtigen. Ein eigens berufener Sicherheitsbeauftragter ist zuständig für die Umsetzung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung. Die Sicherheitsanstrengungen werden intern auditiert sowie extern durch die Branchenlösung «H+ Die Spitäler der Schweiz», das Seco (Staatssekretariat für Wirtschaft) und das kantonale Arbeitsinspektorat regelmässig überprüft und mit einem Kontrollbericht bewertet. Die daraus resultierenden Empfehlungen sind umzusetzen. Die Kontrollberichte werden den Direktoren und Geschäftsführenden der Gruppengesellschaften zugestellt. Sie tragen die oberste Verantwortung für die Arbeitssicherheit und die Gesundheitsförderung in ihren Gesellschaften. Externe Mitarbeitende und Fremdfirmen, die technische Systeme und Anlagen betreuen, haben bei ihrer Arbeit auf dem Campus Nottwil die Sicherheitsstandards der Paraplegiker-Gruppe zu übernehmen.

Gesundheitsmanagement wiederholt ausgezeichnet

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe wurde im November 2023 zum fünften Mal mit dem Label «Friendly Work Space» ausgezeichnet und darf dieses für weitere drei Jahre verwenden. Die Assessorinnen von Gesundheitsförderung Schweiz1 bestätigten die Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements auf hohem Standard. Dabei geht es beispielsweise um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Entwicklungsmöglichkeiten und Chancengleichheit der Mitarbeitenden, die soziale Verantwortung des Unternehmens bis hin zu Umweltschutz und Engagement im Interesse des Gemeinwohls. Als besonders positiv wurde festgestellt, dass die Geschäftsleitung Massnahmen zur Gesundheitsförderung mit Priorität unterstützt.

Darstellung des Qualitätssiegels Friendly Work Space.
Friendly Work Space

Nach der Erstzertifizierung im Jahr 2011 erreichte die Schweizer Paraplegiker-Gruppe weitere vier Mal eine makellose Rezertifizierung als Arbeitgeberin mit einem besonders verantwortungsvollen betrieblichen Gesundheitsmanagement.

1 Vom Assessment ausgeschlossen sind die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung und das Hotel & Conference Center Sempachersee. Letzteres untersteht dem Gesamtarbeitsvertrag des Schweizer Gastgewerbes.
403-2: Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen

Regelmässige Gefahrenermittlung etabliert

Die Vorgesetzten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe sind verpflichtet, mögliche Gefahren durch spezialisierte Personen für Arbeitssicherheit abklären zu lassen. Zudem werden alle drei Jahre gesetzlich vorgeschriebene Erhebungen zu möglichen Gesundheitsgefahren im Betrieb durchgeführt. Die Gefahrenermittlung erfolgt mit Checklisten der Branchenlösung «H+ Die Spitäler der Schweiz» und durch eigene Erhebungen. Zur objektiven und selbstkritischen Durchführung der Gefahrenermittlung sind nebst dem internen Sicherheitsbeauftragten auch der oder die Linienvorgesetzte sowie eine Angestellte oder ein Angestellter der entsprechenden Abteilung involviert. Weiter können alle Angestellten der Paraplegiker-Gruppe ein ungewolltes Ereignis, das Angestellte gefährdet, aber nicht geschädigt hat, im «Critical Incident Reporting System» (CIRS) melden. Meldungen im CIRS sind für alle Angestellten anonym und sanktionsfrei möglich und werden als Beitrag zur gelebten Sicherheitskultur geschätzt.

403-3: Arbeitsmedizinische Dienste

Medizinischer Dienst gewährleistet

Die Aufgaben des arbeitsmedizinischen Dienstes bei der Schweizer Paraplegiker-Gruppe umfassen Ein- und Austrittsuntersuchungen, Behandlung bei Expositionen, Notfallsituationen, arbeitsmedizinische Untersuchungen bei Nachtarbeit, periodische Gesundheitskontrollen, Überprüfung des Impfstatus sowie Dokumentation und Verwaltung. Zuständig ist der Personalarzt. Für eine Konsultation melden sich die Angestellten beim Ambulatorium im Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Der arbeitsmedizinische Dienst ist der ärztlichen Schweigepflicht, dem Persönlichkeitsschutz und dem Datenschutz verpflichtet.

403-4: Mitarbeitendenbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Im Austausch für die Sicherheit am Arbeitsplatz

Mitarbeitendenbeteiligung aktiv gefördert

Eine Arbeitsgruppe für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung dient der breiten Abstützung von Aktivitäten zu diesen Themen. Die Arbeitsgruppe besteht aus verschiedenen Mitgliedern, die unterschiedliche Bereiche der Organisation vertreten. Zusammen erarbeiten sie Empfehlungen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung, definieren Jahresziele und überwachen die Umsetzung von Massnahmen. Der Kern der Arbeitsgruppe trifft sich zu regelmässigen Sitzungen und besteht aus der Verantwortlichen für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), dem Sicherheitsbeauftragten und dem Experten für Spitalhygiene sowie den Zuständigen für das Qualitätsmanagement. Weitere Personen aus themenrelevanten Bereichen werden bei Bedarf hinzugezogen, darunter Vertreterinnen und Vertreter von Pflegemanagement, arbeitsmedizinischem Dienst, Bio-Sicherheit-Labor, Personalkommission, Risikomanagement und Führungsorganen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe.

Mitspracherecht per Gesetz gegeben

Den Angestellten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe steht in allen Fragen der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsförderung ein Mitspracherecht zu (Art. 82/2 UVG, Art. 6 VUV). Das Mitspracherecht umfasst den Anspruch auf frühzeitige und umfassende Anhörung sowie das Recht, der Direktion Vorschläge zu unterbreiten. Damit Information und Mitsprache bei wichtigen betrieblichen Veränderungen mit wesentlichen Auswirkungen auf das Personal frühzeitig diskutiert werden können, amtet innerhalb der Paraplegiker-Gruppe unter anderem eine Personalkommission.

403-5: Mitarbeitendenschulungen zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Sicherheit umfassend geschult

Für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz stehen vielfältige Informationen und Schulungen für alle Angestellten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe zur Verfügung. Diese werden von der Arbeitsgruppe für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung organisiert und durchgeführt. Dazu zählen Einführungstage für neue Angestellte sowie innert 14 Tagen nach Stellenantritt eine Besprechung zur Arbeitssicherheit am Arbeitsplatz mit der Führungsperson anhand einer Checkliste. Ausserdem gibt es ein Angebot an Schulungen für Linienvorgesetzte, obligatorische Sicherheitsgrundkurse, Brandschutzschulungen, regelmässige Schulungen zu Arbeitssicherheit und Hygiene sowie spezifische Kurse wie Ergonomie- und Rückenschulungen, Kinästhetik-Übungen und zur Erhaltung der Psychischen Gesundheit.

403-6: Förderung und Gesundheit der Mitarbeitenden

Weitreichende Gesundheitsförderung

Drei Säulen für die Mitarbeitendengesundheit

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe betreibt ein ausgezeichnetes Betriebliches Gesundheitsmanagement. Es befasst sich mit der Prävention von Unfällen und Krankheiten, begleitet längere Absenzen mittels Case Management, organisiert Seminare und Gesundheitsanlässe und steht bei Fragen zur Gesundheit allen Angestellten zur Verfügung.

Betriebliches Gesundheitsmanagement 
Grafische Darstellung der drei Säulen des Beruflichen Gesundheitsmanagements mit Prävention, Aktion und Absenzenmanagement.

Zur Gesundheitsförderung bietet die Paraplegiker-Gruppe folgende Programme an:

  • Koordinierte Beratungsgespräche bei internen Stellen wie Psychologie, Sozialberatung, Seelsorge, Rechtsberatung und betrieblichem Gesundheitsmanagement
  • Betriebliches Mentoring für Lernende und Studierende
  • Kursangebote zum Umgang mit Belastungen
  • Sportprogramme: Die Sporteinrichtungen auf dem Campus Nottwil, wie Hallenbad, Tennisplatz, Kraftraum, können von allen Angestellten genutzt werden.
  • Entspannungsangebote
  • Jahresmotto mit interaktiven Anlässen, Tipps und Tricks im Alltag sowie Anregungen zur Selbstfürsorge
  • Diverse Kursangebote für psychische und physische Gesundheit
Case Management für Wiedereingliederung

Das betriebliche Gesundheitsmanagement der Schweizer Paraplegiker-Gruppe begleitet Mitarbeitende nach längeren Absenzen zurück in den Arbeitsprozess. In 75 Prozent der Fälle (bei 58 von 77 Mitarbeitenden) gelang eine Wiedereingliederung bei den durch das Case-Management begleiteten Langzeitausfällen innerhalb der Paraplegiker-Gruppe. Lediglich eine Person konnte nicht im ersten Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Verglichen mit Unternehmen aus dem Gesundheitswesen entspricht dies laut Versicherer ElipsLife einem sehr hohen Wert.

Case-Management-Status 2025
Grafische Darstellung der Gründe, die zum Abschluss des Case-Managements führten, beispielsweise Wiedereingliederung beim bestehenden Arbeitgeber oder Wiedereingliederung bei einem anderen Arbeitgeber.
(Quelle: ElipsLife, Stichtag 30. März 2026)
403-8: Mitarbeitende, die von einem Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz abgedeckt sind
404-1: Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellten

Aus- und Weiterbildung

Interne Aus- und Weiterbildungsstunden
Die Grafik weist eine Gesamtzahl an internen Aus- und Weiterbildungsstunden 2025 von 24 796 Stunden aus.
Ohne Lernende und Studierende und ohne Mitarbeitende von Active Communication und Hotel & Conference Center Sempachersee
Externe Aus- und Weiterbildungsstunden
Die Grafik weist eine Gesamtzahl an externen Aus- und Weiterbildungsstunden 2025 von 19 408 Stunden aus.
Ohne Lernende und Studierende und ohne Mitarbeitende von Active Communication und Hotel & Conference Center Sempachersee
Ausbildung Lernende und Studierende 
Die Grafik weist eine Gesamtzahl an Ausbildungstagen 2025 von Lernenden und Studierenden von 96 504  Tagen aus.
Ohne Lernende und Studierende und ohne Mitarbeitende von Active Communication und Hotel & Conference Center Sempachersee
Interne und externe Bildungsstunden 
Die Grafik weist eine Gesamtzahl an internen und externen Aus- und Weiterbildungsstunden für das Jahr 2025 aus sowie eine durchschnittliche Stundenzahl pro Vollzeitanstellung nach Berufsgruppen. Im Durchschnitt aller Berufsgruppen wurden 32 Stunden pro Vollzeitanstellung in Bildung investiert.
Ohne Lernende und Studierende und ohne Mitarbeitende von Active Communication und Hotel & Conference Center Sempachersee
404-2: Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur Übergangshilfe

Bildung und Entwicklung erwünscht

Weil die Behandlung, Betreuung und Beratung von rückenmarkverletzten Menschen nicht nur spezifisches Fachwissen, sondern auch eine hohe Kommunikationsfähigkeit und viel Einfühlungsvermögen verlangt, nehmen die Gesellschaften der Schweizer Paraplegiker-Gruppe die Ausbildung von Nachwuchskräften, die Weiterbildung von Berufseinsteigenden nach einem Studium sowie die Fortbildung von Fachpersonal selbst in die Hand.

Zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung bietet die Schweizer Paraplegiker-Gruppe ein thematisch breites internes Bildungsangebot in der hauseigenen «ParAcademy» sowie eine Kostenbeteiligung bei externen Fort- und Weiterbildungen. Für Führungskräfte gibt es spezielle Führungsseminare, die auf die Bedürfnisse der Paraplegiker-Gruppe zugeschnitten sind. Ein Talentprogramm fördert ausgewählte Mitarbeitende in spezifischen und zukunftsgerichteten Kompetenzen und ermöglicht eine interprofessionelle Projektarbeit. Weitere Bedürfnisse können mit individuellen Mentoring- oder Coachingangeboten abgedeckt werden.

im Jahr 2025 wurden 73 Prozent der Kaderstellen in der Schweizer Paraplegiker-Gruppe dank zielgerichteter Förderung und Weiterbildung mit internen Mitarbeitenden besetzt.

Besetzung Kaderstellen
Die Grafik sagt aus, dass im Jahr 2025 73 Prozent der Kaderstellen in der Schweizer Praplegiker-Gruppe durch Beförderungen und 27 Prozent der Kaderstellen durch Neueintritte besetzt wurden.

Ausgewähltes querschnittspezifisches Fachwissen stellt die Schweizer Paraplegiker-Gruppe auch externen Personen zur Verfügung. Sie etabliert fortlaufend neue Bildungskooperationen mit externen Partnern, beispielsweise Hochschulen und Universitäten.

Programme zur Vorbereitung auf die Pensionierung helfen Mitarbeitenden, sich mental und praktisch auf den Ruhestand vorzubereiten.

404-3: Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmässige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer beruflichen Entwicklung erhalten

Beurteilung von Leistung und beruflicher Entwicklung

Aufgrund von Ziel- und Leistungsvereinbarungen wird jährlich ein Beurteilungsgespräch mit allen Festangestellten geführt. Diese bereiten sich mit einer Selbsteinschätzung auf das Gespräch vor. Mithilfe einer Informationsseite im Intranet, die zahlreiche Lern- und Karrieremöglichkeiten aufzeigt, werden sie zudem eingeladen, eigene Entwicklungsziele vorzuschlagen, und finden dort die entsprechenden Anleitungen und Hilfestellungen dazu. Der Zielerreichungsgrad kann unterjährig mit einem Zwischengespräch überprüft oder in den regelmässigen bilateralen Gesprächen im Alltag verfolgt werden.

100 Prozent aller Angestellten in ausgebildeter Funktion und mit unbefristetem Arbeitsvertrag erhalten eine regelmässige Beurteilung. Dazu finden zwei Mal im Jahr Schulungen für Vorgesetzte statt, wie man Ziele formuliert, überprüft und die Mitarbeitenden ziel- und bedürfnisgerecht entwickelt.

405-1: Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten
405-2: Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern

Lohngerechtigkeit

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe legt grossen Wert auf Lohngerechtigkeit und stellt sicher, dass die Vergütung der Mitarbeitenden marktgerecht und fair ist. Die Höhe des Lohns wird durch das Human Resources Management zusammen mit der jeweiligen Führungskraft festgelegt und orientiert sich an der Funktion, der Erfahrung, den Aus- und Weiterbildungen sowie der Leistung der Mitarbeitenden. Es wird darauf geachtet, dass das generelle Lohnniveau sowohl intern als auch extern berücksichtigt wird.

Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum wurde aufgrund der Analyse durch eine unabhängige Prüfstelle des Vereins für Chancen- und Lohngleichheit (VCLG) mit dem Lohngleichheitszertifikat ausgezeichnet. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung führte im Jahr 2025 dieselbe Analyse durch und erfüllte ebenfalls die Anforderungen gemäss Art. 13d GlG und Art. 7 der Verordnung über die Überprüfung der Lohngleichheitsanalyse.

406-1: Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemassnahmen

Diversität und Chancengleichheit

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe achtet und schützt die Persönlichkeit der Mitarbeitenden und duldet keine Diskriminierung, namentlich nicht aus rassistischen Motiven sowie wegen der Herkunft, der Geschlechtsidentität, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der sexuellen Orientierung, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen und psychischen Behinderung.

Im Berichtsjahr wurden keine Diskriminierungsvorfälle registriert resp. ermittelt.

416-1: Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit

Sicherheit bei Produkten und Leistungserbringung

Systematische Überprüfung

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe überprüft und beurteilt systematisch und mit verschiedenen Massnahmen die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf Gesundheit und Sicherheit. Die Gruppengesellschaften rapportieren die Entwicklungen jährlich anhand einer umfassenden Managementbewertung.

Sicherheit dank Managementsystem

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe lässt ihre Qualitäts- und Managementsysteme regelmässig auditieren. Durch ihr Qualitätsmanagement gewährleistet sie eine weitreichende Überprüfung ihrer zentralen Prozesse, Produkte und Dienstleistungen. Die aktuell erreichten Zertifizierungen sind unter anderem im Online-Jahresbericht bei den Gruppengesellschaften ausgewiesen.

Sicherheit bei Dienstleistungen

Alle Angestellten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe können ein ungewolltes Ereignis, das Angestellte oder Patientinnen und Patienten gefährdet, aber nicht geschädigt hat, im «Critical Incident Reporting System» (CIRS) melden. Meldungen im CIRS sind für alle Angestellten anonym und sanktionsfrei möglich und werden als Beitrag zur gelebten Sicherheitskultur geschätzt. Patienten- oder klientenbezogene Zwischenfälle, bei denen eine Person zu Schaden kommt, werden systematisch erfasst. Alle Meldungen dienen der Analyse und Verbesserung der Patienten- und Klientensicherheit sowie der Qualität der Gesundheitsversorgung.

Sicherheit bei Medizinprodukten

Die Materiovigilance dient dem Risikomanagement beim Einsatz von Medizinprodukten. 100 Prozent der medizintechnischen Systeme mit therapeutischer oder diagnostischer Funktion, die an der Patientin oder am Patienten genutzt werden, werden zwingend inventarisiert. Damit stellt das Schweizer Paraplegiker-Zentrum sicher, das gewartete, einwandfrei funktionierende Systeme angewendet werden. Vorkommnisse beim Einsatz medizintechnischer Systeme müssen von Mitarbeitenden innerhalb von zwei Tagen gemeldet werden (Art. 66 Abs. 4 der MepV, Medizinprodukteverordnung des Bundes).

Sicherheit im Arbeitsalltag

Die im Jahr 2024 von der Qualitätsentwicklung und der SIRMED eingeführten «Safety Walks / Safety Talks» erwiesen sich als äusserst erfolgreich und wirkungsvoll. Sie bieten eine strukturierte Plattform, auf der Mitarbeitende gezielt über Sicherheitsaspekte und mögliche Gefährdungen im Alltag sprechen können und tragen dadurch massgeblich zur Förderung der Sicherheitskultur und zum Bewusstsein für sicheres Arbeiten bei. Aufgrund der positiven Erfahrungen und Ergebnisse wurden die «Safety Walks / Safety Talks» auch im Jahr 2025 weiterhin regelmässig durchgeführt.

Eine jährlich im September stattfindende internationale «Aktionswoche Patientensicherheit» nimmt das Schweizer Paraplegiker-Zentrum als weiteren Anlass, Mitarbeitende mit Workshops, Vorträgen und anderen Massnahmen zu vorgegebenem Motto zu sensibilisieren.

Sicherheit durch Infektionsprävention

Swissnoso bestätigte die hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards des Schweizer Paraplegiker-Zentrums zur Verhinderung von Spitalinfektionen. Zusätzlich beteiligte sich die Spezialklinik am Modul «SSI Surveillance», das Swissnoso im Auftrag des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) durchführt.

Eigene Angabe: Award dank positiven Rückmeldungen

Messung der Mitarbeitendenzufriedenheit

Die Schweizer Paraplegiker Gruppe erhebt alle zwei Jahre die Stimmung und Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden in einer Mitarbeitendenbefragung. Im Fokus stehen unter anderem Commitment und Zufriedenheit, die Sinnhaftigkeit der Arbeit, Anzeichen von Resignation sowie die Bereitschaft, die Arbeitgeberin weiterzuempfehlen.

Im Jahr 2025 nahmen 66 Prozent der Mitarbeitenden an der anonymen Befragung teil. Die Resultate fielen sehr positiv aus: 79 Prozent der Mitarbeitenden sind zufrieden, 86 Prozent fühlen sich stark mit der Arbeitgeberin verbunden, 85 Prozent empfinden ihre Arbeit als sinnhaft und 87 Prozent würden die Schweizer Paraplegiker-Gruppe weiterempfehlen. Damit konnten gruppenweit sämtliche Zielgrössen erneut gesteigert werden – ein Ergebnis, das die Paraplegiker-Gruppe als eine der attraktivsten Arbeitgeberinnen im Gesundheitswesen bestätigt. Die positiven Rückmeldungen führten zum 3. Rang beim Swiss Arbeitgeber Award 2026.

Eigene Angabe: Schweizer Spitzenwert bei Berufstätigkeit

Berufliche Wiedereingliederung mit Querschnittlähmung

In der Schweiz sind laut Wirkungsmessung der Schweizer Paraplegiker-Forschung 64,6 Prozent der Querschnittgelähmten wieder berufstätig. Das ist weltweit einzigartig und entlastet die Sozialversicherungen, den Staat und die Steuerzahlenden. Weitere 6,5 Prozent befinden sich in einer Ausbildung. Die Abteilung ParaWork des Schweizer Paraplegiker-Zentrums unterstützt seit 1990 und mit steigender Wirksamkeit die berufliche Eingliederung von Menschen mit Querschnittlähmung. Die Unterstützungsleistungen werden mittels Begleitevaluation der Schweizer Paraplegiker-Forschung laufend überprüft und optimiert.

Eigene Angabe: Gemeinschaftsprojekt für mehr Gleichstellung

Nationale Strategie Querschnittlähmung 2025–2033

Im September 2025 wurde die von einer breiten Trägerschaft unterstützte erste «Nationale Strategie Querschnittlähmung 2025–2033» vorgestellt. Die Strategie identifiziert strukturelle Versorgungslücken sowie Bereiche, die die Schweiz systematisch weiterentwickeln kann. Sie zeigt neun Handlungsfelder mit insgesamt 32 Massnahmen auf, um die Lebensqualität, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen zu steigern und sie hilft der Schweiz, internationale Verpflichtungen wie die UN-Behindertenrechtskonvention zu erfüllen sowie die hohen Standards für Inklusion und Rehabilitation zu erreichen.

Die Nationale Strategie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vereinigung Paraplegikerzentren Schweiz (REHAB Basel, Universitätsklinik Balgrist Zürich, CRR Sion, Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil), der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung und der Schweizer Paraplegiker-Forschung. Begleitet wurde der Prozess vom Bundesamt für Gesundheit BAG und der Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK, sodass die Strategie auf nationaler Ebene verankert ist.

Die Entwicklung der Strategie war von Beginn an partizipativ. Menschen mit Querschnittlähmung, Angehörige, Fachpersonen aus Gesundheitsversorgung, Sozialwesen, Wissenschaft, Politik und Interessenvertretungen brachten ihre Perspektiven ein. Grundlage der Strategie sind wissenschaftliche Daten, die Versorgungslücken und Handlungsfelder systematisch sichtbar machen.

Eigene Angabe: Schutz vor Brand- und Umweltschäden

Betriebseigene Feuerwehr auf dem Campus Nottwil

Die Betriebsfeuerwehr der Schweizer Paraplegiker-Gruppe schützt Personen, Gebäude und Umgebung vor Brand‑ und Umweltschäden. Die Feuerwehrkommission untersteht der Direktion der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Dienstpflicht und Aufbau der Betriebsfeuerwehr sind gemäss kantonalem Gesetz über den Feuerschutz, Vorgabe des Schweizerischen Feuerwehrverbandes und Vorgabe der Gebäudeversicherung des Kantons Luzern geregelt. Das interne Feuerwehrreglement und das Pflichtenheft für Feuerwehrkader konkretisieren die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen.

Fokus Energie und Infrastruktur

Management von wesentlichen Themen

2024 starteten die Erarbeitung des neuen Masterplans bis 2035 und die Verifizierung kurzfristiger baulicher Massnahmen. Als eine der Planungsgrundlagen dient das Energiekonzept der Schweizer Paraplegiker-Gruppe für einen konsequent sparsamen Umgang mit Energie, das es von allen an der Planung und am Bau beteiligten Parteien zu erfüllen gilt. Das Energiekonzept berücksichtigt aktuelle Standards sowie Technologien und macht entsprechende Vorgaben zur Bau- und Betriebsweise für energieeffiziente Gebäude, energetische Sanierungen, Verbrauchsreduktion und Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien für alle Gebäude auf dem Campus Nottwil. Ziel ist es, bis 2030 die CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) gegenüber 2010 um 75 Prozent zu reduzieren.

Entsprechend wurde nach 32 Betriebsjahren das Hallenbad im Schweizer Paraplegiker-Zentrum saniert und im Sommer 2025 wiedereröffnet. Es wurden veraltete Beleuchtungsinstallationen durch moderne LED-Technologie ersetzt, Wärmerückgewinnungsanlagen installiert, die alte Fassade durch eine Fassade mit Isolationswerten auf dem neusten Stand der Technik ersetzt, energieeffiziente Pumpen installiert und schliesslich auf dem Dach eine grosse Photovoltaikanlage gebaut.

302-1: Energieverbrauch innerhalb der Organisation

Energieverbrauch über die Jahre

Der Energieverbrauch der Gebäude auf dem Campus Nottwil setzt sich aus drei Energiearten – Heizöl, Propangas, elektrischer Strom – zusammen. Der Anteil der Eigenproduktion von Strom betrug im Jahr 2025 4,8 Prozent. Im Jahr 2025 konnte der Heizölverbrauch durch einen höheren Einsatz der Wärmepumpenanlage reduziert werden.

Der hohe Heizölverbrauch im Jahr 2023 beruht auf zwei Gründen:

  • Ungeplanter Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Ausfalls des Ammoniak-Wärmetauschers im ersten Quartal
  • Längerer Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Wechsels des Frequenzumformers im vierten Quartal
Verbrauch Heizöl für Wärme- und Warmwassererzeugung (kWh)
Der Verbrauch 2025 wird mit 60 953 kWh ausgewiesen.
Verbrauch Propangas für Wärme- und Warmwassererzeugung (kWh)
Der Verbrauch 2025 wird mit 1 516 494 kWh ausgewiesen.
Verbrauch elektrischer Strom ab Netz (kWh)
Der Verbrauch 2025 wird mit 8 740 107 kWh ausgewiesen.
Strom-Eigenproduktion ab Photovoltaik (kWh)
Der Verbrauch 2025 wird mit 491 255 kWh ausgewiesen.
Gesamtenergieverbrauch (kWh)
Der Verbrauch 2025 wird mit 10 808 810 kWh ausgewiesen.

Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.

302-3: Energieintensität

Energieintensität als Bezugsgrösse

Für die Berechnung der Energieintensität auf dem Campus Nottwil werden die Energiearten Heizöl, Propangas und der Bezug von elektrischem Strom ab Netz sowie der auf dem Campus Nottwil mittels Photovoltaikanlage produzierte Strom einbezogen. Als Bezugsgrössen zur Berechnung des Quotienten dienen der Betriebsertrag der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und die Energiebezugsfläche.

Die hohe Energieintensität im Jahr 2023 beruht auf zwei Gründen:

  • Ungeplanter Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Ausfalls des Ammoniak-Wärmetauschers im ersten Quartal
  • Längerer Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Wechsels des Frequenzumformers im vierten Quartal
Energieintensität in Relation zur Energiebezugsfläche (kWh/m2)
Die Intensität 2025 wird mit 109,13 kWh pro Quadratmeter ausgewiesen.
Energieintensität in Relation zum Betriebsertrag (kWh/1000 CHF)
Der Intensität 2025 wird mit 88,21 kWh pro 1000 Franken ausgewiesen.
Als Betriebsertrag wird die «Betriebliche Leistung inkl. Intercompany-Erträge Tochtergesellschaften» der Schweizer Paraplegiker-Stiftung herangezogen.

Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.

302-4: Verringerung des Energieverbrauchs

Verbesserung der Energieeffizienz

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist als Energiegrossverbraucher seit 2019 gesetzlich zu kontinuierlichem Energiesparen verpflichtet. Mit Beratung und Lösungen der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) in Zürich wurden mit dem Kanton Luzern konkrete Verbesserungsziele vereinbart. Der Zielpfad fordert bis 2030 eine Verbesserung der Energieeffizienz um 9 Prozent und eine Reduktion der CO2-Intensität von 17,4 Prozent.

Der Energieverbrauch der Gebäude auf dem Campus Nottwil setzt sich aus drei Energiearten – Heizöl, Propangas, elektrischer Strom – zusammen.

Energieeffizienz (in Prozent)
Die Effizienz 2025 wird mit 117,24 Prozent ausgewiesen, was über dem Zielpfad von 104,52 Prozent liegt.
Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.
303-1: Wasser als gemeinsam genutzte Ressource

Wassernutzung

Trinkwasser für Betrieb

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe bezieht sämtliches Wasser von der öffentlichen Wasserversorgung der Gemeinde Nottwil, welche für die qualitativ und quantitativ einwandfreie Versorgung gemäss geltender Gesetzgebung verantwortlich ist. Die Hauptnutzung auf dem Campus Nottwil erfolgt, neben den vielen kleineren allgemeinen Nutzungsbereichen, für den Spitalbetrieb, den Hotelbetrieb sowie für das Hallenbad und zwei Therapiebäder.

Seewasser für Heiz- und Kühlzwecke

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe fördert Seewasser des Sempachersees zur Kühlung und zum Betrieb der zentralen Wärmepumpenanlage für die Wärme- und Warmwassererzeugung. Die Vorgaben bezüglich des Bezugs des Seewassers sind in einer kantonalen Konzession detailliert geregelt.

303-2: Umgang mit den Auswirkungen der Wasserrückführung

Wasserrückführung

Abwässer aus Betrieb

Die Sammlung und Ableitung der Abwässer auf dem Campus Nottwil erfolgt im sogenannten Trennsystem. Das nicht verschmutzte Abwasser, soweit sich dieses nicht versickern lässt, und das verschmutzte Abwasser werden in getrennten Leitungen abgeleitet. Sämtliches verschmutztes Abwasser wird in das öffentliche Kanalisationsnetz der Gemeinde Nottwil eingeleitet, die dem Gemeindeverband Abwasserreinigung Surental angeschlossen ist. Das verschmutzte Abwasser wird in der Abwasserreinigungsanlage des Gemeindeverbands gemäss den gesetzlichen Auflagen aufbereitet. Nicht verschmutzte Abwässer (Regenwasser von Dächern, Plätzen und Wegen sowie Sickerwasser) werden über sogenannte Meteorwasserleitungen in Oberflächengewässer eingeleitet.

Seewasser für Heiz- und Kühlzwecke

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe fördert Seewasser des Sempachersees zur Kühlung und zum Betrieb der zentralen Wärmepumpenanlage für die Wärme- und Warmwassererzeugung. Das geförderte Seewasser wird über einen Bach wieder zurück in den Sempachersee geführt. Die Vorgaben bezüglich Rückführung des Seewassers sind in einer kantonalen Konzession detailliert geregelt.

305-1: Direkte THG-Emissionen (Scope 1)

Verursachte Emissionen

Die CO2-Emissionen werden nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protokoll) berechnet. Das GHG-Protokoll ist weltweit als Rahmen für die Messung und Berichterstattung von Treibhausgas-Emissionen anerkannt. Dabei werden die Emissionsquellen nach Scope 1, 2 und 3 unterschieden. Im Scope 1 enthalten sind Brennstoffe, Treibstoffe, Kältemittel und Gase. Im Scope 2 sind Strom, Fernwärme, Dampf oder Kühlungsenergie erfasst. Scope 3 schliesst Verbrauchsmaterial, Lebensmittel, Reinigung, Wäsche, ICT und Abfälle, aber auch die Mobilität von Personal, Patientinnen und Patienten sowie Besuchenden und Gästen ein. Scope 3 macht den weitaus grössten Teil des ökologischen Gesamtfussabdrucks aus.

Dank griffigen Massnahmen wie Wärmepumpe (seit 1990), Eigenstromproduktion (seit 2015), Wärmerückgewinnung und laufenden Betriebsoptimierungen konnte die Schweizer Paraplegiker-Gruppe die fossile Wärmeproduktion bei Scope 1 und 2 sukzessive massiv reduzieren.

Mit Strategien wie Kreislaufwirtschaft, Food-Waste-Reduktion, Medikamentenmanagement oder Mobilitätskonzept erreichte die Schweizer Paraplegiker-Gruppe in den vergangenen Jahren auch bei Scope 3 wirksame Verbesserungen. Eine grosse Herausforderung sind die verpflichtenden Vorgaben an Hygiene, Qualität, Sicherheit oder auch Komfort, die einer hohen CO2-Belastung gegenüberstehen. Mit einer Mehrjahresplanung und vielfältigen Massnahmen wird hier eine weitere Reduktion der Treibhausgas-Emission angestrebt.

Direkte, indirekte und sonstige indirekte Treibhausgas-Emissionen (Scope 1–3)
Die Grafik weist für das Jahr 2025 einen Scope 1 von 4 Prozent aus, einen Scope 2 von 2 Prozent und einen Scope 3 von gesamthaft 94 Prozent.
Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.
305-2: Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2)

Indirekte Emission durch eingekaufte Energie

In Scope 2 sind Strom, Fernwärme, Dampf oder Kühlungsenergie erfasst.

Direkte, indirekte und sonstige indirekte Treibhausgas-Emissionen (Scope 1–3)
Die Grafik weist für das Jahr 2025 einen Scope 1 von 4 Prozent aus, einen Scope 2 von 2 Prozent und einen Scope 3 von gesamthaft 94 Prozent.
Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.
305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

Indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette

Scope 3 schliesst Verbrauchsmaterial, Lebensmittel, Reinigung, Wäsche, ICT und Abfälle, aber auch die Mobilität von Personal, Patientinnen und Patienten sowie Besuchenden und Gästen ein. Scope 3 macht den weitaus grössten Teil des ökologischen Gesamtfussabdrucks aus.

Sonstige indirekte Treibhausgas-Emissionen (Scope 3.1, pro FTE)
Die Grafik weist für das Jahr 2025 im Scope 3 die Treibhausgas-Emissionen wie folgt aus: 26 Prozent Gastronomie und Verpflegung, 1 Prozent Wäsche und Reinigung, 41 Prozent Verbrauchsmaterial Medizin, 2 Prozent Arzneimittel, 13 Prozent Verbrauchsmaterial Büro und Druck, 16 Prozent Verbrauchsmaterial Haushalt, 1 Prozent Verbrauchsmaterial IT.
Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.
305-4: Intensität der THG-Emissionen

CO2-Intensität

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist als Energiegrossverbraucher seit 2019 gesetzlich zu kontinuierlichem Energiesparen verpflichtet. Mit Beratung und Lösungen der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) in Zürich wurden mit dem Kanton Luzern konkrete Verbesserungsziele vereinbart. Der Zielpfad fordert bis 2030 eine Verbesserung der Energieeffizienz um 9 Prozent und eine Reduktion der CO2-Intensität von 17,4 Prozent.

Der Energieverbrauch der Gebäude auf dem Campus Nottwil setzt sich aus drei Energiearten – Heizöl, Propangas, elektrischer Strom – zusammen.

Die hohe CO2-Intensität im Jahr 2023 beruht auf zwei Gründen:

  • Ungeplanter Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Ausfalls des Ammoniak-Wärmetauschers im ersten Quartal
  • Längerer Stillstand der Wärmepumpenanlage aufgrund des Wechsels des Frequenzumformers im vierten Quartal
Intensität der Treibhausgas-Emissionen
(in Prozent)
Die Intensität 2025 wird mit 66,98 Prozent ausgewiesen, was unter dem Zielpfad von 91,3 Prozent liegt.
Von der Messung ausgenommen ist Active Communication. Der Geschäftssitz der Gruppengesellschaft ist nicht auf dem Campus Nottwil.

Fokus Mobilität

Management von wesentlichen Themen

Der Verkehr trägt wesentlich zum gesamten CO2-Ausstoss des Campus Nottwil bei. Vor diesem Hintergrund setzt die Schweizer Paraplegiker-Gruppe seit 2024 ein umfassendes Mobilitätskonzept um, mit dem Ziel, den öffentlichen Verkehr sowie den Langsamverkehr gezielt zu fördern und damit verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren. Zur Förderung der Velomobilität stehen zahlreiche gedeckte Velostellplätze, Lademöglichkeiten für E-Bikes, Trocknungsräume für nasse Kleidung sowie Duschen zur Verfügung. Der Bikesharing-Dienst Nextbike kann von allen Mitarbeitenden für Kurzfahrten zwischen Campus Nottwil und Bahnhof kostenlos genutzt werden. Für Elektrofahrzeuge der Mitarbeitenden stehen Ladestationen zu attraktiven Stromtarifen bereit. Gleichzeitig konnten die Buslinien zum Schweizer Paraplegiker-Zentrum die Taktfrequenzen erhöhen. Für die Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität wurden im Berichtsjahr insgesamt rund 335 000 Franken investiert.

Aufgrund zweier Grossanlässe anlässlich des Jubiläumsjahrs stieg die Besuchermobilität im Berichtsjahr temporär an. Für das laufende Jahr 2026 wird wieder mit einem Rückgang gerechnet. Weitere Reduktionspotenziale werden derzeit geprüft, insbesondere im Bereich der Geschäftsmobilität der Gruppengesellschaften.

305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

Emissionen im Zusammenhang mit Mobilität

Die Mobilität von Mitarbeitenden, Patientinnen und Patienten sowie Besuchenden und Gästen verursachte im Jahr 2025 einen Anteil von 27,2 Prozent am CO2-Ausstoss auf dem Campus Nottwil. Mit einem Paket an Massnahmen verfolgt die Schweizer Paraplegiker-Gruppe eine zur Nachhaltigkeitsstrategie passende Mobilitätspolitik. Dazu zählen eine optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr, eine lenkende Preispolitik im Parkhaus sowie die Förderung des Langsamverkehrs, von Fahrgemeinschaften und der Elektromobilität. Um der steigenden Nutzung von Elektroautos gerecht zu werden, wurden die E-Ladestationen für Mitarbeitendenfahrzeuge im Jahr 2025 von 11 auf 23 erweitert. Ferner sollen Dienstreisen möglichst mit dem öffentlichen Verkehr unternommen werden.

Verteilung der Treibhausgas-Emissionen in der Mobilität (in Prozent)
Bei der Mobilität wird die Treihausgas-Emission 2025 wie folgt ausgewiesen: 36 Prozent Mitarbeitende, 22 Prozent Patienten ambulant, 4 Prozent Patienten stationär, 9 Prozent Patienten-Besuchende, 29 Prozent Gäste von Hotel, Tagungen und Sportevents.
Eigene Angabe: Mobilitätskonzept für Mitarbeitende

Mobilitätsförderung für Mitarbeitende

Ressourcenschonendes Pendeln gefördert

Das Mobilitätskonzept der Schweizer Paraplegiker-Gruppe wurde im Jahr 2024 lanciert und beinhaltet fünf Mobilitätsabos zur Auswahl. Mitarbeitende wählen damit, auf welche Art sie ihren Arbeitsweg bevorzugt zurücklegen wollen. Je nach Wahl sieht die Paraplegiker-Gruppe verschiedene Unterstützungsformen respektive Mobilitätsboni vor. Die Mobilitätsabos sind gerade für neue Mitarbeitende attraktiv und motivieren dazu, mit dem öffentlichen Verkehr oder im Langsamverkehr zu pendeln. Das Mobilitätsabo ist jeweils gültig für ein Jahr. Das Mobilitätskonzept entstand mit Beizug von Expertinnen und Experten, namentlich der Albert Koechlin Stiftung in Luzern und von Trafiko in Kastanienbaum (LU).

Fünf Mobilitätsabos
Die Grafik illustriert die 5 Mobilätsabos Muskelkraft (Langsamverkehr), ÖV, Job-E-Bike, Auto und Motorrad.
Mobilitätsverhalten bezifferbar

Im dritten Jahr seit Einführung der Mobilitätsabos gab es erneut eine leichte Verschiebung hin zu fossilarmen Pendeloptionen. 42 Prozent aller Mitarbeitenden entschieden sich für die Mobilitätsabos ÖV und Muskelkraft, das sind 2 Prozent mehr als im Vorjahr. 57 Prozent blieben beim Mobilitätsabo Auto. Es kann davon ausgegangen werden, dass einige unter ihnen saisonal- oder wetterbedingt ebenfalls gelegentlich auf das Velo umsteigen. Unverändert 1 Prozent pendelt mit dem Motorrad.

Verteilung der Mobilitätsabos (in Prozent)
Die Verteilung 2025 wird wie folgt ausgewiesen: 57 Prozent Auto, 24 Prozent Öffentliche Verkehrsmittel, 18 Prozent Muskelkraft (Langsamverkehr), 1 Prozent Motorrad, 0 Prozent Job-E-Bike.
(Stichtag 31. März 2026)

Fokus Ernährung

Management von wesentlichen Themen

Nebst der Mobilität und Gebäudeinfrastruktur trägt die Lebensmittelproduktion am meisten zum gesamten CO2-Ausstoss eines Spitals bei. Deshalb optimieren die Restaurants auf dem Campus Nottwil laufend ihre Prozesse. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Reduktion von Lebensmittelabfällen. So führt beispielsweise die Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums seit 2022 jährlich eine aufschlussreiche Food-Waste-Erfassung durch. Ziel ist es, Massnahmen abzuleiten, um die Lebensmittelabfälle langfristig jedes Jahr um 3 Prozent zu senken. Zur weiteren positiven Entwicklung sollen vermehrt regionale und nationale Lebensmittel und davon ein noch grösserer Anteil an Gemüsen und Früchten angeboten werden.

101-4: Identifizierung der Auswirkungen auf die Biodiversität

Negative Auswirkungen gering halten

Die Gastronomie am Schweizer Paraplegiker-Zentrum arbeitet möglichst mit regional verankerten Produzentinnen und Produzenten sowie Lieferantinnen und Lieferanten zusammen. Einkaufsrichtlinien halten die Erwartungen an Produkt und Lieferung fest. So werden überwiegend in der Schweiz und bevorzugt integriert produzierte Produkte beschafft, die nicht zuletzt betreffend Tierwohl und Ökologie von Gesetzes wegen höhere Standards erfüllen. Kann die Regionalität bei einem Produkt nicht berücksichtigt werden, fällt die Wahl auf Produkte mit Umweltsiegel, beispielsweise MSC für Wildfisch oder Fairtrade. Ein weiterer Vorteil der regionalen Zusammenarbeit sind verkürzte Transportwege. Dabei werden, wenn immer möglich, Mehrweggebinde verlangt.

204-1: Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten

Anfahrtswege kurzhalten

85 Prozent der eingekauften Volumen der Gastronomie am Schweizer Paraplegiker-Zentrum kommen von Lieferanten innerhalb 20 Kilometer Luftlinie. Wird der Kreis auf 50 Kilometer erweitert, sind es sogar 95 Prozent des Einkaufsvolumens.

Lieferanten innerhalb 20 Kilometer
Die Grafik zeigt und benennt dreizehn Lieferanten innerhalb 20 Kilometer Luftlinie.
Die Angaben betreffen die Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums.
301-1: Eingesetzte Materialien nach Gewicht und Volumen

Verwendete Lebensmittel

Den ökologischen Auswirkungen der Lebensmittelproduktion kann durch eine Verminderung tierischer Lebensmittel, die vermehrte Nutzung von Öko-Labels sowie die Berücksichtigung Schweizer und regionaler Lieferanten begegnet werden. Aufgrund der grossen Menge an Mahlzeiten, welche die Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums auf dem Campus Nottwil anbietet, besteht hier ein wichtiger Hebel für Verbesserungen der Umweltauswirkungen.

Lebensmittelkategorien nach Einkaufsmengen (Kilogramm)
Die Grafik weist Einkaufsmengen für die Kategorien Mineralwasser, Süssgetränke, Kaffee, Übrige Getränke, Gemüse/Früchte, Fleisch/Fisch, Trockenprodukte, Tiefkühlprodukte, Milchprodukte und Eier aus.
Anlässlich des Jubiläumsjahrs 2025 wurden auf dem Campus Nottwil verschiedene Veranstaltungen durchgeführt. Die Verpflegung von Besuchenden und Gästen trug zu den höheren Einkaufsmengen bei.
Einkaufsmenge im Verhältnis Fleisch/Fisch zu Gemüse/Früchte
Die Grafik weist aus, dass 2025 2,58 mal mehr Gemüse und Früchte eingekauft wurden, als Fleisch und Fisch.
Fleischkonsum leicht angestiegen

Trotz vegetarischer Alternativen wählten die Restaurantgäste im Jahr 2025 öfters ein Gericht mit Fleisch oder Fisch. Zusätzlich konnten mehr Bankettanlässe durchgeführt werden, wobei von den Veranstaltenden meist ein Fleischmenü verlangt wurde. Schmorgerichte tragen ebenfalls zu einer höheren Fleischmenge bei, da das Ausgangsgewicht des Fleisches vor dem Kochen höher ist als bei einem Edelstück. Als positiv zu werten ist, dass das dafür verwendete Fleisch zur besseren Verwertung des Tieres beiträgt.

Anteil Fleisch/Fisch pro konsumierter Mahlzeit (Gramm)
Die Grafik weist aus, dass 2025 durchschnittlich pro Mahlzeit 68 Gramm Fleisch oder Fisch konsumiert wurden.
Anzahl konsumierte Mahlzeiten 
Die Grafik weist aus, dass 2025 502 404 Mahlzeiten konsumiert wurden.
Anlässlich des Jubiläumsjahrs 2025 wurden auf dem Campus Nottwil verschiedene Veranstaltungen durchgeführt. Die Verpflegung von Besuchenden und Gästen trug zur höheren Anzahl Mahlzeiten bei.

Alle Angaben in den Grafiken betreffen die Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums.

306-3: Angefallener Abfall

Lebensmittelabfälle reduzieren

Präzises Messergebnis

Seit Mai 2025 erhebt ein neues Messsystem mit Waage und Kamera die täglich anfallenden Abfälle in der Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums. Die KI-gesteuerte automatisierte Datenerfassung ermöglicht eine präzise Analyse von Abfall und Menge. Die Daten sind Grundlage für weitere optimierende Massnahmen gegen Food Waste. In den Jahren 2022 bis 2024 wurden die Lebensmittelabfälle anhand einer Messung im Monat August hochgerechnet. Das damalige Verfahren und die Messung wurden vom Verein «United Against Waste» begleitet.

Lebensmittelabfälle pro Patientenessen (Gramm)
Die Grafik weist aus, dass 2025 pro Patientenessen durchschnittlich 45 Gramm Lebensmittelabfall anfielen.
Seit Mai 2025 wird ein neues Messsystem eingesetzt, was keinen direkten Vergleich mit den Vorjahren ermöglicht.
Lebensmittelabfälle pro Restaurantgast (Gramm)
Die Grafik weist aus, dass 2025 pro Restaurantgast durchschnittlich 11 Gramm Lebensmittelabfall anfielen.
Seit Mai 2025 wird ein neues Messsystem eingesetzt, was keinen direkten Vergleich mit den Vorjahren ermöglicht.
Lebensmittelabfälle Gesamtmenge (Kilogramm)
Die Grafik weist aus, dass 2025 gesamthaft 22 946 Kilogramm Lebensmittelabfall anfielen.
Seit Mai 2025 wird ein neues Messsystem eingesetzt, was keinen direkten Vergleich mit den Vorjahren ermöglicht.
Definition Lebensmittelabfälle

Die Lebensmittelabfall-Gesamtmenge umfasst alle Lebensmittelabfälle, die in der Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums anfallen. Darin enthalten sind Rüstabfälle sowie Flüssigkeiten wie Suppen und Saucen. Bei der Weiterverwendung von übrig gebliebenen Lebensmitteln ist den gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Lebensmittelsicherheit Rechnung zu tragen. Trotz 10 Prozent mehr konsumierter Mahlzeiten im Jahr 2025 (vgl. Grafik unter 301-1) konnte eine leicht geringere Menge an Lebensmittelabfällen erreicht werden.

Alle Angaben in den Grafiken betreffen die Gastronomie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums.

Rüstabfälle kompostieren

Seit September 2024 werden die Rüstabfälle auf dem Gelände beim Schweizer Paraplegiker-Zentrum kompostiert. Monatlich sind dies rund 500 Kilogramm. Die Rüstabfälle machen rund 20 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle aus. Der Kompost wird für die Düngung der Pflanzen auf dem Gelände verwendet.

Fokus Ressourcen

Management von wesentlichen Themen

Der Stiftungsrat der Schweizer Paraplegiker-Stiftung definiert mit seiner Beschaffungspolitik die Leitplanken des Beschaffungswesens für Güter und Dienstleistungen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. Als Grundsatz zur Nachhaltigkeit verlangt die Beschaffungspolitik, dass beschaffte Güter und Dienstleistungen nachhaltig sind und hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Anforderungen genügen. Bei der Beurteilung einer Beschaffung sind die Kosten (Anschaffungs-, Betriebs- und Entsorgungskosten) sowie die sozialen und ökologischen Auswirkungen über den gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen. Entsprechend erfolgen spezifische Vorgaben in Bezug auf die soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Als Grundsatz zur Integrität steht die Paraplegiker-Gruppe für faire und transparente Lieferantenbeziehungen und hält sich konsequent an die geltenden Gesetze und Verordnungen. Die Lieferanten werden an ihrer Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und sozialen Verantwortung gemessen.

301-1: Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen

Nachhaltige Alternativen zur Auswahl

Interne Sterilgutaufbereitung bewährt sich

Seit der Inbetriebnahme der Klinik im Jahr 1990 werden die Medizinprodukte für den Operationsbetrieb durch die interne Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) fachgerecht aufbereitet. Seit 2018 werden auch die Stationen und Ambulatorien von der ZSVA mit sterilen Medizinprodukten versorgt. Gesamthaft bereitete die interne Sterilgutaufbereitung im Jahr 2025 64 571 Instrumente auf.

Büromaterial mit Öko-Label

Im Jahr 2025 wurde das Sortiment bestellbarer Büroartikel um 300 nachhaltige Alternativen erweitert, sodass Mitarbeitende bewusst Büromaterial mit Öko-Label wählen können. Wieviel CO2-Emissionen dadurch eingespart werden konnten, ist mangels Information vonseiten Hersteller aktuell nicht möglich. Wie eine Datenerhebung und -auswertung künftig möglich ist, wird nun mit den Lieferanten besprochen. Ziel ist es, dank belastbaren Daten auch in diesem Bereich fundiert nachhaltige Entscheide treffen zu können.

Verbrauchsmaterial umgestellt

Nachdem im Vorjahr diverse Papierprodukte wie Servietten, Wischtücher, Kosmetiktücher und Toilettenpapier mit Eco-Produkten ersetzt worden waren, konnte im Jahr 2025 bei weiteren 15 Artikeln auf nachhaltige Alternativen gewechselt werden. Dabei handelte es sich um Verbrauchsmaterialien wie Kuverts oder Kehrichtsäcke sowie Haushaltsartikel wie Zahnbürsten. Die Umstellung auf nachhaltigere Produkte ist teilweise eine Herausforderung. Ein häufiger Kritikpunkt betrifft den Geruch, der durch alternative Rohstoffe entstehen kann. Dennoch stellt die Umstellung auf nachhaltigere Produkte einen wichtigen Beitrag zu einer verantwortungsvollen Beschaffung dar.

301-3: Wiederverwertete Produkte und ihre Verpackungsmaterialien

Weiterverwendung angestrebt

ICT-Hardware in Umlauf gebracht

Die Informatikabteilung des Schweizer Paraplegiker-Zentrums liess im Rahmen einer Partnerschaft mit GEWA 1464 gebrauchte ICT- und Mobilgeräte der Schweizer Paraplegiker-Gruppe aufbereiten. 99 Prozent der Geräte konnten durch Wiederverwendung (Wiederaufbereitung und Weitervermarktung) in den Nutzungskreislauf zurückgeführt werden. Dadurch konnten 194 776 Kilogramm CO₂-Äquivalente eingespart, 800 306 kWh Primärenergie reduziert sowie ein Wasserfussabdruck von 60 029 516 Litern vermieden werden. Die Zusammenarbeit stärkte die Kreislaufwirtschaft durch konsequente Wiederverwendung von ICT-Hardware und leistete zusätzlich einen sozialen Beitrag durch die Schaffung eines Arbeitsplatzes für Menschen mit psychischen Herausforderungen.

Kartonboxen mehrfach verwendet

Das interne Zentrallager verschickte im Auftrag der Schweizer Paraplegiker-Gruppe im Jahr 2025 18 107 Sendungen in wiederverwendeten Kartons. Dies entspricht einem Kartonvolumen von 13 508 Kilogramm und einem Verbrauch von 4430 Kilogramm CO2, die durch die Wiederverwendung eingespart werden. Diese Einsparung entspricht umgerechnet etwa dem CO2-Ausstoss von 362 Autofahrten zwischen Luzern und Nottwil, hin und zurück.

Mehr Aluminium gesammelt

Innerhalb von zwei Jahren wurde das für das Recycling gesammelte Aluminium in der Menge fast verdoppelt von 739 Kilogramm im Jahr 2023 auf 1380 Kilogramm im Jahr 2025. Einerseits motivierten zusätzliche Sammelstellen auf dem Campus Nottwil, die zudem auffallend gestaltet und näher erreichbar sind, zur korrekten Entsorgung von Aluminium. Andererseits könnte ein Konsumverhalten mit höherer Nutzung von Aluminiumverpackung zum hohen Sammelergebnis beigetragen haben.

Europaletten für Weiterverwendung

Europaletten, die beschädigt sind oder von Lieferanten nicht zurückgenommen werden, werden vom Zentrallager seit 2025 nicht mehr entsorgt, sondern an ein spezialisiertes Unternehmen für Reparatur und Recycling verkauft. Bislang konnten 74 beschädigte Paletten zur Aufbereitung abgegeben werden.

PET-Recycling gemessen

Ab Januar 2024 weitete das Schweizer Paraplegiker-Zentrum die Abfalllogistik bis an den Arbeitsplatz aus. Anstelle von individuellen Abfalleimern stehen an 21 Standorten Recyclingstationen zur Trennung von PET, Kunststoff, Alu, Batterien und Abfall zur Verfügung. Zahlreiche weitere Abfallkategorien werden in zentralen Sammelräumen gesammelt. Dank dieser Massnahme konnten im Jahr 2025 allein 6464 Kilogramm PET-Getränkeflaschen gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt werden. Mit Information und Aufklärung wird sichergestellt, dass Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten, Besuchende und Gäste den Recyclingprozess möglichst unterstützen.

306-1: Anfallender Abfall und erhebliche abfallbezogene Auswirkungen
306-2: Management erheblicher abfallbezogener Auswirkungen

Festgelegte Richtlinien für Entsorgung

Die Entsorgung von Abfällen erfolgt nach spezifischen Verfahren und festgelegten Richtlinien für die verschiedenen Abfallkategorien. Die abfallbezogenen Daten werden regelmässig und vollständig erfasst.

Abfall aus dem Labor

Die Abfälle aus dem Labor werden in verschiedene Gruppen eingeteilt und in entsprechend gekennzeichneten Behältern gesammelt. Jede Abfallgruppe hat spezifische Entsorgungsrichtlinien. Infektiöse Abfälle mit potenziell gefährlichen Organismen werden vor der Entsorgung durch Autoklavieren inaktiviert. Der interne Transport der Abfälle wird durch geschultes Personal veranlasst. Die Abfälle werden an externe Entsorgungsspezialisten übergeben, die für die sichere und umweltgerechte Entsorgung verantwortlich sind.

Abfall aus der Apotheke

Für abgelaufene Medikamente, Betäubungsmittel, Chemikalien oder kontaminierte Abfälle gewährleistet die Spitalapotheke eine sichere und ordnungsgemässe Entsorgung. Die Rückgabe von den Pflegestationen an die Spitalapotheke ist klar definiert und funktioniert einwandfrei.

Abfall aus Behandlung

CMR-Medikamente sind Arzneimittel, die als krebserregend (C), mutagen (M) oder reproduktionstoxisch (R) klassifiziert werden. Bei nicht fachgerechtem Umgang stellen sie ein potenzielles Risiko für die Gesundheit von Menschen und die Umwelt dar. Zur sicheren Entsorgung dieser Medikamente kommen bereits auf den Stationen verschliessbare Abfallbehälter zum Einsatz. Die so gesammelten Medikamente werden mit Behälter einem externen Entsorgungsspezialisten zur fachgerechten Entsorgung übergeben.

Abfall aus der Küche

Rüstabfälle werden seit 2024 auf dem Campus Nottwil kompostiert und in wertvollen Dünger umgewandelt. Weitere Bioabfälle werden einer Biogasanlage zugeführt. Dabei wird der abgebaute Kohlenstoff zu über 90 Prozent in Biogas umgewandelt, welches als erneuerbare Energie für Fahrzeugtreibstoffe verwendet wird.

Abfallmanagement von Dritten

Alle medizinischen und sonstigen Sonderabfälle werden sicher gesammelt und durch zugelassene Entsorger fachgerecht entsorgt.

306-3: Angefallener Abfall

Verbesserungspotenzial erkannt

In der Schweizer Paraplegiker-Gruppe fallen grosse Mengen von Abfall an. Im Jahr 2025 wurden gesamthaft 375 Tonnen Abfall gemessen. Dieser wird so weit wie möglich recycelt, trotzdem muss eine bedeutende Menge verbrannt werden. Es besteht Verbesserungspotenzial bezüglich der Vermeidung und Trennung von Abfall. Insbesondere medizinisches Einwegmaterial sowie die Verpackungen von Verbrauchsgütern stellen eine grosse Herausforderung dar.

Sonderabfälle werden gemäss gesetzlichen Vorgaben von einem zugelassenen Dienstleister (Remondis) entsorgt. Die Kennzahlen für Bioabfälle sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. Dies ist auf eine Anpassung der Berechnung zurückzuführen, indem die Dichte des Bioabfalls auf eine realistische Grösse von 0,5 Kilogramm pro Liter angepasst wurde.

Abfall nach Kategorien
(Tonnen)
Die Grafik weist für 2025 228 Tonnen verbrannte Abfälle aus, 105 Tonnen recycelte Abfälle, 12 Tonnen Sonderabfälle und 29 Tonnen Bioabfälle.
Treibhausgas-Emissionen nach Kategorien
(Tonnen CO2eq)
Die Grafik weist für 2025 in der Kategorie Verbrannte Abfälle 246 Tonnen Treibhausgas-Emissionen aus, in der Kategorie Recycelte Abfälle 22 Tonnen, in der Kategorie Sonderabfälle 15 Tonnen und in der Kategorie Bioabfälle 1 Tonne.
Aufgrund neu berechneter Emissionsfaktoren fallen die Tonnen CO2eq bei den verbrannten Abfällen im Vergleich zum Vorjahr einiges höher aus. Die Treibhausgas-Emissionen für Abfälle machen lediglich knapp ein Prozent der Gesamtemissionen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe aus.
306-4: Von Entsorgung umgeleiteter Abfall
306-5: Zur Entsorgung weitergeleiteter Abfall
308-1: Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden

Überprüfung auf Umweltkriterien

Der Beschaffungs- und Logistikprozess der Schweizer Paraplegiker-Gruppe sieht vor, dass neue Lieferanten anhand von Umweltkriterien und Sozialkriterien bewertet werden. Dazu geben Lieferanten Auskunft über die verfolgten Nachhaltigkeitsziele, das Engagement und die Projekte betreffend Nachhaltigkeit, die Kreislaufwirtschaft und kreislauffähige Produkte des Unternehmens, den Standard für die Berichterstattung und zu den erreichten Nachhaltigkeitszertifikaten. Im Berichtsjahr wurden 100 Prozent der neuen Lieferanten anhand dieser Selbstauskunft bewertet. Bei Ausschreibungen werden Lieferanten zusätzlich gezielt nach ihrer Kreislauffähigkeit befragt, beispielsweise anhand von Produktionsprozessen nach «Cradle to Cradle», von Verpackungen nach «Design for Recycling» oder der Partnerschaft mit PACE «Platform for Accelerating the Circular Economy».

308-2: Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Massnahmen

Mineralien und Metalle aus Konfliktgebieten

Transparenz bezüglich Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten

Gemäss Artikel 964j Absatz 1 OR müssen Unternehmen, deren Sitz, Hauptverwaltung oder Hauptniederlassung sich in der Schweiz befindet, in der Lieferkette Sorgfaltspflichten einhalten und darüber Bericht erstatten, wenn sie:

  1. Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold enthaltende Mineralien oder Metalle aus Konflikt- und Hochrisikogebieten in den freien Verkehr der Schweiz überführen oder in der Schweiz bearbeiten; oder
  2. Produkte oder Dienstleistungen anbieten, bei denen ein begründeter Verdacht besteht, dass sie unter Einsatz von Kinderarbeit hergestellt oder erbracht wurden.

Die entsprechenden Vorgaben aus dem Schweizerischen Obligationenrecht finden für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe keine Anwendung, da die Paraplegiker-Gruppe Mineralien oder Metalle aus Konflikt- und Hochrisikogebieten weder einführt noch bearbeitet.

408-1: Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko für Vorfälle von Kinderarbeit

Überprüfte Lieferanten

Kinderarbeit

Das Schweizerische Obligationenrecht verlangt von den Unternehmen eine Einschätzung, ob es im Rahmen des Beschaffungswesens in der Lieferkette zu Kinderarbeit hätte kommen können. Überwiegend werden Produkte und Dienstleistungen aus der Schweiz und der EU beschafft. Dadurch kann die Schweizer Paraplegiker-Gruppe das Risiko der Verletzung des Kinderarbeitsverbots in der Lieferkette eines Produktes a priori reduzieren.

Deklaration eingefordert

Die Einkaufsorganisationen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe schrieben alle Schlüssellieferanten sowie Lieferanten mit Produkten, die gemäss UNICEF-Index mittlere Risiken im Bereich Kinderarbeit aufweisen, um Auskunft zu Sorgfaltspflicht und Transparenz bezüglich Kinderarbeit an. Über 90 Prozent der angeschriebenen Lieferanten beantworteten die Deklaration und schlossen Kinderarbeit aus. Von einigen Lieferanten ist die Antwort ausstehend. Deshalb kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass gewisse Produkte aus Ländern ein- und weiterverkauft werden, die gemäss UNICEF-Index mittlere Risiken im Bereich Kinderarbeit aufweisen.

414-1: Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden
414-2: Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Massnahmen

Fokus Biodiversität

Management von wesentlichen Themen

Eine naturnahe Umgebung dient der ganzheitlichen Rehabilitation und dem Wohlergehen der Menschen. Deshalb war eine naturnahe Gestaltung bereits beim Bau der Spezialklinik am Sempachersee Ende der 1980er-Jahre ein klar definiertes Ziel. 1999 wurde die Schweizer Paraplegiker-Stiftung erstmals mit dem Zertifikat für naturnahe Firmenareale der Stiftung Natur & Wirtschaft ausgezeichnet. Damals wie heute wird die Umgebung mit Hilfe versierter Spezialistinnen und Spezialisten nach neusten Erkenntnissen bezüglich Biodiversität gestaltet.

Jährlich werden die Nistkästen der Vögel auf dem Areal auf deren Inhalt kontrolliert, erfasst und gereinigt. Die Fotos werden von einem Vogelexperten ausgewertet, um die jeweilige Vogelart zu bestimmen und die Nistkästen anhand der Bedürfnisse und Trends über die Jahre bezüglich Standort oder Vogelart anpassen zu können. Im Jahr 2025 waren 70 Prozent der Nistkästen besetzt.

101-1: Richtlinien zum Stoppen und Umkehren des Verlusts der Biodiversität

Biodiversitätsrahmen übertroffen

Die Schweizer Paraplegiker-Gruppe handelt nach nationalen und kantonalen Richtlinien, die im Rahmen des «Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz» die internationalen Ziele des globalen Biodiversitätsrahmens mitberücksichtigen. Zudem wird mit dem kantonalen Zuständigen bei der Pflege des Seeufers stets Rücksprache genommen.

Zusätzlich stellt die Zertifizierung im Umweltmanagement nach ISO 14001 die Förderung der Biodiversität auf dem Campus Nottwil sicher. Das naturnahe Areal wird von betriebsinternen qualifizierten Gärtnern gepflegt. Sie sind dafür zuständig, dass die definierten Nachhaltigkeitsziele verfolgt, erreicht und dokumentiert werden.

101-2: Management der Auswirkungen auf die Biodiversität

Lebenswerte Umwelt geschaffen

Minimal Mähen

Bei der Arealpflege werden die Krautsäume an sinnvollen Standorten, beispielsweise entlang des Baches, erhalten. Zudem werden die Wiesen auf dem Areal so wenig wie möglich gemäht, wobei auf das Abblühen der Pflanzen geachtet wird. Dadurch können sich die Pflanzen optimal vermehren und die Artenvielfalt bleibt erhalten. Mit dem Balkenmäher wird langsam gemäht, damit die Tiere und Insekten Zeit haben, um sich einen anderen Unterschlupf zu suchen. Um das Mähen zusätzlich zu reduzieren, wird eine kleine Herde Heidschnucken an verschiedenen Orten zum Weiden auf das Areal gelassen.

Wenig Pestizide

Der Rosengarten beim Schweizer Paraplegiker-Zentrum ist ein von Patientinnen und Patienten geschätzter Rückzugsort. Dessen Pflege ist sehr aufwendig und nicht ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglich. Diese werden sehr sparsam und bewusst punktuell eingesetzt, um die Insekten möglichst nicht zu schädigen. Zudem wird bei einem Sortenwechsel der Pflanzen darauf geachtet, resistente Sorten zu verwenden, die weniger auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln angewiesen sind.

Umweltbildung vor Ort

Da auf dem Campus Nottwil eine hohe Biodiversität herrscht, eignet sich der Ort sehr gut für Anlässe zur Umweltbildung. So werden Fledermausexkursionen durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen den Nistkästen, dem Nahrungsangebot für die Insekten und den auf dem Areal anzutreffenden Fledermäusen aufzeigen. Regelmässige Arealführungen für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende oder Anwohnende durch die fachkundigen Gärtner informieren über deren Arbeit und die Bestrebungen für eine hohe Biodiversität. Auch Baumeisterkurse zur Ausbildung von Gemeindemitarbeitenden werden auf dem Areal durchgeführt.

Für einen Stand zur Biodiversität am Tag der offenen Tür im September 2025 kaufte die Gärtnerei zusätzliche einheimische Pflanzen und beschilderte sie mit ihrem Namen, damit sich Besuchende dieselben Pflanzen auch für den eigenen Garten organisieren konnten. Die Pflanzen wurden später mit dem Schild auf dem Campus Nottwil gepflanzt, um diesen Aspekt der Umweltbildung längerfristig nutzen zu können.

Erweiterung Nistangebot und Unterschlupf

Es wurden weitere Vogelkästen auf dem Campus Nottwil aufgehängt, unter anderem erstmals zwei Nistkästen für Waldkäuze. Nach Rücksprache mit einem Fachkundigen hat es auf dem Areal zwar ein passendes Nahrungsangebot für Waldkäuze, aber keine Nistmöglichkeiten. Dies wurde nun behoben und die Standorte für die Nistkästen werden in den nächsten Jahren auf ihren Erfolg geprüft und allenfalls entsprechend angepasst. Mehrere neue Schmetterlingshäuser bieten Schmetterlingen als wichtigen Bestäubern ein Winterquartier und Schutz vor Fressfeinden.

Pflanzung von Geophyten

In mehreren Rabatten wachsen neu Geophyten, die sehr früh im Jahr blühen und Bestäubern bereits Pollen bieten. Neben dem Nahrungsangebot für die Insekten bieten die Rabatten durch die Farbtupfer etwas für das Auge und erfreuen Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten und Besuchende.

Eigene Angabe: Naturnahes Firmenareal

Zertifikat Natur und Wirtschaft seit 1999

Erstmals 1999 und seither regelmässig alle fünf Jahre erlangt der Campus Nottwil das «Zertifikat für naturnahe Firmenareale». Dazu wird der Austausch mit Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten aus der Region gesucht. Gemeinsam werden Möglichkeiten zur Entsiegelung der Flächen und zur Förderung einzelner Arten geprüft.

Fokus Management

Management von wesentlichen Themen

Es ist eine Führungsaufgabe, die Geschäftstätigkeit und die Unternehmenskultur auf Nachhaltigkeit auszurichten. Um diesbezüglich weiterhin verantwortungsbewusst und grundlegend für alle Gruppengesellschaften zu agieren, fliesst das Thema Nachhaltigkeit als Prämisse in die Strategie 2025–2029 ein. Diese wurde gemeinsam mit den Direktoren und Geschäftsführenden der Gruppengesellschaften erarbeitet und vom Stiftungsrat im Jahr 2024 verabschiedet. Entsprechend den neuen strategischen Ausrichtungen überarbeitete die Schweizer Paraplegiker-Stiftung die Ziel- und Zusammenarbeitsvereinbarungen mit ihren Gruppengesellschaften. Sie beauftragt damit die Direktoren und Geschäftsführenden, die nachhaltige Entwicklung weiter zu fördern.

Die Fortschritte werden anhand von Zielgrössen gemessen und es wird die Einhaltung der einschlägigen Standards, Gesetze und Vorschriften sichergestellt. Im Rahmen der Beschaffungspolitik der Schweizer Paraplegiker-Gruppe wird auch das Zuliefergeschäft der Unternehmen überwacht, um zu gewährleisten, dass ihre Lieferanten dieselben Werte und Prinzipien anwenden und die international anerkannten Menschenrechte einhalten.

Als erste Gesellschaft der Paraplegiker-Gruppe liess sich das Schweizer Paraplegiker-Zentrum im Jahr 2024 im Umweltmanagement gemäss ISO 14001:2015 zertifizieren. Das Hotel & Conference Center Sempachersee erreichte Anfang 2026 die Green-Globe-Zertifizierung für sein umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement.

201-2: Finanzielle Folgen des Klimawandels für die Organisation und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken und Chancen

Folgen des Klimawandels

Die möglichen Auswirkungen des Klimawandels und die damit verbundenen Risiken und Chancen wurden im Mai 2025 durch die Nachhaltigkeitskommission und unter Beteiligung verschiedener Stellen intern analysiert. Dabei wurden sowohl elf physische Risiken als auch sieben allgemeine Transitionsrisiken und -chancen betrachtet. Grundlage stellten der Bericht «Klimawandel in der Schweiz» (BAFU), die «Planetary Health Strategie» (FMH) und der Bericht der «Task Force on Climate-related Financial Disclosures» (TFCD) dar. Als einziges Risiko wurde das Thema «vermehrte Hitzewellen und Hitzestress» als hoch eingeordnet. Eine regelmässige Aktualisierung ist vorgesehen.

201-3: Verbindlichkeiten für leistungsorientierte Pensionspläne und sonstige Vorsorgepläne

Nachhaltigkeit der Vermögensanlagen

Die Pensionskasse der Schweizer Paraplegiker-Gruppe (PK SPG) setzt verschiedene Instrumente ein, um nachhaltig zu investieren. Quartalsweise wird ein Investment Reporting mit einer Nachhaltigkeitsanalyse erstellt und im Anlageausschuss besprochen. Der Grossteil der Aktien und Obligationen ist nach den Grundsätzen des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen SVVK-ASIR angelegt.

Die PK SPG ist Mitglied von Ethos, Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung. In den Ethos Engagement Pools Schweiz und International werden die Interessen im Bereich ESG von institutionellen Investoren gebündelt und im Dialog mit Unternehmen Entwicklungen in Richtung ESG herbeigeführt.

415-1: Parteispenden

Gesundheitspolitische Interessen

Austausch mit der Politik

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung engagiert sich auf politischer Ebene für die Interessen von Menschen mit Querschnittlähmung. Um den regelmässigen Austausch mit der Politik zu fördern, hat die Paraplegiker-Stiftung im Jahr 2019 einen politischen Beirat gebildet. Dieser besteht aus Bundesparlamentarierinnen und Bundesparlamentariern aus allen Parteien, die sich sozial- und gesundheitspolitisch engagieren. Mitglieder und Funktionsweise sind transparent auf der Website publiziert. Im Berichtszeitraum hat ein Treffen stattgefunden.

Parteispenden

Mit einer Richtlinie zu «Public Affairs» setzt die Schweizer Paraplegiker-Gruppe einen Rahmen für ihre Aktivitäten im Umgang mit Politikerinnen und Politikern, Behörden, Verwaltungen, Verbänden und involvierten Stakeholdern. «Public Affairs» unterstützt die Kernaktivitäten gemäss der Gruppenstrategie der Paraplegiker-Gruppe für optimale Rahmenbedingungen in den Leistungsfeldern Solidarität, Medizin, Bildung-Forschung-Innovation sowie Integration und lebenslange Begleitung im Hinblick auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Querschnittlähmung in der Schweiz. Im Berichtszeitraum erfolgten keine Parteispenden.

418-1: Begründete Beschwerden in Bezug auf die Verletzung des Schutzes von Kundendaten und den Verlust von Kundendaten

Datenschutz und Datensicherheit

Kundendaten, wie solche von Patientinnen und Patienten, Klientinnen und Klienten oder Mitgliedern, aber auch die Daten von Mitarbeitenden, erachtet die Schweizer Paraplegiker-Gruppe als besonders schützenswerte Personendaten. Zu diesem Zweck betreibt die Paraplegiker-Gruppe ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS), das im Jahr 2022 nach der Norm ISO 27001:2013 erstzertifiziert und im Jahr 2025 erfolgreich rezertifiziert wurde. Die ICT-Infrastruktur erfüllt mit den vorhandenen Ressourcen die regulatorischen Anforderungen gegen Missbrauch oder Zweckentfremdung von Daten. Das interne Informationssicherheits- und Datenschutz-Board (IDB) tagt regelmässig und bearbeitet Hinweise oder Meldungen zur Informationssicherheit und zum Datenschutz. Ein Datenschutzbeauftragter im Mandatsverhältnis ist für alle internen und externen Anforderungen zum Datenschutz verantwortlich. Ein ICT-Sicherheitsverantwortlicher ist zuständig für die Informationssicherheit und den Betrieb des ISMS. Alle Mitarbeitenden werden regelmässig geschult und mit Awareness-Kampagnen sensibilisiert. Kontrollen finden statt.

Für die Schweizer Paraplegiker-Gruppe wurden im Jahr 2025 zwei Beschwerden zur Verletzung des Schutzes von Kundendaten bearbeitet. Diese hatten keine negativen Auswirkungen auf die Kundinnen und Kunden und konnten mit einfachen Massnahmen behoben werden.

Eigene Angabe: Nachhaltiger Hotel- und Seminarbetrieb

Erstzertifizierung in nachhaltigem Tourismus erreicht

Seit Januar 2026 ist das Hotel & Conference Center Sempachersee mit dem international anerkannten Green-Globe-Zertifikat der Reise- und Tourismusbranche ausgezeichnet. Das Zertifikat bewertet ein ganzheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit – von hoher Mitarbeitendenbindung über transparente Kommunikation bis hin zu verantwortungsvollen Anschaffungen wie ICT-Geräten, Leucht- oder Reinigungsmitteln.

Die Zertifizierung führt gleichzeitig zur höchsten Auszeichnung von Swisstainable, dem nationalen Nachhaltigkeitsprogramm, und signalisiert eine Vorreiterrolle im Schweizer Tourismus. Für das Gastro-Unternehmen auf dem Campus Nottwil bedeutet dies eine klare Positionierung als verantwortungsvoller Betrieb sowie einen entscheidenden Vorteil im Seminar- und Tagungsmarkt, da viele Grossunternehmen heute ausschliesslich mit als nachhaltig zertifizierten Hotels zusammenarbeiten.